Mann gönnt sich ja sonst nichts … Schon seit Jahren ist mein Eindruck beim Konsum von Bild und Ton des US-Präsidenten in elektrischen Medien (bei aller Diät), dass er jeden Moment tot umfallen könnte. Vielleicht nagt es auch schon in ihm selbst? Ich weiss, wovon ich schreibe, nachdem ich vor gut einem halben Jahr einen Herzinfarkt überlebt habe. Zu gönnen ist es ihm. Doch was dann?
Wer intellektuell nur mit den einfachsten Basiselementen materialistischer politischer Analyse vertraut ist, eine Fähigkeit die in der hiesigen Medienöffentlichkeit weitgehend ausstirbt, weiss: es kann immer noch schlimmer kommen.
Das illustriert dieser Beitrag von Clarence Lusane/TomDispatch/overton: “Genauso gefährlich: Vance und die Wahl 2028 – Donald Trump könnte natürlich trotz der US-Verfassung der republikanische Präsidentschaftskandidat für 2028 sein. Obwohl in der 22. Verfassungsänderung klar festgelegt ist, dass ‘niemand mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden darf’, könnte es durchaus eine Mehrheitsentscheidung des Obersten Gerichtshofs sein, die darüber entscheidet, ob dies für Trump gilt.”
Wer sich schon mal mit der Figur J.D. Vance beschäftigt hat, weiss, was den USA und der Welt blüht.
Meine Schadenfreude wird daraus gespeist, dass diese gemeingefährlichen Säcke sich gegenseitig hassen, wie die (tödliche!) Pest. Es macht keinen Spass, unter diesen Umständen Macht auszuüben, so sehr mann auch versucht das zu kompensieren. Es macht krank und bringt einen irgendwann um. Das ist in Washington so wie in Berlin, von wo der Spiegel in seiner Paywall die aktuellen Intrigen innerhalb der CDU zusammenfasst (der “Andenpakt”, den Merkel so virtuos in Schach gehalten und kaltgestellt hat, lebt).
Subjektiv ist es so, dass das, was da beschrieben wird, den Betroffenen zu gönnen ist. Sie haben es nicht anders verdient. Es trifft die Richtigen.
Desillusionierend ist, das es nicht durch politisches Handeln irgendeiner Opposition bewirkt wird, sondern ein logischer Prozess innerer Zersetzung der politisch organisierten Menschenfeindlichkeit ist.
“Unser” Problem ist: es führt bei den Betroffenen nicht zu irgendeiner Einsicht, sondern zu weiterer Radikalisierung. Sie glauben, sie müssten nur umso doller weitermachen, um Erfolg und Befriedigung zu finden. Das heisst: die Gefahr wächst.
Zuspitzung zur WM
Sofern er bis dahin überlebt, wird Trump versuchen, die Fussball-WM (der Herren) im Sommer als Krönungsmesse seiner selbst zu inszenieren, um das Blatt zu den Midterm-Elections Anfang November zu seinen eigenen Gunsten zu wenden. Das wird weit spannender als die sportlichen Leistungen in den überhitzten bzw. teuer klimatisierten Stadien. Wer davon was sehen will, muss tagsüber schlafen und nachts gucken.
Denkbar ist, dass die zahlenden und steuernden Hintersassen des orangehaarigen Avatars zu der Einschätzung kommen, dass das aussichtslos, und deswegen ein Personalwechsel an der Spitze erforderlich ist. Das ist die eigentliche Lebensgefahr für den alten menschenhassenden weissen Mann.
Wie wird sich Gianni Infantino in seiner Wohnung in Trumps Enddarm verhalten? Wird er ihn vor einem Sturz von der Ehrentribüne eigenhändig schützen? Oder wird er von Peter Thiel und J.D. Vance dazu bestochen, das Gegenteil zu tun? Alles eine Frage des Preises.
Die Spannung steigt.

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