Wundersame Bahn CCXXXIX plus wundersame Gastronomie
Der Beschwerdehäufigkeit helfe ich hier gerne nach. Dass Lärm krank macht, weiss sogar jede Krankenkasse. Er muss nicht immer zwingend laut sein. Es genügt schon, wenn aus einem Lärmteppich, den z.B. öffentliche Musik auslegt, ein irritierender Störton herausragt. Das kann künstlerische Absicht sein – ist es aber in 110% aller Fälle nicht. Gestern fiepte ein abgeschlossenes E-Fahrrad wie eine Alarmanlage, weil ich mein eigenes direkt daneben (und ohne E) ausparkte. Das ist definitiv schlecht für mein Herz.
Dass die meisten Menschen sich an ihr Handy geklebt haben, ist gewiss ein schlimmes Schicksal, aber selbstgewählt. Ich habe es meistens garnicht dabei, und geniesse das als besonderen Luxus. Mit den genannten Menschen habe ich Mitleid. Aber sie belästigen mich nicht. Auch dass sie da reinsprechen, irritiert mich nicht (mehr). In meiner Kindheit dachten die Leute, Leute, die Selbstgespräche führten, gehörten in die “Klapse”. Heute ist das normal. So ändern sich die Zeiten. Und sprechende Menschen sind sicherlich weniger irritierend als schweigende.
Video-Interviews vs. Studioqualität = Qualitätsabsenkung
Anders ist es mit den Geräuschen, die ihre Geräte ausstossen. Es ist bereits eine merkbare Qualitätssenkung, wenn im Radio oder in der Glotze “Video-Interviews” versendet werden. Es gab gute Gründe für die Erfindung des Studios. Und für Sprechausbildung. Beides ist sogar im professionellen Medienbetrieb fast verschwunden. Wie der handwerklich ernsthafte Journalismus. Das verknüpft und verstärkt sich negativ – zum Schaden der Überreste an Demokratie.
Alles zuende ist für mich, wenn die Smartphone-Abhängigen ihre Kopfhörer ab- und ihre Gerätelautsprecher aufdrehen, gerne auch mit KI-generierten Stimmen. Noch lieber mit den lieben Verwandten. In diesen Fällen bin ich für sofortigen Platzverweis – in öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso wie in allen Arten von Gaststätten.
In seltenen Fällen habe ich in Restaurants versucht, selbst in ausgesucht freundlichem und bittendem Ton tätig zu werden. In den wenigen Fällen wurde ich angepampt, als hätte ich eine Unverschämtheit begangen. Darum genügt das, was der WDR hier berichtet, nicht. Es zeugt von Denk- und Handlungsfaulheit jener, die über das Hausrecht verfügen – und dazu keine Lust haben. Typisch deutsch, wie aus dem gleichen Bericht hervorgeht. Woanders is auch scheisse. Aber in diesem Fall besser.

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