FAZ-Redakteur Dennis Kremer hat einen Narren an dem Spekulanten Nate Anderson (“Hindenburg Research”) gefressen, und wirft dem angehenden Frührentner (40) einen Heldennachruf (Paywall) hinterher. Angeblich hat der Kerl seine Firma stillgelegt, und seine 11 Mitarbeiter*innen alle woanders untergebracht. Meine Vermutung: “seine”, und vielleicht auch andere Regierungen, hat ihm vielleicht über einen ihrer zahlreichen “Dienste” ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte.

Denn laut Kremer hat er sich nach Bali verpisst, von wo er auf Youtube ein langes Partyvideo als Abschiedsgruss gesendet habe.

Der Mr. Anderson war Shortseller. Das sind die, die an der Börse auf fallende Kurse spekulieren. Und für solche fallenden Kurse war Mr. Anderson publizistisch emsig aktiv. Solcherart Interessenkollisionen möhgen moralisch widerlich sein. Aber “die Börsen” und “den Finanzmarkt” interessiert sowas naturgemäss nicht (und in der FAZ. nur die Missionare im Politikressort und im Feuilleton; im Finanzressort regieren die Fakten).

Der geopolisch spektakulärste Fall war, wie der Mr. Anderson mit seinem “Hindenburg”-Werkzeug den bis dahin “drittreichsten Mann der Welt” Gautam Adani, einen sehr speziellen Freund des hindufaschistischen indischen Regenten Narendra Modi, in der Tabelle der Superreichen ein paar Plätze nach unten drängte. Hier und hier habe ich vor zwei Jahren darüber berichtet.

Wer da nun mit wem telefoniert hat – Biden mit Modi? Trump mit Modi? Adani mit Bezos? Oder Musk? – ist das wichtig? It’s the economy, stupid!

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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