Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Esther Menhard - netzpolitik (Seite 1 von 63)

Neue Abhängigkeiten

Für 250 Millionen Euro: Bund schafft neue Abhängigkeiten von IT-Konzernen

Für eine dreistellige Millionensumme sollen SAP und Telekom eine „KI-Cloud“ für die öffentliche Verwaltung bauen. Digitalminister Karsten Wildberger nennt das souverän. Unabhängig wird Deutschlands Verwaltung damit nicht, warnen Opposition und Fachleute. Weiterlesen

Die Stärken der liberalen Demokratien

Dieser Beitrag informiert Sie über in April und Mai 2026 im Demokratischen Salon veröffentlichten Texte (vollständiger Text über diesen Link). Ebenso finden Sie wie üblich weitere Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen sowie Empfehlungen für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert. Dieser Newsletter erscheint in Zeiten, in denen Politiker:innen (nicht nur in Deutschland) unbeliebter sind denn je und Streit offenbar als Charakterfehler gesehen wird. Ich halte es da eher mit Ronen Steinke, der in der Süddeutschen Zeitung schrieb: „Dass Friedrich Merz unbeliebt ist, ist kein Drama. Ganz im Gegenteil“, erst recht mit Michel Friedman, der einem seiner Bücher den treffenden Titel gab: „Streiten? Unbedingt!“.

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Elektrostaaten der Welt vereinigt Euch!?

Wie das Ende der Fossilen die Geopolitik verändert

Mit dem Angriff der USA auf den Iran erlebt die Welt die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Die letzte hatte 2022 Putins Überfall auf die Ukraine ausgelöst. Unübersehbar verschieben sich im Kampf um Energiedominanz die Gewichte globaler Politik. In der multipolaren Welt braucht Europa eine neue Geostrategie und neue Bündnispartner. Es muss auf Elektrifizierung und Erneuerbare setzen. Weiterlesen

Kapitel 16: Die Liturgie des Schweigens – 4’33” im Souterrain

 Clara saß an ihrem Schreibtisch, vor sich eine Schale mit den Überresten jener gelben Tulpen, die nun endgültig ihren Dienst getan hatten. Erik war gerade eingetroffen, den Kragen seines Mantels noch hochgeschlagen, und legte ein zerknittertes, silbernes Bonbonpapier auf die Tischplatte. Es war ein Fundstück vom Gehweg vor der Philharmonie – ein Symbol des „Attentats“, wie sie es nannten.

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Kapitel 15: Tulpen im Januar?

Das Neujahrskonzert in der Berliner Philharmonie war für Clara und Erik nicht bloß ein gesellschaftlicher Termin, sondern die Grundsteinlegung für das zweite Jahr ihrer gemeinsamen Zeitrechnung. Die Architektur des Saals, dieses „Weinberg“-Prinzip von Hans Scharoun, bot ihnen genau das, was sie suchten: die Möglichkeit, inmitten einer Menschenmenge vollkommen allein und doch verbunden zu sein. Sie saßen in Block B, nah genug am Geschehen, um die feinen Nuancen in den Gesichtern der Musiker zu lesen, aber distanziert genug, um das „Sie“ als schützende Hülle um ihren kleinen Raum der Resonanz zu wahren. Weiterlesen

Mehr KI – weniger Datenschutz

Digitalministerkonferenz: Wildberger will Datenschutz für KI-Einsatz in der Verwaltung schleifen

Der durchdigitalisierte Staat soll her und das möglichst schnell. Darin sind sich Bund und Länder nach der Digitalministerkonferenz einig. Um Tempo zu machen, wollen die zuständigen Minister:innen mehr sogenannte Künstliche Intelligenz und weniger Datenschutz.

Bürokratieabbau, Registermodernisierung, DeutschlandID: Auf diese Themen blickt Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) schon seit längerem mit der KI-Brille. Spätestens seit Mittwoch weiß er die Länder dabei hinter sich. Weiterlesen

Griff nach Gold

Das Buch “Griff nach Gold – Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft” wird am Do., 28. Mai um 19.30 h von den Autoren Carlo Gomes und Glenn Jäger im “Beueler Buchladen” vorgestellt. Im Folgenden die Vorveröffentlichung ihres Vorwortes, freundlicherweise von Autor Jäger zur Verfügung gestellt.

