Der Newsletter des Demokratischen Salons von September und Oktober 2025 ist online (vollständiger Text über den Link).
Nach 738 Tagen kamen die letzten 20 überlebenden Geiseln wieder nach Hause. Ein Tag voller neuer Hoffnung. Für eine Zukunft in Frieden, Freiheit und Demokratie für alle, in Israel, in Gaza, in der Ukraine, im Sudan und an den vielen Orten der Verzweiflung in dieser Welt. Wir können mit den Dingen, die wir tun, etwas für eine solche Zukunft tun, nach besten Kräften, auch wenn es manchmal den Anschein hat, als wollten wir mit einem Fingerhut das Meer ausschöpfen. Viele kleine Dinge können etwas Großes werden!
Anstatt eines Editorials finden Sie drei Texte von Norbert Reichel zu drei Themen, die uns im Oktober 2025 besonders berühren:
- „738 Tage – Israel zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023“ zur Befreiung der letzten 20 Geiseln aus der Gewalt der Hamas, den Perspektiven der israelischen Demokratie und den Botschaften der Überlebenden an uns. (Rubriken: Levantinische Aussichten, Antisemitismus)
- „Das Einheitspuzzle – Drei Bücher zum 35. Jahrestag des 3. Oktober 2023“, eine Vorstellung von drei Büchern zur Stimmungslage in Ostdeutschland mit Glücks- und Unglückserzählungen, Hoffnungen und Traurigkeiten. (Rubriken: Treibhäuser, DDR)
- „Der Rechtspopulismus und die Hoffnung auf den Butt“ zu den Strategien neurechter Parteien, ihres eitlen Rollenmodells aus den USA und der Frage, wie sich Schamlosigkeit beschämen ließe. (Rubriken: Treibhäuser, Weltweite Entwicklungen)
Weitere Inhalte der im September und Oktober 2025 veröffentlichten Texte:
- Andreas Renz zieht in „60 Jahre Nostra Aetate“ eine Bilanz dieses Paradigmenwechsels für das Verhältnis des Katholizismus zu Judentum und Islam im Kontext weiterer Verlautbarungen des Vatikans, Stellungnahmen jüdischer und islamischer Gremien sowie sich anschließender Debatten. (Rubriken: Weltweite Entwicklungen, Antisemitismus, Islam)
- Aya Zarfati stellt die Bildungsangebote der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz vor, Vorgeschichte und Folgen einer „Besprechung mit anschließendem Frühstück“ wie es auf der offiziellen Einladung hieß. Was lässt sich aus der Geschichte lernen, was veränderte sich nach dem 7. Oktober? (Rubrik: Shoah)
- Matteo Gentile vergleicht anknüpfend an Philip Manow in seinem Beitrag: „Wie politisch ist das Verfassungsgericht?“ verfassungsrechtliche Grundlagen, Besetzungsverfahren und Aufgaben der Verfassungsgerichte in Deutschland und in Italien sowie des Supreme Court in den USA. (Rubriken: Liberale Demokratie, Weltweite Entwicklungen)
- Martina Winkler kommentiert in „Drehbuch zur Demontage der Demokratie“, den Verfassungscoup des slowakischen Premierministers Robert Fico vom September 2025. Er nutzte das Gender-Thema, um sich weiter von Europa zu entfernen. Es gelang ihm, die Opposition zu spalten. (Rubriken: Gender, Osteuropa)
- Wadi e.V. engagiert sich im Nordirak und in benachbarten Ländern für „Active Citizenship“. Mitarbeiter:innen von Wadi e.V. stellen im Beitrag „Vom Untertan zum Bürger“ konkrete und erfolgreiche Projekte und Programme für Demokratie, Klima- und Umweltschutz, Gesundheit und gegen Gewalt vor. (Rubrik: Levantinische Aussichten)
- Pavlo Shopin dokumentiert in „Interkulturelles Lernen in Kriegszeiten“ vier Theaterbesuche mit Studierenden der Germanistik an der Mykhailo Drahomanov Universität im Rahmen eines Programms des Goethe-Instituts. Der Beitrag bietet methodische Anregungen zum Verhältnis von Mutter- und Fremdsprache. (Rubriken: Kultur, Osteuropa)
