Pünktlich zum Anstieg der Infektionszahlen ist in der Fußball-Bundesliga die alte langweilige Ordnung wieder hergestellt. Die Tabelle ist nach Umsatz sortiert – ausser wie immer der sportliche Ausreisser Borussia Mönchengladbach. Sie können heute aufhören, und den Kindern ein Vorbild geben, wie das Virus zu bekämpfen ist. Das Spiel des FC Köln gegen den Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum hat augenfällig gemacht, dass diese Art von Gespensterfussball überflüssig ist. Braucht kein Mensch.
Den Kölnern gelang in der 82. Minute ein Anschlusstreffer zum 1.2. Im Normalfall hätten 45.000 von sich selbst besoffene Fans sie als “12. Mann” antreiben können, um noch den Ausgleich zu schaffen. Es wäre ein leiser Duft von Spannung entstanden. Die Fans wären stolz gewesen, was sie geleistet haben. So war echter Fußball.
Was stattdessen läuft ist eine Simulation für das zirkulationsbedürftige Kapital. Wenn das Kapital auf Menschen hören würde, wüsste es, was das kleine Einmaleins des Entertainment besagt: Du sollst nicht langweilen!