Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist mit der herrschenden Coronapolitik weitgehend einverstanden, immer noch. Die gestrigen Impfstoffmeldungen, in erster Linie Unternehmenswerbung, sollen von Seiten von Politik und Medien dazu dienen, die Unterstützung bei der Stange zu halten, mit der Verheissung, dass ein Ende absehbar sei. Wenn Sie das glauben, sollten Sie auch das Kleingedruckte lesen. In einem Punkt gibt es jetzt schon Opposition: die Schliessung von Restaurants lehnt eine 57:39-Mehrheit ab (ARD-Deutschlandtrend). Das können nicht nur die Gastronom*inn*en selbst sein, die da eine “Extrawurst” verlangen.
Das Ausmass einer Tragödie nimmt der gleiche Sachverhalt in Italien an (Audio 4 min). Anders als in Deutschland ist Essen und Trinken dort nicht Nahrungsaufnahme, sondern Kultur. Kultur ist das, was den Menschen zum Menschen macht, und täte unserem Land so gut wie Italien, mit oder ohne ministerielle Wurst (Audio 9 min). Es muss viel gerettet werden derzeit.
Wenn Sie also die Zeit und die Mittel haben, besuchen Sie die Gastronom*inn*en Ihres Vertrauens jetzt nicht seltener, sondern häufiger, und holen sich Ihre Lieblingsgerichte ab (ein bisschen Bewegung soll gesund sein). Vergessen Sie nicht, einen guten Wein dazu zu kaufen, denn Ihr Wirt verdient (in Deutschland) am Essen fast nichts; seine Profitrate erzielt er mit dem Getränkeverkauf.
Achten Sie beim Essen zuhause darauf, dass Sie nicht alles zu schnell herunterschlingen. Nehmen Sie eine Vorspeise, meinetwegen auch einen Apfel o. ähnl. Entscheidend ist, dass Sie nicht schneller als in 20 Minuten essen. Sonst merkt Ihr Körper gar nicht, dass er satt ist – er braucht diese 20 Minuten vom Beginn der Nahrungsaufnahmevorgangs.
Wenn Sie einen wirksamen Appetitzügler brauchen, dann lesen oder hören Sie vorher (oder zwischendrin), was Alois Berger/DLF-Kultur über multiresistente Keime in der Landwirtschaft herausgefunden hat. Diese Keime waren schon vor dem Coronavirus eine besonders häufige Todesursache, und werden ihre Position besonders in Deutschland in Zukunft noch ausbauen – dafür sorgt schon die Agrarindustriepolitik unserer Bundesregierung, vertreten durch eine ehemalige Weinkönigin. Ich glaube, die ehrenwerten rheinland-pfälzischen Winzer*innen mit ihren tollen Weinen schämen sich schon lange für die.