Die Facebook-Lektor*inn*en von Correctiv und die noch weniger transparenten linken Kolleg*inn*en von German Foreign Policy (GFP) liefern sich einen Kleinkrieg um die Wahrheit, über den Gerrit Hoekman/Junge Welt mit erkennbaren Sympathien für GFP berichtet. Für Correctiv war der Facebook-Deal natürlich ausserordentlich lukrativ und entpuppte sich gewiss als wichtiges Fundament des eigenen Geschäftsmodells. Der Streit macht auf mich dagegen einen kleinkariert-zänkischen Eindruck. Im Kern ist es vor allem Nebel, der um Fakenws und Wahrheit verbreitet wird, Pulverdampf zwischen kleinen und (sehr) grossen Konkurrenten. Von eigener Wahrheitssuche entlastet Sie und mich niemand von denen.
Grün-Rot-Rot
Katja Kipping, Parteivorsitzende der Linken, antwortet auf Albrecht von Luckes Abgesang auf Grün-Rot-Rot. Lange Zeit habe ich sie für eine der wenigen vernünftigen Menschen in ihrer Partei gehalten. Der stark emotionalisierte Streit mit Frau Wagenknecht, an dem nicht wenige anheizende Männer mitgewirkt haben, hat sich auf Kippings Gemütszustand und Klarsicht nach meinem Eindruck nicht positiv ausgewirkt. Was sie in diesem Text vorbringt, ist im Grossen und Ganzen vernünftig, aber in der Klärung zu klärender Fragen unzureichend.
So benennt sie z.B. gesellschaftlich positiv wirkende Kräfte, lässt aber offen, wie diese Bündnisse weiterentwickelt werden sollten und könnten. Hat ihre Partei dazu überhaupt Ideen und Vorstellungen? Wäre mir neu.
Die Führungsfrage für Grün-Rot-Rot lässt sie absichtsvoll offen. Sie muss aber beantwortet werden. Wofür sollen die Menschen denn bei der Wahl mobilisiert werden? Für mögliche Sieger*innen ist glaubwürdige Einheit von Inhalten, Programmen und Personen eine notwendige Bedingung. Um hinreichend zu werden, wäre darüber hinaus eine funktionierende und effektive Arbeitsteilung erforderlich. Dass Kipping ihre Partei dabei als “kämpferischsten” Teil definiert – an der Stelle musste ich sehr schmunzeln.
Das Loch für Amthor
Zum Schluss noch Sascha Lobo/Sp-on zu Amthor, und was sein interessantester Teil ist, zu “Augustus Intelligence”. Ich halte immer noch die Vermutung für die wahrscheinlichste, dass es sich um ein pures intrigantes Windei handelt, als was sich ja ihre vorgezeigten deutschen Figuren (Guttenberg, Maaßen etc.) längst erwiesen haben. Wie schon mehrfach erwähnt: “Intelligence” ist im Englischen ein Synonym für Geheimdienste; im Deutschen funktioniert es nicht als Synonym, sondern eher als sein Gegenteil. Und das ist das Loch, in dass sie den Amthor gerade fallenlassen.