Weiter unten: Kongo / Deutsche Bahn / “Objektklasse” – Gelbwestengefahr für Europa
Je weniger Politiker*innen und Parteien intellektuell auf die Kette kriegen, umso mehr lassen sie sich von der Demoskopie treiben. Die kocht aber auch nur mit Wasser. Ulrike Köppchen/DLF-Kultur berichtet uns über die aktuellen Rezepte dieses Wasserkochens. Ergänzend sollten Sie sich die Wikipedia-Einträge der einzelnen “Institute” anschauen. Denn Frau Köppchen spart leider die Besitzverhältnisse an diesen Firmen aus. Wo es um über 2 Mrd. Umsatz geht, sind Investmentfonds aus aller Welt nicht weit. Die Politikumfragen sind die PR-Vorderseite; Geld verdient wird mit Marktforschung. Damit werden die “Institute” zum integralen Teil der explodierenden Datensammelbranche.

Kongo

Deutsche Pressekommentatoren wissen ziemlich genau, wie sie die Präsidentschaftswahlen im Kongo zu beurteilen haben. Ich weiss auch nicht woher. Denn ich kenne keinen von ihnen, der sich selbst dort aufhält, wenig Luxus, viel Gefahr. Bisher hat ausser den Kollegen von den nachdenkseiten auch noch niemand über eine neue Recherche des britischen Guardian zum Mord an Uno-Generalsekretär Dag Hammarskjöld berichtet – hier die deutsche Übersetzung der nachdenkseiten.

Deutsche Bahn

Ich wusste es, dass die Nervosität um die Deutsche Bahn steigt. Die Verkehrspolitiker der Regierungskoalition zeigen alle erhöhte Temperatur. Timo Rieg/telepolis hat aus Kundensicht und in launiger Stimmung fast alles aufgeschrieben, was verbesserungswürdig ist. Unerwähnt bleiben nur die Speisewagen.

Gelbwestengefahr für ganz Europa

Didier Eribon und zwei seiner Freunde gaben dem Schweizer Onlinemagazin Republik ein langes Interview. Neu fand ich dort den Begriff der “Objektklasse” für die Gelbwestenbewegung. Das klassisch französische Bewegungspathos scheint mir zu dick aufgetragen, der Kritik an Präsident Macron und an der deutschen Frankreich-Berichterstattung kann ich dagegen weitgehend folgen. Und auch der Analyse, dass nicht nur die französische Republik, sondern das ganze neoliberale Europa ins Wanken gerät.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net