Manchmal bekomme ich Texte zur Durchsicht, nichts was die Welt bewegt. Selten fällt es aus dem Rahmen, erstaunt oder erheitert. Um so irritierter war ich, als mich eine Bekannte, von der ich sehr lange nichts hörte, fragte, was ich von einer Liebesgeschichte halte.
Nichts natürlich, es wäre allerdings unhöflich genau das zu sagen, ohne es zu kennen. Also stöbere ich in der Kurzfassung über die ersten drei Kapitel. Sehe sie vor mir, brünett, nicht groß, nicht klein, eine Brille auf der Nase, ein strenger Blick – in der Gesamtkomposition eher spröde – fernab der Zeilen, die ich vor mir habe.
Neugierig lese ich weiter, fünfzehn Kapitel, die Kurzfassung. Meine Phantasie blüht auf, vom Rauschen feinsinniger Gefühle und dem Zwiespalt zermürbender Gedankenspiele, die der Realität in ihrer Geschichte immer wieder einen Tiefgang verleihen, der sich nicht entscheiden kann, ob er an der Oberfläche bleibt oder noch tiefer absinkt. Gleichzeitig detailverliebt jeder Regung nachspürt und umgräbt. Nichts für den Alltag und dennoch leicht, beschwingt.
Ich will ihr Mut machen, sagte, sie kann es veröffentlichen. Sie hat Zweifel, die ich nicht zerstreuen kann. Ich kann es nachvollziehen, es ist eine Diskrepanz zwischen diesen Zeilen und ihr. Sie, erfolgreiche promovierte Juristin (Prädikatsexamen) für internationales Handelsrecht in einer noch erfolgreicheren Kanzlei im Norden der Republik, intellektuell einschüchternd und mit einem unglaublichen Fremdsprachentalent.
Ich rate zu einem Pseudonym, was ihr einerseits gefällt, andererseits will sie auf keinen Fall mit ihrer wahren Identität erkannt werden.
Kurzum, ich habe es versprochen, ihr Pseudonym hat sie mir genannt: Dr. Clarissa Vogler, wünscht sich vorzugsweise Leserinnen, die ihr in den Kommentaren mitteilen sollen, was gefällt oder auch nicht. Sie liest mit, gibt mir ihre Antwort, die ich darunter setzen soll.
Fünfzehn Kapitel, sie schickt die redigierte Langfassung Kapitel für Kapitel jede Woche. Ihr Wunsch ist der Samstag zur Veröffentlichung, am späten Nachmittag. Das erste Kapitel liegt uns bereits vor – am Samstag beginnen wir mit Tulpen im Januar von Dr. Clarissa Vogler.
Sollte sich ein Verlag finden, so besteht Frau Dr. Clarissa Vogler auf der exklusiven Erstveröffentlichung beim Extradienst, sie hofft auf ein direktes Feedback aus der Leserschaft.
Am Samstag, den 7. Februar kommt das erste Kapitel von Dr. Clarissa Vogler, Tulpen im Januar, ab ca. 16:00 Uhr

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