Ist Michael Maier ein Irrer? Ich weiss es nicht, weil ich ihn nie persönlich kennengelernt habe. Mein Hinweis auf seinen Bericht aus dem Wirecard-Untersuchungsausschuss, der ja nicht geheim sondern öffentlich tagte, findet anscheinend recht grosses Leser*innen*interesse, obwohl doch nichts daran im journalistischen Sinne exklusiv ist. Maier ist ungefähr so alt wie ich, hat aber schon ein a.o. wildes Journalistenleben gelebt. Als Leser profitiere ich von dem, was er tut. Heute mit seinem Interview mit Stephan Suschke, einem Theatermacher, der mit Heiner Müller zusammengearbeitet hat, und eine Menge von Bertolt Brecht versteht.
Suschke gelingt der intellektuelle Balanceakt zwischen spinnenden Sekten und Systemapologet*inn*en, den in der was-mit-Medien-Branche nur so wenige beherrschen. Ich kannte ihn nicht, wg. fehlender DDR-Geschichte und mangelhafter Theaterkenntnis. Nach den gestrigen 3sat-Wiederholungen zur Dreigroschenoper ein willkommenes Sahnehäubchen zum Mitdenken.
Zweifel für Genuss
Wie wichtig der Zweifel für die Lebensqualität ist, das demonstriert aktuell die Bordeauxweinlobby, Wenn ich dann heute im FAZ-Finanzressort, selbstverständlich hinter Paywall, noch lese: “Mehr als ein gutes Tröpfchen : So lässt sich an gutem Wein kräftig verdienen – Wer den richtigen Riecher hat, kann durchaus mit teuren Weinen Geld verdienen. Aber Vorsicht: Ohne Fachwissen geht in dieser Anlageklasse nichts.” – dann wird mir schlecht. Wie schön, dass es so zahlreiche und weit preiswertere Alternativen gibt: ich trinke z.Z. den hier von diesem Kloster-Weingut im Libanon und lasse dafür im Momo 14 €. Nach jedem Schluck bereue ich nichts. Ist das nicht herrlisch?
Olympiakelch bleibt uns erspart
Wieviel Schwein wir in NRW damit gehabt haben, dass die Gierhälse-Schnapsidee Olympische Spiele für 2032 an uns vorübergegangen ist, das können Sie in dieser taz-Reportage von Adéle Cailleteau aus Paris erfahren. Die erleiden das nämlich in Kürze (2024).