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Opposition machen jetzt Fussball-“Ultras”

Die politische Linke in Deutschland und Europa hat sich weitgehend selbst zerlegt. Niemand weiss – ich jedenfalls nicht – was nach ihr kommen wird. Das Potenzial wird eher grösser. Politische Kunst wäre es, dies nicht kampflos dem superfinanzierten und hochorganisierten Faschismus zu überlassen. Das jedenfalls haben die deutschen Fussballultras begriffen. Und ich würde behaupten: das Lebenswerk von Extradienst-Autor Dieter Bott findet hier eine späte Erfüllung.

Beispielhaft gestern die koordinierte Aktion der Fans aus Dortmund und Freiburg. Für den BVB-Mittelstürmer war sie vielleicht etwas zu anspruchsvoll. Aber wenn wir berücksichtigen, dass dort vormals ein Trump-Fan spielte, ist auch auf dieser schwierigen Position der Fortschritt unaufhaltsam.

Bemerkenswert, wie gut die Ultras sich informiert haben. Ich könnte strunzen, sie müssen wohl Extradienst gelesen haben. Haben Sie sicher nicht. Aber 5-Minuten-Recherchen schaffen die auch. Im Gegensatz zu Deutschlands DFL-hörigen Fussballmedien. Das ist leider keine “Verschwörungstheorie”. Wer DFL-Fussball zeigen will, unterschreibt mehrere hundert Seiten dicke nichtöffentliche Verträge, gibt seine “Pressefreiheit” weitgehend auf. Und zahlt auch noch unbegrenzte Haufen Geld dafür.

Darum ist es so zielsicher, mit dieser absolut gewaltfreien und unkriminellen Tennisbälleaktion, die niemandem wehtut und keine Sache beschädigt, zielsicher die TV-Inszenierung zu stören. Ja, die Fans in der TV-Kneipe fühlen sich belästigt. Wie gestern bei der Bildstörung, als der übertragende Oligarchensender das 1:0 verpasste. Sie müssen sich einige Minuten mit den Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe unterhalten. Das ist im Zeitalter der Digitalisierung gesellschaftlicher=sozialer Fortschritt.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

2 Kommentare

  1. Manni Breuckmann

    Sehr schön auch die Kamelle in Leverkusen („Bei uns habt ihr nix zu kamelle.“) Bleibt die Sinnfrage. Soll was erreicht werden? Oder geht es nur um den Spass am Sand-ins-Getriebe-Werfen? Die grosse Mehrheit ist extrem genervt. Befördert das noch zwingend die Wiederholung der Abstimmung über einen Investor? Oder will ich nur dem System die Maske vom Gesicht reissen? Damit sein repressiver Charakter sichtbar wird ? Wenn das das Ziel ist, ruhig weiter so. Als Nächstes kommt dann nämlich ein Zuschauer- (Teil-) Ausschluss.

    • Martin Böttger

      Ein realistisches Ziel ist: offene (Hannover 96/Kind) Neuabstimmung – und erneutes Verfehlen der notwendigen 2/3 Mehrheit. Ich wüsste eine schlaue Gegenstrategie der DFL: institutionalisierte Mitbestimmung für die Stadionfans. Denn das würde die vielleicht spalten, und den Keil in die andere Richtung treiben. Aber wo ist heute noch strategische Intelligenz?

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