Kauft der Mörder den Weltfussball?

Von , am Samstag, 27. Oktober 2018, in Fußball, Politik.

Alina Schwermer/taz ist wieder voll auf Ballhöhe. Fifa-Obergangster Infantino war in Katar und soll die Herrscherfamilie überzeugt haben, die WM statt mit 32 mit 48 Teilnehmern zu spielen. Das würde zwingend bedeuten, dass sie Saudi-Arabien mit ins Boot holen müssen, um es organisatorisch und infrastrukturell bewältigen zu können. Für alle, Fifa, Katar und die Saudis würde es eine billionenschwere Win-Win-Situation mit sich bringen.
Die Fifa braucht dringend Geld: die Kosten sind explodiert, weil sie in und gegen die USA Rechtsanwaltsarmeen bezahlen muss. Und Infantino braucht mehr Geld, um sich die Wiederwahlstimmen beim Fifa-Kongress zu kaufen; auch hier sind die Preise sehr gestiegen, die Delegierten wissen zu viel.
Katar kann an einer Eskalation des Konflikts mit den Saudis nicht interessiert sein. Mit dem Gasfeld im Persischen Golf können die aktuell lebenden Generationen der Feudalherrscher ausgesorgt haben, sofern es ihnen nicht durch einen Krieg entrissen wird.
Die Saudis wiederum brauchen jetzt in der Kashoggi-Affäre einen Ausweg zu einem global-positiven PR-Ereignis. Wenn es mit einem superprofitablen Entertainmentgeschäft verbunden wird, das Dimensionen eines globalen Monopols mitbringt, umso besser. Sie beneiden Katar um das Gasfeld. Der Strategiewandel weg vom Erdölextraktivismus wackelt. Die Vergoldung der staatlichen Saudi-Aramco durch Privatisierung an der Börse kam zu spät – das Geschäftsmodell der Saud-Familie wackelt und ist bedroht. Das hat der Kronprinz Mohammed Bin Salman wohl schon verstanden, und das könnte seine nach aussen wirkende jähzornige Panik erklären – allerdings nicht im geringsten entschuldigen.
Wenn in diesem Gemaggel Katar eine Vermittlerrolle zwischen den Saudis und Iran spielen kann, ergäbe sich eine weitere Win-Win-Situation. Dann wäre vielleicht der Friedensnobelpreis für die Fifa drin. Den gibts bestimmt auch zu kaufen, alles eine Frage des Preises.
Was das mit Fussball zu tun hat? Gute Frage.

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