Jeff Bezos, der Zerst├Ârer von Innenst├Ądten, Stadtteilen und Gewerkschaften, w├╝rde sich niemals herablassen, sich f├╝r eine popelige Stadt zu interessieren. Er spielt in einer Liga mit Donald Trump, dem abstiegsgef├Ąhrdeten armen W├╝rstchen, und Mohammed Bin Salman. Ren├ę Benko ist im Vergleich dazu basisorientiert, aber halt auch ein kleiner Pinscher. Er l├Ąsst seine leitenden Angestellten sogar mit Kommunalpolitiker*inne*n reden, damit die tun, was er will: ihre Innenst├Ądte als Waschmaschine f├╝r ganz viel Geld zu nutzen. In welcher Business-“Kultur” ist der Kleine aufgewachsen? Dar├╝ber gab gestern ein sehenswerter ORF-Beitrag auf 3sat Aufschluss: er handelte nicht von Innsbruck, wo Benko residiert, sondern vom Pinzgau im Bundesland Salzburg. “Geld versetzt Berge” (noch ein Monat Mediathek), eine Super-Arbeit von Nora Zoglauer macht die ├Âkonomische Non-Kultur auch f├╝r Laien erkennbar, in der der Herr Benko reich geworden ist, noch reicher und m├Ąchtiger wird, und wachsende Teile der politischen Klasse in seinen Hintern kriechen l├Ąsst.
Sascha Lobo/Sp-on hat das Problem der Herablassung an sich selbst entdeckt, “Wutsnob”, und deutet es psychologisch. Freitag-Autor Ole Nymoen dringt zu einer politischen Deutung vor: Herablassung als Sackgasse, in die sich Linke und Liberale locken und politisch kidnappen und fesseln lassen. So empfinde ich es aktuell auch.