Günter Bannas ist in Rente. Wenn er das hier selbst lesen sollte, oder gute Freunde von ihm: bitte, bitte die E-Mail-Adresse schicken. Viele Ihrer alten Bekannten im Rheinland würden sich darüber freuen. Bannas war ein schwerer Verlust für das Rheinland und ist ein schwerer Verlust für Berlin. Für das Hauptstadt-Berlin, das wir von hier aus sehen können, für den Hauptstadtjournalismus, über den Friedrich Nowottny mal witzelte: man spreche wohl auch bald von “Hauptstadttoiletten”. Was den H-Journalismus betrifft war Bannas mit weitem Abstand der Beste. Anders als seine arbeitgebende FAZ war er lebenslang auf weitestmöglicher Distanz von jeder ideologischen Verblendung. Kein Schwätzer, kein Aufschneider, kein sich-selbst-Produzierer, sondern ein guter Zuhörer, der fast alles, jedenfalls sehr viel, verstand von Dingen, die ihm persönlich fremd waren.
Nun gab er der taz sein erstes Rentner-Interview. Ein bisschen traurig, was die Interviewer dabei aus ihm rausholten. In dem Mann ist viel mehr drin. Er könnte eine kleine Geschichte des Journalismus dieser Republik schreiben. Oder eine grosse.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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