Corona-Blamagen – deutsche Linke auch nicht besser
mit Update nachmittags
Was im österreichischen Profifussball los ist, toppt qualitativ alles, was hierzulande erwart- und berechenbar abgespielt wird. Im Ergebnis heisst das: die Meisterschaft wird politisch entschieden. Und Überraschung: Meister wird der gleiche wie immer.
Doch es gibt auch ernsthafteres Diskussionsmaterial, bei telepolis.
Andrea Seliger zieht eine Zwischenbilanz der Lage in Schweden.
Thomas Pany wirft ein Schlaglicht auf die Lage in den USA – sie hat zumindest das Potenzial, das der Schwarzen, um Donald Trump seine Wiederwahl zu verhageln.
Andreas von Westphalen analysiert, wie die US-Techkonzerne die Krise als Fenster der Gelegenheit zu nutzen versuchen, das Bildungssystem unter sich aufzuteilen, mit Hilfe demokratischer Spitzenpolitiker – und dabei glücklicherweise auf Widerstand stossen.
Solcherart kompetenten linken Widerstand muss mann hierzulande leider mit der Lupe suchen. Meine eigenen Beobachtungen, Blickwinkel, und der politische Gestus sie zu beschreiben, unterscheiden sich zwar von denen Wolf Wetzels. In seiner Kernthese muss ich ihm aber leider rechtgeben: linke und/oder grüne Oppositionspolitik in Deutschland hat ein katastrophales Qualitätsproblem, das von Zielsetzung über Analyse bis zu Strategie und Aktionen reicht. Es mangelt an allem.
Update nachmittags: der gleiche Autor Wetzel erinnert bei den nachdenkseiten an das rassistische Attentat von Solingen am 29.5.1993. Das hier von ihm publizierte Detail war mir nicht erinnerlich, obwohl ich damals u.a. auch beruflich bedingt, selbst an Aufklärungsbemühungen politisch beteiligt war. Nach allem, was ich damals mitbekam, waren dem damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau so viele Zusammenhänge bekannt, dass er zum Rücktritt entschlossen war, und von seinem politischen Umfeld nur mit Mühe daran gehindert wurde. Zu diesem politischen Umfeld gehörte u.a. der spätere zeitweilige Mitherausgeber der nachdenkseiten Wolfgang Lieb, dessen späteres Ausscheiden diesem Onlinemagazin nicht gut getan hat.

Nicht entlohnte Wertschöpfung

Jacobin liefert heute mit einem Text von Evan Malmgren die Beschreibung, wie wir Internetnutzer*innen in den Sklavenstatus unbezahlter Datenförderung zurückversetzt werden. Der darauf hoffentlich folgende Emanzipationskampf der Menschheit ist leider über einen embrionalen Status noch nicht hinausgekommen. Was nicht ist, kann aber noch werden.