Saudi-Arabien und die diversen anderen arabischen Feudaldiktaturen wurden und werden von Bundesregierungen aller Koalitionen und Zusammensetzungen gerne als “Stabilitätsfaktor” in ihrer Region bezeichnet. Klar, in Feudalsystemen gibt es keine Wahlen. Also können die auch nicht überraschend ausgehen. “Kronprinzen” sind längst bestimmt, oder faktisch längst der Chef von allem. In Wahrheit ist das komplettes Gelabere. Entscheidend sind die Geschäfte. Und die herrschenden Feudalclans sind einfach fantastisch solvent. Darum wird ihnen jeder Waffenwunsch von den Augen abgelesen. Wofür sonst sind Rüstungsmessen und “Münchener Sicherheitskonferenzen” da.

Die potenziell mörderischen Feudalherren sind – so sind Männer – aber nicht befreundet, sondern stehen in Konkurrenz zueinander. “Wer hat den Längsten?” überträgt sich dann metaphorisch auch auf Militär und Politik. Neben Saudi-Arabien haben sich in den letzten Jahren die Vereinigten Arabischen Emirate nach vorne geschoben.

Zunächst mordeten sie im Jemen als Bündnispartner an der Seite der Sauds. Als die Weltöffentlichkeit endlich nach vielen Jahren und tausenden Toten einen Blick darauf riskierte, zogen sie sich zunächst aus dem Mörderbündnis zurück, um dann eine eigene dritte Mörder-Miliz zu sponsern. So machen es die VAE auch in Libyen und im Sudan – also überall da, wo massenhaft Schwarze als Zivilist*inn*en gemetzelt werden – das berührt die Massenmedien in den Machtzentren der Weissen weniger.

Die ausgehaltenen Milizen werden mit Waffen gefüttert, und zahlen mit wertvollen Rohstoffen, die auf diese Weise den vom Krieg verwüsteten Ländern gestohlen werden. Militärische Kriminalität generiert fantastische Extraprofite.

Es lohnt sich also ein genauerer kritischer Blick auf diese merkwürdigen “Vereinigten Emirate”. Den hat Stefan Bokumenko für Jacobin riskiert: Die VAE sind eine Stütze des autoritären Kapitalismus – Die Vereinigten Arabischen Emirate ermöglichen nicht nur den Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Die repressiven Monarchien sind auch ein Knotenpunkt für Geldwäsche, Korruption und kapitalistische Ausbeutung.”

Wenn Sie gegenlesen möchten, was Berliner Regierungsberater*innen zu diesem Terrorstaat analysieren, bitte hier entlang. Sie werden feststellen: das meiste ist ein paar Jahre alt und hat mit den Entwicklungen nicht Schritt gehalten. Das hindert die Bundesregierung nicht, sich dort einzuschleimen. Ist ihr offenbar nicht “zu komplex”.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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