prasselten heute die Texte in den Extradienst hinein. Doch zuvor eine Entschuldigung: gestern erhielten Sie diesen Newsletter nicht, weil ich einen falschen Klick gemacht habe. Der Text lief stattdessen in den alltäglichen Blogverlauf hinein, was er nicht sollte. Sicher, es gibt schlimmere Pannen. Z.B. die Wahl in Italien.

Reinhard Olschanski kommentiert sie in “Türöffner, Durchlauferhitzer, Abräumerin”. Ein genaues nach Parteien einzeln aufgeschlüsseltes Ergebnis habe ich in deutschen Medien heute noch nicht entdeckt. Wie in deutscher Auslandsberichterstattung üblich, werden wir mit Deutungen inkl. ARD-Brennpunkten überschüttet. Aber eine schlichte und präzise Ergebnismitteilung würde das deutsche Publikum, denken die was-mit-Medien-Leute, überfordern. Am Ende bildet es sich auf derart verwirrende Zahlen auch noch eine eigene Meinung. Der “Rechtsrutsch” beträgt angeblich 44%. So what? Wie kann mann sowas denn an die Regierung lassen? Dafür muss mann schon so doof, sein, wie Linke und Liberale es häufig sind. Derzeit eben in Italien.

Doof findet Roland Appel auch das Geschwätz um “Kulturelle Aneignung – rassistische Kategorie?”. Ist es am Ende vielleicht nur eine Ente, die uns der Mediendiskurs aufbindet? Originalquellen sind nämlich rar gesät. Was ist Substanz? Was Popanz? Ich weiss es nicht. Und in der Tat, da stimme ich Roland zu, gibt es weit wichtigere Fragen.

Z.B. die “Rüstungsindustrie im Kapitalismus”. Was gibt es Wichtigeres? Dank an unsere Freunde von der Informationsstelle Militarisierung, die regelmässig fundierte Analysen anbieten.

Mir wurde heute Nacht der Schlaf geraubt. Vor dem Schlafengehen stellte ich Petra Erlers “Wie Politik dem Krieg unterworfen wird” online. Hätte ich nicht tun sollen, denn das sorgt für Einschlafprobleme. Und dann kamen noch aus overton Florian Rötzer “Wir stehen vor einem Atomkrieg, aber kaum jemand scheint das ernstzunehmen” und aus telepolis John Feffer Politik im Burgwall: Der Aufstieg des autoritären Nationalismus – Russland schließt sich mit Nordkorea und China zur Eurasischen Union der Autokratien zusammen. In Europa und Amerika ringen illiberale Kräfte Freiheitsrechte und internationale Absprachen nieder. Einige allzu reale Horrorszenarien.” dazu. Letzteres wohlgemerkt ist das bessere Szenario – wenn es nicht zum Atomkrieg kommt.

Irgendwann zwischen 8 und 9 drehte ich mich erfolgreich wieder um … Da waren “Keine Brötchen backen” von Heiner Jüttner schon stundenlang unbearbeitet im Postfach. Zum gleichen Thema gabs einen launigen Beitrag von Leo Fischer/Jungle World, dessen Link ich im Kommentar unter Heiners Text untergebracht habe.

Um das schlechte Wetter dieses Tages komplett zu machen, habe ich noch eine kleine Meldung zu dem Dreieck der Schwerstkriminellen ergänzt: “Dt. Bank & Epstein & Trump”. Zur Hölle mit ihnen.

Ihnen dagegen eine schöne Montagnacht. Wers unter der Bettdecke warm hat, für die*den ist das Regengeräusch die beste Einschlafmusik.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net