- Fritz Heidorn porträtiert in „Wir sind Sternenstaub“ den US-amerikanischen „Wissenschaftler, Visionär und Ratgeber der Menschheit“ Carl Sagan. Dessen größter Erfolg war sein Beitrag zu den „Golden Records“ der Voyager-Sonden, die uns aus fernster Ferne in Demut als „Pale Blue Dot“ erkennen lassen. (Rubrik: Utopien / Science Fiction)
- Corinna Heumann dokumentiert in „Atwoodian Utopias“ ihre Bilderserie für die Bonner Ausstellung „Heldinnen“. Sie entlarvt über Begegnungen von Margaret Atwood, „The Handmaid’s Tale“, mit Max Ernst, „Une semaine de bonté“, patriarchalische Fantasien als Grundlage totalitärer Herrschaft. (Rubriken: Gender, Utopien / Science Fiction)
- Paweł Zajas hat Literaturbeziehungen untersucht: „Polen in der DDR – eine Fallstudie“. Sein Buch „Sozialistische Transnationalisierung“ beschreibt exemplarisch das Auf und Ab repressiver und liberalerer Phasen in einer Diktatur sowie die Rolle internationaler Buchmessen in Frankfurt, Leipzig und Warschau. (Rubriken: Kultur / Osteuropa)
- Wolfgang Both stellt in „Ungeliebte Utopien“ sozialistische Science-Fiction-Romane der Zeit vor 1933 vor, die in Sowjetunion und DDR jedoch verpönt waren, weil ihre „neue Gesellschaft“ und ihre „neuen Menschen“ nicht dem verlangten „wissenschaftlichen Sozialismus“ entsprachen. Dennoch gab es Spielräume (Rubriken: DDR, Utopien / Science Fiction).
- Lisa Poettinger ist überzeugte Demokratin und Antikapitalistin. In „Utopien bauen!“ finden Sie eine Besprechung ihres Buches „Klimakollaps und soziale Kämpfe“ sowie ein Gespräch mit ihr über ihr politisches Engagement. Zurzeit kämpft sie um ihre Einstellung in den bayerischen Schuldienst. (Rubriken: Treibhäuser, Liberale Demokratie)
Empfehlungen für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen finden Sie auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert, darunter die noch bis zum 16. November 2025 die Ausstellung der „Nova Tribe Foundation“ im Flughafen Berlin Tempelhof „Oct 7 6:29 a.m – The Moment Music Stood Still“ sowie die Ausstellung „Heldinnen / Sheroes“ im Bonner Frauenmuseum.
Themen der Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen (über die jeweiligen Links direkt erreichbar) sind das October 7 Digital Memorial des Jüdischen Nationalfonds, das 25jährige Jubiläum der Stiftung EVZ, die Ausgabe des bürgerAktiv Magazins für das Jahr 2025, der Deutsche Kinder- und Jugendhilfemonitor 2025, die Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit, das Vielfaltsbarometer der Robert-Bosch-Stiftung, der Deutsche Kulturrat zur sprachlichen Vielfalt, die App Re:Think der Bildungsstätte Anne Frank, Auswirkungen des 7. Oktobers auf Jüdinnen und Juden sowie israelische Staatsbürger:innen in Deutschland sowie auf Holocaust Education und Citizen Science (zwei Texte), Freiheit der Kunst nach dem 7. Oktober, die Verleihung des Friedensnobelpreises, Woke Doppelmoral, 100 Karten zum Rechtsextremismus, Verbraucherschutz (ein Gespräch mit Ramona Pop), eine Studie zur rassistischen Diskriminierung in der frühkindlichen Bildung, Sozialstaat und Inklusion ein Gespräch mit der VDK-Präsidentin Verena Bentele), eine Studie zum Verhältnis der AfD zum Sozialstaat, die Debatte um staatliche Förderung von Nicht-Regierungsorganisationen, Bürger- und Frauenrechte in Syrien (zwei Texte), Klimawandel im Irak, Kunst aus Gefängnissen in Myanmar (Htein Lin). Zum Abschluss finden Sie Links zu fünf weiteren Übersetzungen von Texten aus dem Demokratischen Salon ins Ukrainische durch Studierende an der Drahomanov Universität in Kyjiw unter Leitung von Pavlo Shopin.
Der Newsletter des Demokratischen Salons erscheint in der Regel etwa alle acht Wochen. Die nächste Ausgabe erhalten Sie im Dezember 2025. Neue Beiträge werden selbstverständlich wie bisher laufend veröffentlicht.
(Alle Internetlinks zuletzt am 20. Oktober 2025.)

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