Vorab

Was gäben wir für ihre Trikots: José Leandro Andrade, José Leônidas da Silva, Just ›Justo‹ Fontaine oder Eusébio. Oder Zinedine Zidane. Weltstars zu ihrer Zeit, die der Geschichte der Fußball-WMs ihren Stempel aufdrückten. Der eine, mutmaßlicher Erfinder des Scherenschlags, führte Uruguay 1930 zum Titel. Die nächsten drei jeweils Torschützenkönig: 1938 sieben Treffer für Brasilien, 1958 unerreichte 13 für Frankreich, 1966 neun für Portugal. Und Zidane, Weltmeister von 1998, ist Zidane. Was diese Spieler noch an Geschichte mitbringen? Dafür mag ihre Herkunft stehen: Weiterlesen

Slopaganda-Krieg

Iran dominiert im Slopaganda-Krieg: Mit Legosteinen gegen das Weiße Haus

Der Iran gewinnt mit KI-generierten Lego-Clips etliche Schlachten gegen die Trump-Regierung – zumindest im Netz. Millionenfach geklickt, weltweit geteilt: Der iranische Propaganda-Erfolg basiert auf einem Prinzip, das längst ein eigenständiges Genre geworden ist. Weiterlesen

Fremde Autos

Degitalisierung

Lehrvideos über Gefahren im Straßenverkehr sind genauso notwendig wie der Versuch, immer sicherere Autos zu bauen. Digitale Risiken sind im Vergleich dazu noch mal besonders, denn sie haben eine weitere Risikokomponente. Verknüpft damit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Weiterlesen

„Haltet den Dieb“

Nach der Methode  wird der SPD alle Schuld an der Misere zugeschoben

Nach einem Jahr schwarz-roter Regierungskoalition ist die Stimmung sowohl unter den Regierenden als auch in der Bevölkerung auf einem Tiefpunkt. Nur noch 11 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind mit der Regierung zufrieden. Die Zustimmungswerte für die CDU gingen in der Sonntagsfrage seit dem Wahlergebnis im letzten Jahr von 28,5 Prozent auf 22 Prozent zurück und die SPD verliert gegenüber dem historisch schlechten Wert im Wahljahr 2025 nochmals mehr als 4 Prozentpunkte und sinkt auf den Status einer Splitterpartei von 12 Prozent. Die Regierungsparteien wären also bei einer Wahl heute von einer Parlamentsmehrheit weit entfernt. Die AfD liegt mit 27 Prozent vorn. In Sachsen-Anhalt kommt die AfD sogar auf 41 Prozent und könnte die absolute Mehrheit im dortigen Landtag schaffen. Weiterlesen

Kapitel 14: Die Ewigkeit im Augenblick

Ein Jahr später war der Berliner Januar von jener schneidenden, ungnädigen Kälte, die die Stadt wie in eine kristalline Starre versetzte. Doch für Clara und Erik hatte sich die Geografie ihres Lebens grundlegend verschoben. Das Archiv der Langsamkeit im Souterrain des Instituts war längst kein staubiges Experiment mehr, das von der Fakultätsleitung nur zähneknirschend geduldet wurde. Es war zu einem subversiven Kraftzentrum gewachsen. Wo früher Aktenordner lagerten, standen nun deckenhohe Regale aus unbehandeltem Holz, gefüllt mit Briefwechseln, handgeschriebenen Manuskripten und jener Art von Fachliteratur, die man nicht überfliegen konnte, sondern die ein langsames Kauen der Sätze verlangte. Weiterlesen

Digitales Bezahlen

„Die Leute haben sehr gute Gründe, Bargeld zu nutzen“

Digitale Zahlungen sind auch eine soziale Frage. Die Soziologin Barbara Brandl hat untersucht, wie digitale Zahlungen Ungleichheit verstärken. Im Interview erklärt sie, wie dabei von unten nach oben umverteilt wird und was uns Beispiele aus anderen Ländern für den Digitalen Euro lehren. Weiterlesen

Du siehst aber jung aus

Meta will uns bis auf die Knochen überwachen

Auf der Suche nach Minderjährigen will Meta Nutzer*innen auf Facebook und Instagram umfassend durchleuchten. Der Konzern will sogar die Knochenstruktur von Menschen auf Fotos auswerten. Wie gefährlich ist das? Die Analyse.

Instagram und Facebook wollen ihre Nutzer*innen künftig noch genauer unter die Lupe nehmen. Eine als KI bezeichnete Software soll unter anderem Texte in Posts und Kurzbios kontrollieren und Objekte in Fotos und Videos scannen. Die Software soll sogar die Körpergröße und Knochenstruktur abgebildeter Personen auswerten. Das Ziel dieser Art von Rasterfahndung sind Minderjährige. Weiterlesen

Gott hat mich gestraft.

Verdammt hat Gott mich dazu, meine letzten Jahre im Erzbistum Köln zu verleben. Mitten im deutschen Katholizismus. In einer Stimmung, wie sie so hundsmiserabel wohl nirgendwo sonst auf der Welt zu finden ist. Nicht dass sie alle gleich schlecht gestimmt wären, die deutschen Katholiken. Dies zu behaupten, wäre ein böses Vorurteil. Da gibt es subtile Variationen. Links sind sie sauer. Rechts sind sie bitter. Guter Dinge sind sie alle nicht. Fast ist es, als gehörten über die Triumphbögen der deutschen Katholikentage Dantes Worte über dem Höllentor: „Lasciate ogni speranza“ – „Lasst alle Hoffnung fahren!“ Weiterlesen

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