Mit Update
Endlich. Wenn ein Lokalkrimi keinen mehr aufregt, ist es um ihn geschehen, jedenfalls wenn es sich um einen ARD-Tatort handelt. Schimanski wĂ€re ohne den standesgemĂ€ssen Protest der damaligen Kommunalpolitiker*innen in Duisburg nie so bekannt, berĂŒhmt, beliebt geworden, wie er es war. Nun hat es endlich auch “Faber” in Dortmund geschafft. OB Sierau (SPD) beschwerte sich bei WDR-Intendant Tom Buhrow. Er “hĂ€tte nichts dagegen, wenn Sie den Dortmund-Tatort einstellen und Kommissar Faber und sein Team in den vorzeitigen Ruhestand schicken wĂŒrden.“ Nebenbei lĂ€sst er erkennen, was die vorgĂ€rtnernden Ruhrgebiets-Kommunalpolitiker*innen niemals lernen wollen: dass den Menschen inner- und ausserhalb des Ruhrgebietes die dortigen Stadtgrenzen scheissegal sind.
Ich hatte hier meine Kritik bereits artikuliert. Das gehört zum normalen Tatort-GeschĂ€ft. Wenn es ĂŒber eine Folge keinen Streit gĂ€be, wĂ€re etwas grĂŒndlich schiefgelaufen. Und das Individuum Sierau kann dazu genauso seine Meinung haben. Wenn er sich aber als Amtsinhaber Ă€ussert und beim von seinen Parteigenoss*inn*en mitbestimmten Boss des Senders “anregt”, eine spezifische Produktion von Kunst einzustellen, dann wird die Grenze unserer Grundrechte und der Staatsferne eines öffentlich-rechtlichen Mediums berĂŒhrt. Das werden Kommunalpolitiker*innen wohl nie lernen – da geht es um unsere Verfassung, und ihren Schutz. Darum ist es wichtig, sie aus den Gremien solcher Sendeanstalten fernzuhalten.
Das Publikum reprĂ€sentieren sie definitiv nicht. Herr Sierau z.B. wurde von 15,7% seiner BĂŒrger*innen gewĂ€hlt. Update 24.1.: umgekehrt zu seiner blassen Legitimation durch WĂ€hler*innen platzt der arme Mann vor Hybris, dass ich mir Sorgen um ihn und seine Stadt mache. WDR-Intendant Buhrow soll ihm geantwortet haben, der komplette Wortlaut seines Briefes war auf der WDR-Homepage (wie auch fast sonst nichts) nicht zu finden.