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500.000 Euros im Schließfach?

Die unautorisierte und recht gewaltsame Öffnung von über 2.000 Schließfächern in der Sparkassen-Filiale Gelsenkirchen-Buer durch Unbefugte soll angeblich einen Schaden von 100 Mio. Euro bei den Schließfachnutzern verursacht haben. Diese vermeintliche Schadenssumme finde wahrscheinlich nicht nur ich recht erstaunlich hoch. Absolut glaubhaft scheint mir die Darstellung, dass viele Menschen im Schließfach wertvollen Goldschmuck aufbewahrt haben und somit erhebliche materielle und auch immaterielle Schäden erlitten haben. Bei alten Erbstücken schmerzt der Verlust sicherlich weit über den materiellen Wert hinaus.

Aber – ernsthaft – wer lagert tausende Euros im Schließfach einer Bank, statt sie auf einem Konto oder in Form von Geldanlagen in ebendieser Bank einbruchsicher verwahren zu lassen?

Einzelne Opfer des Einbruchs sollen angeblich bis zu 500.000 Euro in ihrem Schließfach gelagert haben. Warum? Die für mich wahrscheinlichste Antwort lautet, die Schadenssummen sind recht schwungvoll nach oben hin aufgerundet – oder vielleicht auch frei erfunden. Doch sollten diese Beträge eine reale Grundlage haben, könnte man auf den Gedanken kommen, hier sollten größere Summen vor einem allzu schmerzhaften Zugriff durch Steuerbehörden und andere Ämter geschützt werden.

Ich wollte wissen, wie die Ermittlungsbehörden damit umgehen und habe die Staatsanwaltschaft Essen gefragt, ob auch “Ermittlungen wegen Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung aufgenommen wurden?”

Die Antwort aus Essen: “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen der Staatsanwaltschaft Essen noch keine gesicherten Erkenntnisse zum Inhalt der Schließfächer in der betroffenen Sparkasse vor. Die Ermittlungen (…) dauern an. Zum gegebenen Zeitpunkt werden die von Ihnen angeführten Aspekte in den Blick genommen werden und im Fall der Annahme eines Anfangsverdachts Ermittlungsverfahren wegen der von Ihnen bezeichneten Delikten gegen die jeweiligen Beschuldigten eingeleitet werden.”

Ich bin gespannt, ob die Summen weiter steigen und was schließlich als anzunehmende Schadenssumme übrig bleibt. Und ob es weiterführende Ermittlungen hinsichtlich der Geld-Quellen geben wird.

Bisher dachte ich immer, das in Gelsenkirchen besonders viele arme Menschen leben würden. Nun weiß ich nicht viel über Gelsenkirchen-Buer, aber Bankschließfächter mit einer halben Mio. Euro passen nicht so ganz in mein “Stadtbild” von Gelsenkirchen.

Aber was ich von Gelsenkirchen weiß, gefällt mir. Diese Stadt verfügt über eine sehr aktive Bürgerschaft und eine beachtliche Kulturszene und übrigens über ein hervorragendes Kunstmuseum, welches für alle offen steht und in dem kein Cent Eintritt verlangt wird. Bis 8.März 2026 ist dort noch eine hervorragende Ausstellung über Rolf Glasmeier zu sehen: “Frieden im Kopf”.

Ein Kommentar

  1. Avatar-Foto
    Rainer Bohnet

    Mir kommt das auch komisch vor. Gelsenkirchen ist strukturell eine arme Stadt und Gelsenkirchen-Buir ist wahrhaftig nicht der Nabel der Welt.

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