Krieg ist nicht mehr gerecht
Wenn dieser Papast Leo so weiter macht, dann werde ich bald wieder katholisch. Der Mann macht mir richtig Spaß – der ist jetzt nicht nur in einzelnen Konflikten für Frieden, sondern generell. Wahrscheinlich zur Verwunderung auch seiner näheren Umgebung.
Und wie die Päpste so sind, bezieht er auch gleich seinen Chef mit ein. So verbreitet der Pressedienst Vatikan News: Papst Leo: „Gott will keinen Krieg, er will Frieden.“ Dä.
Damit unterscheidet sich der Papst wohltuend von den evanglischen Christen, deren kriegswillige Rhetorik mich zunehmend an die damaligen “Deutschen Christen” erinnert. Die Evangelische Kirche bereitet ihre Gläubigen zielgerichtet auf einen Krieg vor. Ähnlich wie es Politiker wie Boris Pistorius, Franziska Brantner, Omid Nouripour, Friedrich Merz tun, um nur ein paar von den Kriegswilligen im Bundestag zu nennen. Parteien spielen da keine Rolle mehr, sie stehen fest vereint hinter Rheinmetall und allem miliätrischem.
Dazu Papst Leo XIV im Wortlaut: „Den Regierenden sage ich erneut: Hört auf die Stimme eures Gewissens! Die scheinbaren Siege, die mit Waffen errungen werden und Tod und Zerstörung säen, sind in Wirklichkeit Niederlagen und bringen niemals Frieden und Sicherheit! Gott will keinen Krieg, er will Frieden, und er unterstützt diejenigen, die sich bemühen, aus der Spirale des Hasses auszubrechen und den Weg des Dialogs zu beschreiten.“
Weiter ausgeführt wird das im fünften Kapitel der kürzlich veröffentlichten päpstlichen Enzyklika “ÜBER DIE BEWAHRUNG DES MENSCHEN IM ZEITALTER DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ” Dort heißt es:
“190. Heute erleben wir im öffentlichen Diskurs und bei den Entscheidungen zur Aufrüstung jedoch einen echten Paradigmenwechsel, mit einer besorgniserregenden Rehabilitierung des Krieges als Instrument der internationalen Politik, während gerade jene ethischen Kriterien, die seinen Einsatz begrenzen, ausgehöhlt werden. Sich hinziehende regionale Konflikte, eskalierende Spannungen und gegenseitige Drohungen werden fast schon zur Normalität, und Formen von Konflikten um territoriale Expansion, die man für überwunden hielt, tauchen wieder auf. Die öffentliche Meinung wird zunehmend von einem polarisierenden Narrativ in den Medien, das oft durch Algorithmen verstärkt wird, die Konflikte und Konfrontationen in den Vordergrund stellen, geprägt und an dieses gewöhnt.
191. Wir erleben zudem einen besorgniserregenden Verlust an historischem Gedächtnis. Das Verblassen direkter Zeugnisse von der Shoah und den beiden Weltkriegen erleichtert eine selektive oder verzerrte Umschreibung der Vergangenheit, in einem Klima, in dem Fake News und narrative Manipulationen die gewonnenen Erkenntnisse verschleiern. Ohne eine lebendige Erinnerung an die Schrecken des Krieges besteht die Gefahr, dass politische Entscheidungen auf der Grundlage von Machtkalkülen getroffen werden, ohne Weitblick für die langfristigen Folgen.
192. Zu all dem kommt ein neues und entscheidendes Element hinzu: die mediale und digitale Dimension. Kommunikationsnetzwerke, fragmentierte Informationslandschaften und Algorithmen, die Konflikte begünstigen, können Polarisierung und Ressentiments verstärken, Propaganda beschleunigen und eine gemeinsame Urteilsfähigkeit behindern. So wird Krieg nicht nur geführt, sondern auch kulturell vorbereitet: durch vereinfachende Narrative, Freund-Feind-Logik, Desinformation und Angst. Wenn das historische Gedächtnis verblasst und die ethischen Kriterien, die Zivilisten und die Verletzlichsten schützen, schwächer werden, wird es einfacher, Gewalt als notwendig, unvermeidlich oder gar als „sauber“ darzustellen. Dieses Klima ist es, in dem die Menschheit in eine gewalttätige Machtkultur abgleitet, in der Friede nicht mehr als eine Aufgabe erscheint, der man sich stellen muss, sondern als eine prekäre Unterbrechung zwischen Konflikten.Heute ist es – unbeschadet des Rechts auf legitime Verteidigung, die im engsten Sinne zu verstehen ist – wichtiger denn je, die Überwindung der Theorie des „gerechten Krieges“ zu bekräftigen, die allzu oft herangezogen wird, um alle möglichen Kriege zu rechtfertigen. [182] Um Konflikte zu bewältigen, verfügt die Menschheit über Mittel, die weitaus wirksamer sind und geeigneter, das menschliche Leben zu fördern, wie zum Beispiel den Dialog, die Diplomatie und die Vergebung. Der Rückgriff auf Stärke, Gewalt und Waffen zeugt von einer Beziehungsarmut, die stets verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung hat.”

Spricht mir aus dem Herzen!