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Anlieger frei auf der Adenauerallee

Soso, die SPD in Bonn hat also weiteren Beratungsbedarf und hat zur Einschränkung der Autospuren auf der Adenauerallee viele Fragen an die Stadtverwaltung gerichtet. Das ist ja auch eine schwierige Entscheidung, wenn es darum geht, den innerstädtischen Autoverkehr zu reduzieren. Der Zusammenhang zwischen Benzinverbrennern und Klimawandel hat sich aber möglicherweise bis zur SPD-Ratsfraktion rumgesprochen. Nehme ich an. Wenn das so sein sollte, wäre es doch nützlich einmal darüber nachzudenken, wie man die Menschen, die unsinnigerweise täglich schön hintereinander von Bad Godesberg oder Remagen oder von Siegburg nach Bonn fahren und abends das gleiche wieder zurück, in die parallel und oft halb leer verkehrenden Stadtbahnen bekommt. Vielleicht dadurch, dass man das mit dem Autofahren, dem unsinnigen hintereinander herfahren – statt zumindest als Fahrgemeinschaft, so wie das z.B. die Stadtverwaltung in Paris verlangt und mit Sanktionen auch fördert.

Ich fahre öfter nach Siegburg und wundere mich in der Stadtbahn 66 sitzend über die Menschen, die jeden Tag die Straßen blockieren, weil sie alleine in ihrer meist überdimensionierten Karre sitzen, statt in der Bahn – so wie ich. Das heißt ich wundere mich nicht mehr, sondern ich mache mir verstärkt Sorgen über den Geisteszustand dieser Mitmenschen.

Das erste, was ich vor über 40 Jahren gemacht habe, als ich nach Bonn zog – ich habe mein Auto abgemeldet. Denn in Bonn brauchte und brauche ich das nicht. Wenn ich etwas transportieren muss, was zu Fuß oder auch mit dem Rad zu schwer ist, leihe ich mir einen entsprechend großen Wagen.

Ich schlage vor. die Adenauer Allee komplett zu Tempo-30-Zone zu machen. Und nicht nur das – sie sollte zur Anlieger-Straße erklärt werden und natürlich mit breiten Radwegen und nur noch engen Autospuren ausgestattet. Parken in der Innenstadt sollte so teuer werden, dass es sich wirklich nicht mehr rechnet mit der ohnehin überflüssigen Karre in die Stadt zu fahren.

Ich finde es an der Zeit, wirksam etwas gegen diesen meist unsinnigen Verkehr in der Stadt zu unternehmen.

7 Kommentare

  1. Renate Hendricks

    Genau diese Haltung, mit dem Absolutheitsanspruch führt diese Gesellschaft in ein unversöhnliches Fahrwasser. Nein, die Adenauer Allee sollte allen Verkehrsteilnehmer/innen offen stehen. Übrigens Nord-Süd-Achsen fürs Fahrrad gibt es bereits. Und zwar zwei. Rheinufer und Kaiserstrasse. Das Rheinufer entwickelt sich aufgrund der mangelnden Frequenz bereits zum Angstraum, ich fahre dort abends nicht mehr mit dem Fahrrad und wie ich weiß, andere auch nicht.
    Hört also endlich auf mit Maximalforderungen diese Gesellschaft zu überziehen und wartet mal ab, wie welche Maßnahmen wirken.

  2. Renate Hendricks

    Genau diese Haltung, mit dem Absolutheitsanspruch führt diese Gesellschaft in ein unversöhnliches Fahrwasser. Nein, die Adenauer Allee sollte allen Verkehrsteilnehmer/innen offen stehen. Übrigens Nord-Süd-Achsen fürs Fahrrad gibt es bereits. Und zwar zwei. Rheinufer und Kaiserstrasse. Das Rheinufer entwickelt sich aufgrund der mangelnden Frequenz bereits zum Angstraum, ich fahre dort abends nicht mehr mit dem Fahrrad und wie ich weiß, andere auch nicht.
    Hört also endlich auf mit Maximalforderungen diese Gesellschaft zu überziehen und wartet mal ab, wie welche Maßnahmen wirken.

    • Helmut Lorscheid

      Liebe Renate Hendricks,

      eine Straße mit Tempo 30 steht allen zur Verfügung und Anlieger frei heißt, dass die die nur durchfahren wollen, doch bitte die dafür gebaute Autobahn nehmen sollen. Wofür gibt es die sonst?
      Die waren doch teuer genug. Wenn sich die Arbeitsstelle an der Adenauer Alle befindet, kann dort hin gefahren werden. Arbeit gehört zu den “Anliegen”.

      Viele Grüße

      Helmut Lorscheid

  3. Martin Böttger

    Ich kann bestätigen, dass ich dort auch nicht Fahrrad fahre. Ich halte mich dort auch als Fussgänger nicht auf, weil das unzumutbar ist: Lärm + schlechte Luft. Das Überqueren ist schon Problem genug: Lärm + autofreundliche Ampelprogrammierung. Anliegende Spielplätze sind eingezäunt, wg. Lebensgefahr.
    Meine Vision ist unrealistisch: statt U-Bahn, Strassenbahn. Wäre billiger (ein Zehntel) und die Sache mit dem Angstraum wäre dann auch bewältigt. Diese Fehler wurden in den 70er und 80er Jahren gemacht (in Köln noch bis heute, Stadtarchiveinsturz 2009), und seitdem bezahlen wir sie: Unterhaltskosten + Angsträume.
    Das Problem der Rheinuferstrecken (wie auch der Kennedybrücke) für den Radverkehr ist, dass sie zum “Kölner Ring” werden: Nutzungskonflikte und Staufalle, weil die Fortbewegungsarten in Freizeitbereichen absolut divers sind. Allein die Engstelle am Beueler “Bahnhöfchen” im Sommer ist ein beständiger Gefahrenherd für alle, die sich dort bewegen. Wenn dort Kirmes ist, müsste die Rheinaustrasse für den Autoverkehr stillgelegt werden, damit der Radverkehr (überregionaler Radwanderweg!) überhaupt durchkommt.

  4. N fool's knowledge 🙉🙈🙊

    @extradienst Na ja, natürlich hat sich das bis zur SPD rumgesprochen. Aber „der Wähler“ will es vermeintlich anders. Und für die nächste #kommunalwahl muss man sich ja schließlich bei Gelegenheit positionieren. Nötigenfalls auch gegen die Interessen der #allgemeinheit. Wobei, wahrscheinlich denken die ja, dass die #Autofahrer die Allgemeinheit sind? Who knows? 🤷🏼

  5. Rainer Bohnet

    Ich unterstütze die Planungen der Stadt Bonn. Mehr Platz für Radfahrer und eine Neuaufteilung des öffentlichen Straßenraums zugunsten des Fahrrads und des ÖPNV. Letzterer fährt dort allerdings unter der Erde.

  6. Lutz Berchdesheimer

    Absolutheitsanspruch und Maximalforderungen? Da merkt man doch, das wir uns an den Autoirrsinn gewöhnt haben und gar nicht merken, wie eine Gesellschaft darunter leidet. Alleine 3000 Tote jedes Jahr wird einfach so hingenommen. Und nur weil an der Adenaueralle keine Politiker wohnen, sollen weiter die Autos wie bislang rollen? Auch an der Adenauerallee leben Menschen. Autos können auch woanders fahren, es gibt doch parallel weitere Straßen! 😉

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