ausserdem: Hosen, Islam geht abwärts, Yücel scheitert als Moderator
Ich bin kein Allesleser und -gucker, aber halte mich für einen Vielleser. Davon versuche ich Sie in diesem Blog profitieren zu lassen. Einer, der das bisweilen geniesst ist Friedrich Küppersbusch. Der hat wohl z.B. hier mitgelesen. Und siehe, er ist der Einzige, der dieser Tage verstanden hat, wie deutsche Investorenmilliardäre den Bundeswirtschaftsminister so nassgemacht haben, wie von ihnen gekauften Fußballern nie gelingen wird.
Quizfrage: warum ist Küppersbusch der Einzige, der das sieht?

Politischer Islam demontiert sich selbst

Lesen Sie zum Vorverständnis zunächst diese kleine Geschichtsschreibung der Hose von Arno Widmann/FR (Anm. von mir: Marlene Dietrich in Hosen war in der Tat zum Niederknien). Dann verstehen Sie noch besser, was Susanne Güsten in der immer beachtenswerten und hohe journalistische Standards erfüllenden DLF-Reihe “Hintergrund” vom “Scheitern des politischen Islam in der Türkei” berichtet. Trumpähnlich könnte sich Erdogan in naher Zukunft über drohende Wahlniederlagen hinwegsetzen. Den Politischen Islam wird er dadurch jedoch nicht zu neuer Blüte führen, sondern eher vollends ruinieren. Vermutlich ist das der Kern des Konflikts zwischen der von Erdogan bekämpften rechten Gülen-Sekte und ihm. Zusammen waren sie einst unschlagbar. Jetzt sind sie es, beide.
Eine ganz andere Niederlage musste Erdogans Privatfeind Deniz Yücel einstecken. Keine Ahnung, wer auf die dumme Idee gekommen ist, einen begnadeten Polemiker wie ihn in Moderatorenketten zu legen. Das Moderieren ist offensichtlich katastrophal gescheitert, wie Yücel selbst schreibt. Für die, die in sich an dem Abend als Feind ausgeguckt haben, ist es ähnlich schlecht ausgegangen. Seine Rache ist grausam. Denn Yücel kann viel besser Schreiben als Moderieren. Und erreicht damit 10-100mal so viele Menschen, wie die Störer*innen an dem beschriebenen Abend. Oups, grad’ will ich ihn verlinken, da ist der Text bei taz.de verschwunden. Da muss es wohl sehr gescheppert haben, Rechthaber-Berlin wie ich es nicht anders kenne, und die taz nähert sich der ARD an.