Beueler Extradienst

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Kluger Kluge

Im Jahr der Jahrestage hat auch der angesehene Medienfachdienst epd Medien JubilĂ€um: das 70. Im Landtagsdienst habe ich das Printexemplar immer grĂŒndlich gelesen. Online vermisse ich es. Die Publikationsstrategie ist noch defensiver als bei der Medienkorrespondenz. Beide leben von der Kirche und stehen unter Druck Geld zu verdienen, eine unlösbare Aufgabe. Aus einem Blog von Christian Bartels habe ich entnommen, dass das JubilĂ€umsheft von epd Medien “ab Montag” (das war gestern) online stehen soll. Gefunden habe ich es leider nicht.
Darum entnehme ich die dort getroffenen Aussagen Alexander Kluges in einem Interview mit Diemut Roether, eine kluge, nette Frau mit der zu diskutieren ihm Spass gemacht haben dĂŒrfte, per copy&paste einer Rund-E-Mail des Kollegen Heiko Hilker. Sie sind nĂ€mlich so klug, dass sie weite Verbreitung verdienen (und benötigen):
“Wo es einen Algorithmus gibt, brauche ich einen Gegenalgorithmus, dann habe ich wieder GleichgewichtsverhĂ€ltnisse. Wo es einen Shitstorm gibt, muss ich den Gegenshitstorm organisieren können. Wenn alle passiv sitzen bleiben und beeindruckt sind, sind die Shitstorms allmĂ€chtig und beliebig. Den aufrechten Gang zu lernen unter VerhĂ€ltnissen des Netzes, fordert eine zweite Alphabetisierung und eine Aktivierung von allseitigen Initiativen. Ich muss die WĂ€hler der AfD ernst nehmen, die Partei nicht. Im Fernsehen geschieht das Umgekehrte. Was die WĂ€hler in den ostdeutschen LĂ€ndern möglicherweise wollen, wird nicht untersucht. Die Organisation dagegen wird durch Zitat dauernd verbreitet.

Das Fernsehen hat ursprĂŒnglich seinen öffentlichen Auftrag sehr ernst genommen. Die SRG in der Schweiz tut das heute noch. Und einzelne Sender oder einzelne Abteilungen in einigen Sendern tun das immer noch. Aber andere ahmen die Erfolge des privaten Fernsehens nach. Das ZDF ist ein hochqualifizierter Sender, aber es lĂ€uft auch den Erfolgsmodellen des privaten Fernsehen hinterher. Das gilt auch fĂŒr die ARD. Die versammelten Samstagsprogramme des deutschen Fernsehens sind international nicht konkurrenzfĂ€hig. Man kann sie in keinem anderen Land vorfĂŒhren, das ist fĂŒr gebĂŒhrenfinanziertes Fernsehen eine Affenschande.”

1 Kommentar

  1. Diemut Roether

    Lieber Herr Böttger,
    vielen Dank fĂŒr Ihre netten Worte! Unser Sonderheft steht seit heute online. Sie können es hier finden
    https://www.epd.de/sites/default/files/epd-medien_Sonderausgabe_70Jahre.pdf
    Bleiben Sie uns gewogen!
    Herzlichen Gruß Diemut Roether

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