Mit Grausen las ich gestern Abend die Programmankündigung des Deutschlandfunks, ein Live-Gespräch mit Manni Breuckmann unmittelbar auf eins mit dem rechtsradikalen Jörg Meuthen folgen zu lassen. Meinen Körper hat das immerhin optimal programmiert. Zwar wurde ich rechtzeitig wach, dämmerte aber unmittelbar nach den Sportnachrichten kurz vor 8 wieder weg, und wurde erst viel später wieder wach. Mit herzlichem Dank an die DB. Manni habe ich dann Stunden später im Podcast zum Espresso genossen (Audio 10 Min.). Sollten Sie auch tun (auch und gerade BVBler*innen!).
Ich habe Manni Breuckmann in seiner Zeit als NRW-Landeskorrespondent in Düsseldorf kennen gelernt. Zeitweise verantwortete er eine einstündige Wortsendung im WDR3 (damals gab es sowas auf der Welle noch), die nach meiner Erinnerung “Forum West” hiess. Lästerlich fragte ich ihn mal, wieviele ihm dort zuhören. Seine Antwort: mehr als “Die Glocke” lesen. In seinem heutigen abgewogenen und dennoch inhaltlich klaren DLF-Interview (sachkundiger Interviewer: Philipp May, selbst mit Sportredakteurspraxis) ist seine politische Erfahrung und Bildung zu hören. Er war auch als politischer Journalist ein Guter. Es hat ihm nur weniger Spass gemacht. Umgekehrt ist sein politischer Background für ihn als Fussballkenner von grossem Vorteil. Er redet kein Blech, wie die Mehrheit seiner Kolleg*inn*en in dieser Branche.
Noch eine Anmerkung zum DLF: ab Montag will der Sender wieder sein “normales” Programmschema senden. Dessen Auflösung, so war gestern Vormittag in einer Call-In-Sendung, in der fast die komplette redaktionelle Führungsmannschaft aufgefahren wurde, zu hören (kein Podcast-Angebot), hat im Publikum viel Verärgerung ausgelöst. Gut so. Im nachhinein will ich eingestehen: ganz so schlimm war es auch nicht gekommen. Viele Programmelemente blieben praktisch erhalten. Die Senderführung wollte sich “nur” die Option sichern, davon jederzeit abweichen zu können. Jetzt hat sie wohl eingesehen, dass das mehr Schaden als Nutzen gebracht hat.