Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Lesebefehle (Seite 1 von 130)

Der ist nicht komisch

Der Herr Amthor profiliert sich nun schon seit einem Jahrzehnt als komischer Vogel. Das ist er nicht. Wie meistens in der Politik unterscheiden sich Medienperformance und die harten Interessenfakten. Katja Thorwarth/FR, eine der letzten Journalist*inn*en in dem, was früher als anspruchsvolle linksliberale Zeitung bekannt war, deutet es in dieser Meldung nur zagaft an: Weiterlesen

Nachrichten aus der Wirklichkeit

“Social”-Media-Verbote oder Bonner Stadtbahnen: heisser gekocht als gegessen

Achja, die Verbieter*innen. Es wäre ja auch das erste Mal, dass sich Politik von Wissenschaft irritieren lassen würde. Und vom wahren Leben da draussen. Tut sie ja beim Klimaschutz auch nicht. Egal ob nah oder fern. Australien ist geradezu optimal weit weg, wird aber als “Vorbild” verzweifelt herangezerrt. Es ist aber nur das, was für Australien gehalten wird: seine Politiker*innen. Die Australier*innen, die jungen vor allem, lassen sich hingegen von ihren Politiker*innen nicht irritieren. So haben dann alle ihre Ruhe, bzw. was sie wollen. Weiterlesen

Warum wir schreiben

Acht Stimmen aus der zeitgenössischen brasilianischen Literatur

Die spannendste brasilianische Literatur ist viel­leicht nicht dort, wo man sie sucht. Sie wird von einer Frauengeneration geschrieben, die von den geografischen, verlegerischen und sozialen Rändern aus erzählt und dabei die Position der Außen­seiterin in Stärke verwandelt. Hier werden acht neue Erzählerinnen vorgestellt, die in ihrer Vielfalt zur derzeit lebendigsten brasilianischen Literatur zählen. Es gibt keine Schule, kein Mani­fest, keine Formel, einfach nur acht Arten, Brasilien zu betrachten, ohne den Blick abzuwenden. Weiterlesen

Keine*r hört euch zu!

Deutsche Mediendiätförderung

Mit der Schlagzeile meine ich nicht die internationale Medienrecherche ohne deutsche Beteiligung, über die deswegen hierzulande auch nichts berichtet wird, ausser von René Martens/MDR-Altpapier, und weil ich gerade dabei bin, hier, bitte schön, können Sie das selbst lesen: Weiterlesen

Die Sägewerker

Dass das Spahn am Merzfriedrich sägt, wie dieser es einst bei Angela Merkel getan hat, ist unter denen, die sich überhaupt dafür interessieren, unumstritten. Am Tresen meiner Fussballkneipe ist ebenso unumstritten, dass die in Berlin sich nicht wirklich für uns hier im Westen interessieren. Sie sind selbstreferentiell nahezu ausschliesslich mit sich selbst beschäftigt. Die AfD-NRW ist so blöd, einen Radauparteitag zu veranstalten. Selbst das wird ihr nicht schaden. Die demokratischen Parteien sorgen für sie. Weiterlesen

Boom oder nicht?

Neue weibliche Erzählstimmen aus Lateinamerika und der Karibik

Es boomt wieder, ist in lesenden und verlegerischen Kreisen zu hören. Autorinnen aus Lateinamerika seien seit den 1980er-Jahren kontinuierlich auf dem Vormarsch und stellten mittlerweile die rein männlichen Vertreter des sogenannten ersten literarischen Booms in den 1960er- und 1970er-Jahren in den Schatten. Aber was soll dieser Vergleich mit Männern überhaupt? In Lateinamerika sträuben sich bei vielen Schriftstellerinnen die Haare. „Unangemessen, unzureichend“ sei diese Rede von der angeblichen Wachablösung, heißt es. „Da werden wir wieder einmal kontinentweit undifferenziert in einen Topf geworfen.“ Eine sexistische Verniedlichung sei das und mache gut schreibende Frauen erneut zur Ausnahme. Das gibt zu denken. Weiterlesen

Betrügerisches Clickbaiting

Hier im Extradienst gibt es noch nicht mal Bilder. Nur Buchstaben. Emotionen sind zwar politisch relevant, tragen zur Sache und zur Problemlösung aber selten bei. Je seltener es wird, umso wichtiger: das Denken im und mit Verstand. Massenmacht und Berühmtheit ist damit nicht zu erreichen. Deutschlands Milliardär*inn*e*n, denen Noch-Massenmedien gehören, wissen das. Die sind ja nicht blöd. Obwohl … Weiterlesen

Dein*e Chef*in – der*die Terrorist*in

Im Abgeordnetenbüro – einst und jetzt

mit Update abends

Die grosse Mehrheit meiner Berufsjahre war es nicht so. Am besten waren die 10 als MdL-Mitarbeiter bei meinem heutigen Mitautor Roland Appel. Wir kannten uns, seit wir Schülerreferenten in den Landesvorständen der Jungdemokraten BaWü und NRW waren. In den 80ern, als er schon Grüner war, ich aber noch nicht, arbeiteten wir exzellent für den Volkszählungsboykott zusammen. Noch bevor er 1990 in den NRW-Landtag gewählt wurde, quatschte er mich an, ob ich mitgehen würde, für eine anfänglich halbe Stelle, die auf eine ganze erweitert werden solle. Weiterlesen

Misstrauen, Bestrafung und …

… HOFFNUNG!

Sehr erhellend wie fast immer Antonia Groß/MDR-Altpapier: Plenarwoche oder: Flood the Zone with Misstrauenn – Viele Analysen über das Reformpaket der Regierung und die letzten Abstimmungen vor der Sommerpause unterstellen Misstrauen gegen die Bevölkerung. Warum das zwar stimmt, aber lähmt – und wieso sich Protest gegen die Beschneidung liberaler Transparenzgesetze offenbar erfolgreicher durchsetzen lässt?” Weiterlesen

Geht “Sozialismus” von den USA aus?

