Der langen Liste von Extradienst-Texten möchte ich zunächst eine Information voranstellen. Auch wenn das Thema schon “durch” ist. Und zwar unten. Annika Schneider/uebermedien gehört zu der aussterbenden Spezies satisfaktionsfähiger Medienjournalist*inn*en. Sie war weit und breit die Einzige, die – und auch das ist hervorzuheben – bei den veranstaltenden ARD-Sendern recherchierte, und sich zu dieser seit heute paywallfreien Verteidigung der ARD-Show “Die 100” durchkämpfte. Frau muss also gründlich in den Sendern recherchieren, um Verteidigungsargumente zu finden. Das ist besonders aussagekräftig über Anstalten, die (in unserem Auftrag!) Kommunikation eigentlich beruflich machen sollten!

Als Leser*in wissen Sie, wie sehr mich das mit Sorge erfüllt, über weit mehr als nur Medien. Warum sind Annika Schneiders, die die Regel sein müssten, Ausnahmen? Und digital eingemauert? Demokratie geht anders.

Doch nun zu uns. Ich warne Sie: seit dem letzten Newsletter waren es mehr als 20 Texte.

Aus La Paz und El Alto in Bolivien: Jhoselyn Paola Huanaco Febrero/Informationsstelle Lateinamerika: Zwischen Räumen – 
Wie eine Stadt entsteht”.

Roland Appel über die Bundesregierung: “Ideologisch verblendete Dilettant:innen”. In diesen Zusammenghang passt ein weiterer Text, den Roland seiner jüngsten Buchveröffentlichung entnommen hat: “Nutzlose Politik – systematisch wiederholt”“‘Sicherheitsgesetze’ – immer am Rand der Verfassung”. Jürgen Trittin meint zur Bundesregierung: So viel Habeck war selten – 2025: Als die CDU Kanzlerpartei verlernte”.

Anna Biselli/netzpolitik über das Ausländerzentralregister – Ein Datentrog wächst weiter”. Chris Köver/netzpolitik gibt Tipps zum “Chaos Communication Congress”. Dort sprach auch Katika Kühnreich, die in dem von Roland Appel herausgegebenen Aufsatzband (s.o.) diesen Text geliefert hat: “Freiheit und ‘Smart’phone– Von der informationellen Selbstbestimmung zur elektronischen Fußfessel”. Grundsätzlicher sind die Dinge der Gegenwart kaum zu diskutieren. Esther Menhard/netzpolitik berichtet vom ‘Deutschland-Stack’ – Open Source vor verschlossenen Türen”. Weiterer Bericht vom 39C3 von Daniel Leisegang/Netzpolitik: Fake-Doktor – Sicherheitslücke: Wenn die Nachricht vom Fake-Doktor kommt”. Christian Wolfs “Digitaler Wochenrückblick 28. Dezember 2025” ist nicht vom 39C3, sondern von zuhause. Carla Siepmanns/netzpolitik Sonntagskolumne Netzpolitik ist Machtpolitik – Netzpolitik wird allzu oft als technische Detailfrage für Nerds verkannt. Doch dort verhandeln wir längst individuelle wie kollektive Freiheit, Hoheit und Macht.”

Rita Schuhmachers/ver.di-publik “Botox für die Gewerkschaft” III-VI, das sind im Einzelnen “Mareike (34), Zollabteilung von DHL Express bei DHL Hub Leipzig“, “Yannick (25), Krankenpfleger an der Medizinischen Hochschule Hannover“, “Lola (30), Projekt-/Produktmanagerin bei HelloFresh, ehem. Betriebsratsvorsitzende, Berlin” und “Sonthaya (31), Qualitätsanalystin bei TikTok (DACH), Berlin“.

ARD-Geheimnisse – Wird ‘Der Pate’ dieses Mal verfügbar?” – der 2. Teil läuft heute nacht, der 3. Teil morgen. Alle drei jetzt auch tatsächlich mediathekverfügbar bis 27.1.

Arthur Zupfs Finale zum Heiligabend: “Komödie des Geldes, 24. Dezember 2025: DKW”.

Gilbert Kolonko aus Kolkata: Dreckiges Leder für Deutschland – Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.” Der Kerl ist nicht weniger als unser Autoren-Transfercoup des Jahres. Und das ohne Geldfluss.

Glück im Informationsvakuum – Wundersame Bahn CCXXXVII – Weihnachtsausgabe”.

Lesehinweise zur katastrophalen Wohnungspolitik Lob der Langsamkeit – Die heutige soziale Frage und ihre Unlösbarkeit”.

Aus den Jahresendnachrichten: Was interessiert Sie mehr? – ‘Shithole bombardiert’ oder ‘Knef 100′” – mit einem Update zur Medienkompetenz des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein. Und frisch von heute morgen: “Bardot & Merkel”.

Rheinpegel Bonn 178cm.

Den nächsten Newsletter erhalten Sie am Freitag, den 2.1.2026.

Bis dahin wünsche ich einen guten Rutsch, bleiben Sie unverletzt und gesund. Aus Küppis taz-Jahresendkolumne: “Was war schlecht in diesem Jahr? – Die Versuchung, zu denken: „Schlimmer kann es nicht werden.“ – Und was wird besser im nächsten? – Wir brauchen Ausdauer.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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