Deutsche Atombewaffnung über Frankreich?

Von , am Montag, 12. März 2018, in Politik.

Den Abstieg in die Zweite Liga der Nicht-Atommächte hat Deutschland nach seinem Völkermord im Zweiten Weltkrieg nie akzeptiert, keine Bundesregierung, egal wie sie zusammengesetzt war. Um dagegen anzugehen waren sie für nix zu fies, auch nicht für Zusammenarbeit mit faschistischen Militärdiktaturen (Brasilien, Pakistan) oder rassistischen Apartheidregimen (Südafrika). Wo Weltöffentlichkeit sowieso nicht zugelassen wurde, konnte unbeobachtet Technologie entwickelt und ausprobiert werden. Schade nur, dass viele dieser Regimes später von ihren Völkern abgesetzt wurden. Jetzt löst sich dank Trump die Weltordnung langsam auf und keiner weiss, was als Nächstes kommt. Darum muss es jetzt darum gehen, für Ordnung im eigenen Haus EU zu sorgen (“Regeln müssen eingehalten werden”) und Freunde in nächster Nähe zu suchen.

Hat nicht Joseph Fischer erst kürzlich noch festgestellt, dass in Frankreich mit Macron die bisher deutschfreundlichste Regierung amtiert? Und – wie praktisch: das ist ja schon Atommacht. Und haben wir nicht mit denen schon jede Menge Hochtechnologiekonzerne gemeinsam? Und braucht Macron nicht deutsche Solidarität mit seinen beabsichtigten neoliberalen Reformen, um nicht politisch rettungslos abzukacken?

Da liegt es nahe, es muss ja kein unnötiger öffentlicher Lärm darum veranstaltet werden, mit Freundchen Macron gewisse Kooparationsformen bei der Atombewaffnung zu besprechen. Ein bisschen störend ist es, dass es immer noch aus der Friedensbewegung übriggebliebene Recherchestrukturen wie die Tübinger Informationsstelle Militarisierung gibt, die darauf aufmerksam machen. Die Hauptstadtmedien sind zu doof und zu lustlos, sowas kompliziertes zu lesen oder gar darüber zu berichten. Unsexy, macht nur Arbeit, gibt nur Ärger. Darum erwähne ich es hier.

Zu Frankreich ausserdem wichtig: Trumpflüsterer Bannon war beim Kongress der rechtsradikalen FN, die sich in RN umbenennen will. Niemand berichtete so gründlich wie Bernhard Schmid/telepolis.

Zu deutschen Rüstungsambitionen und der Bildung der Grossen Koalition beraubt uns Ex-FAZ-Korrespondent Markus Bickel in den Blättern aller Illusionen. Massenmord durch deutschen Rüstungsexport in den Nahen Osten, in den Jemen-Krieg usw. muss möglich sein, wenn es ein paar hundert Arbeitsplätzen in Rostock, Bremen oder Düsseldorf dient – da gibts in der Koalition gar keinen Streit. Schön wärs, wenns wenigstens einen internen Streit darüber in der SPD gäbe – ach je, ich träume schon wieder …

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