Roland Appel schreibt heftig gegen Düsternis und Medienbellizismus an. Er hört ja nicht auf mich. Gegen meinen fachmännischen Rat zieht er sich eine Talkshow nach der anderen rein. Wäre ich sein Arzt, würde ich ihm das verbieten. Als Blogherausgeber bin ich ihm sehr dankbar. Denn ich bin abstinent. Meine Quellen sind andere. Sie sind gesünder, sie machen bessere Stimmung, stärken damit mein Immunsystem. Und aufklärererischer sind sie auch.

Ich habe das Wort “Büttenwarder” bis hierhin nicht verwendet, damit Sie ausnahmsweise mal weiterlesen. Jetzt passen Sie mal auf. Schauen Sie mal hier in der Tagesschau von gestern die Körpersprache des Herrn Michel und der Frau von der Leyen von der EU an. Und vor allem, was die für ein Gesicht machen. Der Herr Xi Jinping macht immer das gleiche Gesicht. So verliert er es nicht.

Politisch sind die genannten EU-Personen entschlossen, die EU an der Seite der USA gegen China in den Kampf für das Gute gegen das Böse zu schicken. Bedauerlicherweise fällt ihnen dazu immer nur Aufrüstung ein. “Der Chinese” dagegen hat auf ökonomische Strategie umgerüstet, eilt damit von Erfolg zu Erfolg, und macht den USA Platz 1 streitig. Was machen die USA? Noch mehr Militär. Unproduktiv. Eine Konfrontation auf diesem Feld und in dieser Liga führt zwingend zum Weltuntergang für die menschliche Lebensform. Eine Gewinneroption ist das nicht. Wenn in dem Gesicht des Herrn Jinping überhaupt irgendwas abzulesen ist, dann, wie unendlich ihn so viel Blödheit nervt und Zeit kostet.

Wenn Sie dagegen die Gesichter von Michel und von der Leyen lesen, dann sehen Sie da vor allem Ideen- und Ratlosigkeit, strategische Verzweiflung.

So, und jetzt die Auflösung. Das war alles absehbar. Vor 16 Jahren war die Erstaufführung von “Der Staatsbesuch” (Video 25 min). Büttenwarder wurde von einer chinesischen Delegation besucht. Die Schwiegertochter des Bürgermeisters dolmetschte für sie, und bugsierte sie zielsicher aus dem Kaff Hamburg in diese norddeutsche Metropole. In diesem Fall keine Politdokumentation, sondern ein kleines Spielfilmchen des norddeutschen Neorealismus. Jan Fedder – selig – und Peter Heinrich Brix machen – ganz hochklassige Schauspieler – als Kurt Brakelmann und Adsche Tönnsen Gesichter, wie Uschi von der Leyen und Charles Michel in der Tagesschau. Vergleichen Sie mal!

15 Jahre nix dazugelernt. Das sind die Spätfolgen des Neokolonialismus in Europa. Herr Jinping weiss das. Es nervt wirklich furchtbar.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net