Die grosse Nervosität um die Deutsche Bahn

Von , am Donnerstag, 3. Januar 2019, in Politik.

Es war ein neuer Zug. Der einzige Grossaktionär beschimpfte seine eigene Firma. Die Bundesregierung persönlich, in Gestalt ihres zuständigen Staatssekretärs, schüttete Hohn und Spott über den Laden aus, in dem sie allein bestimmt, wo es langgehen soll. Immerhin: dieses Schlechtreden können wir hoffentlich als Indiz nehmen, dass von Privatisierungsplänen Abstand genommen wurde. Wenn die Verkäuferin selbst die Preise so versaut …
Es hat wohl einen anderen Grund. Da ist ein grosses, grosses Loch. Und noch ein zweites. Beide in Süddeutschland: in Stuttgart und in München. Diese Löcher werden grösser und grösser. Und die Entscheidung rückt unbarmherzig näher, wer alles in diese Löcher fällt. Viele Kandidaten: der Vorstand der DB, Bundesverkehrsminister und Staatssekretäre, Landesverkehrsminister und Staatssekretäre, Finanzminister und Staatssekretäre, Oberbürgermeister und Dezernenten, Planungskonzerne, Beraterkonzerne, Wirtschaftsprüfer, Baukonzerne, Tunnelbohrer …..
Der Reparaturbedarf in unserer Republik ist dank Schuldenbremse, Schwarzer Null und Schäuble so gross, dass es gar nicht mehr genug Teilnehmerfirmen an öffentlichen Ausschreibungen samt fachkompetenter Mitarbeiter*innen in Firmen und öffentlichen Verwaltungen gibt. In einer kapitalistischen Marktwirtschaft führt das dazu, dass die Preise, die dafür zu zahlen sind, unbegrenzt steigen. Wenn eine Branche so mafiös von Korruption verseucht ist, wie die Baubranche, sowieso. Die Baukonzerne sind bewaffnet mit teuer bezahlter Kompetenz und Anwaltslegionen – ihr Gegenpart in Regierungsapparaten, Stadtverwaltungen, Parlamenten gar, ist nackt.
Die Löcher werden so gross, dass die ganze Deutsche Bahn reinplumpsen kann, und damit die deutsche Verkehrsinfrastruktur. Vielleicht wäre das ein guter Grund den Grünen die Bundesregierung zu geben: vielleicht sind die so blöd, und plumpsen selbst mit rein. In Baden-Württemberg üben sie schon.

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