Die ultrahocherhitzte “Palästinasolidarität” vernebelt gelegentlich die Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Realität am Aufenthaltsort ihrer Aktivist*inn*en. Das stelle ich in Rechnung bei meiner Überraschung über diesen Bericht in der ebenfalls gelegentlich linkssektiererisch über die Schlechtigkeit der kapitalistischen Welt jammernden Jungen Welt:

Adrian Müller Peña: Vorwahlen der US-Demokraten: Mit einer Prise Sozialismus Weiterlesen

Alle gegen den schlauen Gianni?

Diesen Eindruck wollte vorgestern die Tagesschau-Redaktion vermitteln, und gestern auch Roland Appel. Auch der integre Thomas Kistner/SZ-Paywall tut es. Er ist aber falsch. Richtig ist vielmehr, was Kicker-Redakteur Benni Hofmann analysiert:

Mehrheitsbildung gegen FIFA-Boss schwer: Warum der Fall Balogun Infantino nicht gefährlich werden wird – Kann der Tabubruch in der ‘Causa Balogun’ Gianni Infantino zu Fall bringen? Eher nicht! Die UEFA positionierte sich zwar klar – doch eine echte Opposition im Weltfußball zeichnet sich nicht ab. Die Gründe.” Weiterlesen

Oppositionelle in der Gnade der türkischen Justiz

Vergleichende Justizsysteme – Vergangenheit und Gegenwart

Während meines Magister- und Promotionsstudiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Bonn habe ich mich intensiv mit Franz Kafkas Roman “Der Prozess” beschäftigt. Damals stand für mich die literarische Analyse eines der bedeutendsten Werke der Moderne im Mittelpunkt. Heute, mehr als hundert Jahre nach seiner Veröffentlichung, erscheint mir der Roman in einem anderen Licht. Je intensiver ich die politische Entwicklung in der Türkei verfolge, desto häufiger drängt sich mir die Frage auf, wie aktuell Kafkas Beschreibung einer undurchsichtigen und schwer durchschaubaren Justiz geblieben ist. Weiterlesen

Fußball ganz unten angekommen

Die korrupten Verbrecher in der FIFA haben auf den Anruf Donald Trumps bei Infantino “Corleone” reagiert: Die Rote Karte gegen den US-Stürmer, für ein klares Foul verhängt, wurde von den Funktionären “Zur Bewährung ausgesetzt”, damit die USA gegen Belgien auf ihren Stürmer zurückgreifen können. Einmaliger Vorgang, nicht wegen der Korruption, sondern wegen der offensichtlichen Dreistigkeit dieser öffentlichen Korruption. Pate Trump sagt,  er habe gar nichts gemacht, nur “um Überprüfung gebeten”. Infantino “Corleone” behauptet, er hätte keinerlei Einfluss genommen. Weiterlesen

Vom anderen Eisenbahn-Stern

Japans Wundersame Bahn CCLII

Zur Erinnerung: die Deutsche Bahn sperrt diese Woche Köln-Bonn (jeweils Hbf.). Ab Freitag dann: Troisdorf-Wiesbaden, u.a. über Beuel Bhf für den Rest dieses Jahres. Von Asien aus wird die Eisenbahnwelt nun schon seit Jahren aufgerollt und erobert. China setzt auf allen Kontinenten Massstäbe für den Bau neuer Strecken und Netze. Japan ist aus deutscher Sicht ein Symbol für Pünktlichkeitswahnsinn. Und Erdbebensicherheit. Weiterlesen

Alternativen zum Schlechten

Wie schlecht wir aktuell regiert werden, beschreibt und analysiert Stefan Reinecke/taz: Reformpaket der Bundesregierung: Friede den Palästen, Krieg den Hütten – Das Reformpaket stützt die Reichen und nimmt von den Armen. Solche Reformen verschärfen die soziale Spaltung, statt sie zu kitten.” Neben dem Versuch, die Immobilienspekulation gegen Vergesellschaftung zu retten, gehört auch das Schleifen der Informationsfreiheit zu den Verzweiflungstaten dieser Deppen: Weiterlesen

„Das Unerhörte ist alltäglich geworden.“ (Ingeborg Bachmann)

Der Newsletter Juli 2026 des Demokratischen Salons (vollständiger Text über diesen Link) informiert Sie über die im Juni 2026 veröffentlichten Texte. Wie üblich finden Sie weitere Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen sowie Vorschläge für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert.

Sie wäre im Juni 2026 einhundert Jahre alt geworden und ist mit Elfriede Jelinek und Gisela Elsner eine der bedeutendsten Stimmen deutschsprachiger Literatur der sogenannten Nachkriegszeit: Ingeborg Bachmann. Weiterlesen

„Einmal 33 reicht in der deutschen Geschichte“

Toxische Männlichkeit (II): Döpfner und Merz

Hätte ich nicht gedacht: der Satz in der Überschrift dieses Textes soll vom heutigen Bundeskanzler sein, noch bevor er in sein Staatsamt gewählt wurde. So schildern es Aurelie von Blazekovic und Claudia Tieschky in einer mir insgesamt glaubwürdig erscheinenden Geschichte hinter den digitalen Mauern der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) in der SZ. Die Geschichte handelt von den Herren Döpfner und Merz, und was Frau Quadbeck und Herr Lamby über die beiden verbreitet haben. Ist es mehr oder weniger hohler PR-Lärm? Ist es politische Intrigen-Strategie? Und von wem? Weiterlesen

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