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Klaus Müller wird wieder Bonner

Bei Grünen Personalien kommt nur selten Freude auf
Am unerfreulichsten ist, dass vermutlich nur die Grünen es schaffen, schon mit einem Betrag von 1.500 € das Medienkarussell zum Durchdrehen zu bringen. Pascal Beuckers/taz Kritik ist einerseits zutreffend und gut beobachtet. Der Autor weiss besonders gut, worüber er schriftlich sinniert. Darum ist es andererseits wohlfeil, jedenfalls bei der taz kaum besser. Wer als Freie/r für diese Redaktion schreibt, hat mit den Redakteur*inn*en mehr Stress als mit dem Recherchieren und Schreiben, und macht es also nicht für das lächerliche bisschen Geld, dass sie*er dafür bekommt.
Eine ganz andere grüne Personalie ist die selbstständige Klimaschutz-Unternehmerin Luisa Neubauer, in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. Sie hat bei der Bundestagswahl auf die Chance bewusst verzichtet, eine Abgeordneten-Karriere zu starten. So kann sie frei, kritisch und öffentlich zuspitzend reden, gut so. Ich vermisse bei ihrer Kritik den aussenpolitischen Blick. Fridays For Future ist keine deutsche, sondern eine globale Bewegung, internationale Vernetzung ihr also nicht fremd, sondern eigen. Da die Bundesregierung es versäumt, sollten solche Bewegungen Vorschläge machen, wie die sog. “internationale Gemeinschaft” die kurze zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll nutzen soll. Dafür müssen den hierzulande dämonisierten China und Russland Angebote gemacht werden, die sie nicht ablehnen können. Wo sollen solche Ideen herkommen, wenn nicht aus der Klimaschutzbewegung?
Ein pragmatischer aber zielbewusster Partner könnte dabei ein ehemaliger Bonner Grüner sein, der, seit ich ihn als 19-jährigen Zivi bei einer Kreismitgliederversammlung kennenlernte, karrierestrategisch durchgestartet ist, und in Kürze als Chef der Bundesnetzagentur wieder ein Bonner Büro beziehen soll. Dass es dazu vorher publizistische Querschüsse gibt, ehrt ihn. Es wäre eher schlecht, wenn er in dieser Funktion von niemand gefürchtet würde. Ein wichtiger Kerl für die staatliche Daseinsvorsorge.
Ich kenne viele Grüne, die ihn einen Karrieristen schimpfen. Vielleicht ist er das, es ist keine Sünde. Entscheidend ist, was er dabei tut, und wie er sich selbst dabei entwickelt. Nach meiner persönlichen Wahrnehmung ist er der angenehm intellektuelle Kerl geblieben, der er als Zivi war. Es war die erste MV der Bonner Grünen, nachdem sie 1990 aus dem Bundestag geflogen waren. Alle waren am Heulen und Greinen über die Ungerechtigkeit der Welt da draussen. Er nicht; er sprach mehrere zusammenhängende Sätze unfallfrei hintereinander. Das hat mir sehr gefallen.
Die Welt da draussen
Zu viele Bauchnabelthemen? Wenn Sie das denken, haben Sie recht. Warum passiert uns das so oft? Weil die alten hiesigen Medien immer billiger und schlechter werden. Sogar hier, wo sie sich das Gegenteil vorgenommen hatten. It’s the economy, stupid! Im DLF sprachen sie heute vormittag über mögliche Alternativen, natürlich ohne Ergebnis. Demokratische politische Anstrengungen in diesem Bereich sind mir nicht bekannt. Eine Leerstelle.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

Ein Kommentar

  1. Helmut Lorscheid

    ich habe Klaus Müller gratuliert und freue mich, dass er nach Bonn zurück kommt. Er hat als Verbraucherschützer gute Arbeit geleistet

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