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“Hidden Agendas”?

Wie dünn und porös das Datenfundament ist, auf dem derzeit Strategien zur Prophylaxe, Therapie und Politik entwickelt werden, jedenfalls soweit sie öffentlich erkennbar sind, darauf ist in diesem Blog schon mehrmals hingewiesen worden. Bei telepolis legt Christof Kuhbandner, eingehend auf öffentliche Einwände, noch einmal nach. Das lässt sich noch als Fehlerhaftigkeit unvollkommener Menschenwesen, zu denen eben auch und besonders Virolog*inn*en und Politiker*innen gehören, betrachten.
Beunruhigender ist, wenn dahinter auch kühle Strateg*inn*en und Strategien durchschimmern. Es geht dabei weniger um die haltet-den-dieb-Strategie. Das scheint selbst nur so eine Art Performance zu sein, um die Öffentlichkeit zu beschäftigen. Ich fürchte Eric Wagner/telepolis ist nah an den Kern der Sache herangekommen. Die neoliberale Periode des Kapitalismus hat glänzende Voraussetzungen dafür geschaffen, immer mehr Sektoren öffentlicher Daseinsvorsorge staatlicher Bewirtschaftung zu entziehen, und für die wachstumsbedürftige Zirkulation unermesslich zunehmenden privaten Kapitals zugänglich zu machen. Erst wenn diese Zirkulation sich an einer imaginären Decke stösst, wäre das System, wie wir es heute kennen, vom selbstgemachten Zusammenbruch bedroht. Die Milliardär*inn*e*n dieser Welt wissen davon, sind selbst sowohl Getriebene als auch Treibende. Wenn wir ihrem Treiben politisch tatenlos zusehen, werden unsere Nachfahren immer geringere Chancen und Möglichkeiten haben, unsere Fehler noch zu korrigieren. Es ist mal wieder eine Weichenstellung der menschlichen Evolution. Und nur allzu wenige sind an dieser Entscheidung beteiligt. Aktuell geht sie also um unsere Gesundheit und unsere Daten, wer über sie regiert, lenkt und entscheidet. Dämonisierung handelnder Personen liegt mir so fern, wie eine Intervention in die überhitzte Impfdiskussion. Es geht um ein demokratiewidriges System. Das ist nur kollektiv zu korrigieren.
Damit komme ich zu Wolfgang Wodarg. Der Mann ist erfolgreich dämonisiert und ausgegrenzt worden. Wie so oft, gehören auch dazu immer zwei Seiten, in diesem Fall die, die es tun, und der, der dem Vorschub leistet. Ich stimme der telepolis-Redaktion absolut zu, wenn sie in einer redaktionellen Bemerkung zu seinem aktuellen Text, den auch die nachdenkseiten gebracht haben, schreibt: “Telepolis hält nichts davon, Kritiker ins Abseits zu stellen oder zu degradieren, die von der Mehrheitsmeinung abweichen, aber ihre Sicht argumentativ belegen. Wir haben in dem Diskurs über die Pandemie, über die nach Ansicht aller Experten wenig bekannt ist, versucht, eine offene Haltung einzunehmen und viele Stimmen zu veröffentlichen, nicht um eine Wahrheit zu verbreiten, sondern eine Diskussion zu fördern, die dringend auch weiterhin erforderlich ist.” Ich verlinke dazu aus dem Grund, weil Wodarg an dieser Stelle vor einer bedenklichen Covid-19-Therapie warnt, die, wenn er Recht hat, eine beinhart rassistisch-selektive Wirkung hat. Selbstverständlich kann ich die medizinische Plausibilität seiner Darstellung weder stützen noch demontieren. Es wäre nur gut, wenn Fachmenschen, die das können, das zügig tun. Auch das kann Menschenleben retten.

Ein Kommentar

  1. Norbert Mülleneisen

    Glucose 6Phosphat Dehydrogenasemangel? Und das wäre den Kollegen in Batimore nicht auch schon aufgefallen? Für wie blöd hält Wodrag die Ärzte dieser Welt? Nur er hat es herausgefunden, er ist der Medical Detective! Dr House lässt grüßen. Jungs, es gibt noch mehr Ärzte in Deutschland die in den USA eine Ausbildung erhalten haben. Bitte fragt die Ärzte in Deutschland die Kurve Patienten behandeln und nicht ein dass wir die Politiker der lange nicht mehr einen Patienten angefasst hat.
    Zur Sensitivität der Tests frag bitte ein Labormediziner und nicht einen ehemaligen Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes. Guter Journalismus zeichnet sich dadurch aus dass man die Quellen überprüft! Ungeprüft solche Nachrichten zu verbreiten ist schlechter Journalismus und nicht offener wissenschaftlicher Diskurs. Wodrag Stellt eine Hypothese auf. Womit belegt er sie? Er macht keine Studien! Warum wird in der Wissenschaft nicht ernst genommen? Weil er nicht anschlussfähig ist! Du musst schon die veröffentlichte medizinische Literatur kennen und sich auf sie beziehen und dann mit neuen Fakten und beweisen kommen. Sonst kann man auch wie Donald Trump Desinfektionsmittel spritzen.

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