Beueler-Extradienst

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Wie viel Dummheit ist legal?

Oder ist die gar nicht echt? Welche Absicht ist dahinter? Doofheit oder irgendwas Schlaues? Cui bono?

Mit Trump fange ich lieber gar nicht erst an, das hat Stefan Reineke/taz schon besorgt. Ausserdem halte ich Mediendiät. Was mag hinter diesem Move eines überschätzten 17-jährigen Fussballtalents stecken? Wie der ruhiggestellt wird, sportlich betrachtet, können Sie hier studieren. Die U17 von Borussia Mönchengladbach schaffte, wozu hundertfach bezahlte Profis nicht imstande sind. Aber ich habe noch dollere, gesellschaftlich relevantere Beispiele.

Doch zunächst zu dem überschätzten 17-jährigen. Gewöhnlich sind solche öffentliche Äusserungen absichtlich. Marktwerte werden über PR-Arbeit wirksamer gesteigert, als durch reales Fussballspielen. Sind es ehrgeizige Eltern? Geldgierige Berater*innen? Und davon mehrere? Denn es gibt nicht den einen persönlichen Berater, sondern das sind umfangreiche mittelständische bis hin zu Gross-Konzernen, die dieses Geschäft besorgen. Je jünger der Klient, umso höher der Marktwert = Zukunftserwartung. Der muss ausgequetscht werden, bevor sich der Junge schwer verletzt und wertlos wird. – Genauso ist es selbstverständlich denkbar, dass ein 17-jähriger einfach kariert daherquatscht, und Medien das strategisch gezielt aufblasen. Dann ist es “nur” eine Auskunft über die Qualität der Spielerbetreuung beim Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum. Und wiederum ein guter Grund, von dort das Weite zu suchen … 😉

Jetzt aber mal ein wichtiges Beispiel

Wahrscheinlich haben Sie bislang so wenig von einer “Vulkan-Gruppe” gehört, wie ich. Die bekanntlich seit Jahrhunderten grundseriöse Berliner Polizei und die nicht minder seriösen bei ihr eingebetteten Berliner Medien tischen der Öffentlichkeit nun dieses nervlich nicht wirklich zuendelesbare “Bekennerschreiben” auf. Wenn es von Ihnen jemand schafft, das komplett zu lesen, schreiben Sie Ihre Eindrücke bitte in die Kommentare. Peter Richter/SZ schreibt, bevor er in der Paywall versenkt wird, ganz richtig: “Blackout in Berlin: Ökos, dümmer als die Polizei erlaubt – In Berlin ist es so schwarz wie 2012 in New York, als Hurrikan Sandy die Lichter ausblies. Nun aber besorgten die Katastrophe selbsternannte linke Anarchisten, nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, die den weiteren Erfolg der Rechten besorgen.”

Ich schrieb dazu gestern einigen Freund*inn*en: “Wer scheisst denen in Berlin nur immer so ins Hirn?” Und ein guter, weiser Freund meinte: das sei nicht “linksradikal” sondern “kultur-reaktionär”. So ist es. Aber ist das echt? Denn die Welt der “Sicherheitsbehörden” ist auf nichts besser trainiert, als auf Fälschung, Irreführung, bösartige Täuschung, bis hin zu Mord, Totschlag und Krieg. Und ernährt damit nebenbei eine grosse Herde von Durchstich-Empfänger*inne*n und Weitertratschern.

Und noch’n Buch

Daran musste ich denken, bei diesem Spiegel-Werbeartikel (ohne Paywall!) für ein Buch seines ehemaligen Mitarbeiters Holger Stark. Soso, zwischen der BRD und den USA gab es schon früher Misstrauen. Wer hätte das gedacht? Sogar bei Merkel und Obama. Ja, ist es denn zu fassen? Im Kern ist Herr Stark und sein Buchverlag wohl alt, und braucht das Geld. Und vielleicht schuldete ihm sein Buddy beim Springerkonzern noch einen Gefallen? Und wem bei den gegenwärtigen Geheimdiensten und Regierungen tut das noch weh? Wenn Sie mich fragen: ein gebrauchter Kaugummi.

Und ist das wenigstens zu glauben? Noch ein Polizeibericht …

Eine olle Kamelle ist längst, dass die niedergesparten Medien Polizeiberichte recherchefrei als Wirklichkeit hinstellen. Die Polizeipressestellen haben sich daran gewöhnt, und sind womöglich längst besser aufgestellt, als die meisten Lokalredaktionen für echten Journalismus.

Was mag also hinter diesem Revolverjournalismus stecken? Sind also “geniale” Millionen-Räuber*innen ebenfalls dümmer, als die Polizei erlaubt? Oder hat die PR-Stelle der zuständigen Polizeibehörden zuviel schlechte Krimis geguckt? Und gedacht: schlechte Drehbücher? – Können wir auch!

Mein alter Freund Rudolf Schwinn (damals “Berliner Extra-Dienst”) wiederholte schon in den 70ern, wenn wir im Bonner Nachtleben um die Häuser zogen: “Jaja Martin, so ist das Leben: es wird immer verrückter!” Weiser, als die Polizei erlaubt.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

2 Kommentare

  1. Avatar-Foto
    Helmut Lorscheid

    Ja Rudi Schwinn ist ein kluger Mensch und Holger Stark gar nicht so alt. Er ist 1970 geboren, also wird dieses Jahr 56 Jahre. Und sonst, na ja schon der erste Moli, den die RAF ins Kaufhaus KaDeWe warf kam vom Verfassungsschutz, ich weiß nicht mehr ob vom Berliner oder vom Bund.

  2. Avatar-Foto
    w.nissing

    sorry, aber mir ist das völlig unverständlich das sich an dem Trump so abgearbeitet wird. Ja, er ist zugegeben ein übler Kerl, aber auch nicht schlimmer als seine Vorgänger, er “kommuniziert” im Gegensatz zu seinen Vorgängern lediglich unverblümt.
    Vielleicht helfen die Links ja zu ein bisschen mehr Klarheit . Mit diesem Wissen frage ich mich, haben die damaligen Regierungen hier diese Texte nicht gelesen, oder haben die die nicht verstanden?
    Ich für meinen Teil bin fassungslos ob der Entwicklung
    https://forumgeopolitica.com/de/artikel/national-security-strategy-verbalkosmetik-und-keine-richtungsanderung-teil-i-1
    https://forumgeopolitica.com/de/artikel/national-security-strategy-verbalkosmetik-und-keine-richtungsnderung-teil-ii

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