Wundersame Bahn LVII
In welcher Zeit lebt unsere Region? Wenn es nach dem Willen der NRW-Landesregierung und ihres Landesbetriebs Strassen.NRW geht, ist die Zeit im 20., dem Auto-Jahrhundert stehengeblieben. So wie die Leverkusener Br├╝cke, ein Baudesaster, das sich mit der Hamburger Philharmonie oder dem Berliner Flughafen (bald) messen kann. Wird daraus gelernt? Nein, bloss nicht!
Stattdessen noch so ein Ding: im S├╝den von K├Âln soll noch so eine hin. Ich pers├Ânlich bin nicht grunds├Ątzlich gegen Br├╝ckenbau. In Bonn wollen viele eine Fussg├Ąnger*innen- und Radfahrbr├╝cke dazu haben. Bin ich nicht dagegen. Obwohl es mir pers├Ânlich schon ausreichen w├╝rde, wenn die Autos von der Kennedybr├╝cke genommen w├╝rden; w├Ąre um einiges billiger. Aber gut, wenn nach dem Virus das Geld von Olaf Scholz ├╝berbracht wird, werde ich keinen Widerstand leisten.
Br├╝cke oder Autobahnmonster?
Dass aber im S├╝den von K├Âln eine Autobahnbr├╝cke gebaut werden soll, deren Zubringer es an Ungeheuerlichkeit mit dem Bonner Desaster “Tausendf├╝ssler” spielend aufnehmen, in der Gigantomanie noch weit ├╝bertreffen w├╝rden, das ist so irre, dass mann alle Baumbesetzer*innen, die gerade in Hessen rebellieren, auf die rheinischen Getreide├Ącker einladen m├Âchte.
Eine Br├╝cke, ok. Eine f├╝r Fahrr├Ąder und Bahnen (DB und/oder Stadtbahn, am besten beides, und gerne auch G├╝terz├╝ge mit Flughafenanbindung), Netzwirkung ist das A und O der Mobilit├Ątsentwicklung – genau das wurde von Strassen NRW alles ausgelassen. Im Rechtsrheinischen mangelt es nicht an autogerechtem Asphalt, sondern einer Rheinuferbahn, vergleichbar der rechtsrheinischen 16. Sie braucht eine Br├╝cke ├╝ber die Sieg, und selbstverst├Ąndlich w├╝rde eine Rheinbr├╝cke das Netz in unserer Region radikal verbessern. Aber bei der Landesregierung und ihrem Strassenbetrieb k├Ânnen sie nur in Blechkisten denken, Kinder von Bertha Benz. Wer so alt denkt, sollte schnell in den Ruhestand.
Zukunft sieht anders aus
Die Zukunft liegt bei den alten Pufferk├╝ssern, vermutlich ├Ąltere weisse M├Ąnner, als die Autobahns├╝chtigen. Rentner werden heute so alt, dass sie sogar eine Eisenbahnstrecke wiederbeleben k├Ânnen, und nicht, wie es vielleicht die olle FDP und die rechte Junge Union gerne h├Ątten, vorher totgehen. So fahren sie jetzt wieder zwischen D├╝ren und Euskirchen, und wollen eine durchgehende Verbindung von Bonn nach Aachen. Ist das nicht nett? Jedenfalls ist es die Zukunft.
PS: Es ist zu lesen, dass die Deutsche Bahn ├╝ber die abgesunkene Auslastung ihrer Fernz├╝ge klagt. Da habe ich die L├Âsung: Fernz├╝ge f├╝r Pendler*innen freigeben! Wenn beim missratenen “Takt” zwischen Bonn und K├Âln (.33, .53, .03 und dann eine halbe Stunde nichts) der erste Zug ausf├Ąllt oder sich unm├Ąssig versp├Ątet, wie gestern zur Rushhour, ist an “Abstandsgebot” nicht mehr zu denken. Der ICE, der in der Zwischenzeit fuhr (.46), sah recht hohl aus.