RealitÀtsblinde Realos
Unsere Republik durchzieht eine zweite Welle. Es ist nicht das Virus, das war schon da und bleibt, sondern eine zweite Panikwelle von Politik und BĂŒrokratie. Sie sind völlig ĂŒberrascht vom Einbruch des Herbstes, und der Tatsache, dass der mĂ€chtigste Mann der Welt immer noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 erfunden hat. Und auch sonst keine*r. Wer konnte schon damit rechnen?
Heute mittag hörte ich im WDR5-Mittagsecho einen vernĂŒnftigen Arzt, der sich Ă€hnlich wie ich ĂŒber diese Panik Ă€rgerte. Der WDR bietet leider kein Online-Archiv, in dem ich das GesprĂ€ch wiederfinde. Ist nicht schwer, der DLF kann das. Aber das WDR5-Mittagsecho soll ja sowieso abgeschafft werden.
Es gibt noch andere Quellen der Vernunft. Ich empfehle weiter die munter diskutierenden Autoren von telepolis, heute z.B.:
Timo Rieg: Elementare Defizite der Berichterstattung
Peter Nowak: Zweite Welle oder Dauerwelle?
Berthold Seliger: Von Konzertveranstaltern und SchweinezĂŒchtern (Ă€hnlicher Tenor gestern in den WDR-Mitternachtsspitzen)
abseits von Corona ausserdem die unbeachteten Themen, z.B.:
Bernd Murwaski: Nawalnys Ärzte lĂŒgen nicht (Hypothese: sowohl die Putin-Regierung als auch die Bundesregierung haben sich mglw. hinter die Fichte fĂŒhren lassen)
Frank Stier: Konvolut der Scham oder linksliberalgrĂŒne Verschwörung, zum von deutschen Medien aber nicht dem EU-Parlament weitgehend ignorierten Bulgarien.
Highlight des Tages: Storz zu realitÀtsleugnenden Realos
Der von mir sehr geschĂ€tzte Wolfgang Storz/bruchstuecke.info gibt den erfolgsverwöhnten GrĂŒnen ordentlich einen mit, und gibt meinem eigenen Unbehagen eine Stimme. Seine Abrechnung ist hĂ€rter und strenger, als die gestern von mir benannte von Konicz/telepolis. Er weist mich als nicht-Zeit-Leser ausserdem auf einen gelungenen Essay unseres alten Bekannten Bernd Ulrich hin – was ich ĂŒber den alles erinnere, wĂŒrde hier jetzt zu weit und vom Thema wegfĂŒhren.
Ulrichs Text ist schon mehrere Monate alt. Ich habe nicht das GefĂŒhl gewonnen, dass den in Hauptstadtberlin jemand GrĂŒnes gelesen hat. So vergeblich kann guter Journalismus sein. Mann bekommt Mitleid mit seinen alten Intimfeinden …