Wird Spanien von einer kriminellen Vereinigung regiert? Die offiziellen Ermittler vermeiden diese Begrifflichkeit, noch; Journalist*innen dagegen nicht mehr. Das geht aus diesem DLF-Bericht hervor. FĂ€lschlicherweise suggeriert er, dass dieses Thema und die Katalonien-Frage zwei verschiedene Themen sind. Das sind sie nicht. Im Gegenteil ist es genau das, was die Katalan*inn*en gegen die spanische Zentralregierung mobilisiert. Und sie sind es, die fĂŒr Europa eintreten und von der EU im Stich gelassen werden. Die damit zeigt, wie schwach sie ist.

Christian Eichler weist heute auf das Karriereende der aus meiner Sicht grössten Fussballer unserer Zeit hin: Xavi Hernandez und Andrea Pirlo. An Charakter- und Ich-StĂ€rke nehmen sie es spielend mit den Steuerhinterziehern Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auf, aber sie konkurrier(t)en ja nicht: Xavi und Messi waren – mindestens auf dem Spielfeld – beste Freunde. Eichlers Differenzierung zwischen beider Vereinswahl zum Karriereende ist unangebracht. Warum sollte New York weniger anrĂŒchig sein als Katar? Pirlo spielte entweder fĂŒr Berlusconi (Milan) oder die Agnellis (Juve). So what? Eine gelungene fussballerische WĂŒrdigung Xavis durch Spiegel-Redakteur Jörg Kramer vor einigen Jahren hier. Ein langes Interview mit ihm selbst, das ihn als sehr reflektierten MultimillionĂ€r erscheinen liess, ist online leider nicht auffindbar.
Wer es mit kritischem Journalismus ernst meint, sollte mal lieber die besonderen Beziehungen der katalanischen Bourgeoisie zu Katar untersuchen: Trikotsponsoring fĂŒr Barca, Botschafter-Vertrag mit der Galionsfigur der Nationalisten Pep Guardiola (z.Z. ManCity), wie es auch Beckenbauer pflegte und pflegt (mit Katar wie mit Putin). Die Recherchebremse ist, dass die meisten kommerziellen Medien selbst Bestandteil dieses Business-Komplexes sind. Ein klassischer Fall fĂŒr Sport inside, wenn es nicht vorher von der WDR-Programmdirektion gekillt wird.