Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Umweltpolitik (Seite 1 von 27)

Vom Handeln wider besseres Wissen

Man könnte das Handeln wider besseres Wissen als das Grundübel der Moderne oder gar der Aufklärung bezeichnen, denn die Aufklärung stellt den Verstand in den Mittelpunkt des Menschseins, was ihn jedoch seit je her nicht davon abhält unvernünftig zu handeln. Es werden Rohstoffe verbraucht, als stünden sie unendlich zur Verfügung. Die Grenzen des Wachstums sind spätestens seit dem ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 bekannt und doch wird so gelebt und gewirtschaftet, als gäbe es sie nicht und die natürlichen Ressourcen stünden unendlich zur Verfügung. Weiterlesen

Benzin im Blut – Gas im Gehirn

Vom Unwillen aus Energiekrisen zu lernen

Wie lernfähig sind Gesellschaften, die von lernunwilligen Parteien regiert werden? Innerhalb von vier Jahren trifft uns die zweite Energiekrise. Doch trotz der Erfahrung von 2022 setzten viele Deutsche weiter auf Gasheizungen und Verbrenner. Heute tragen die sozial Schwächsten die Hauptlast der Preissteigerungen aus explodieren Öl- und Gaspreisen. Schwarz-Rot aber will die Anhängigkeit von Fossilen verlängern: Der Ausbau der Erneuerbaren soll gebremst, Gaskraftwerke sollen subventioniert werden. Weiterlesen

Mehr als Agitprop-Prosa aus dem Schwarzen Block

Buch über antifaschistische Architektur: Was ist antifaschistisches Bauen? Die US-Architekturforscher Daniel Jonas Roche und Andrew Santa Lucia haben dazu ein spannendes Buch veröffentlicht.

Ein gigantisches Hakenkreuz, das von Arbeitern mit Schaufeln und Motorfräsen gewaltsam zerstört wird. Das plakative Wandrelief, das der damals 31 Jahre alte Bildhauer und Designer Isamu Noguchi 1935 im Abelago Rodriguez Markt in Mexiko-Stadt schuf, entspricht dem populären Bild der klassischen Antifa: die Proletarier, die sich entschlossen den finsteren Mächten von Kapitalismus und Faschismus entgegenstellen. Weiterlesen

Indien? „Nächstes Jahr wieder Norwegen“

Reisen kann Vorurteile abbauen, aber es kommt auf die Art des Reisens an.

Ein Moped rast eine Dorfstraße auf etwa 1000 Höhenmetern entlang – auf der anderen Seite ist der 2805 Meter hohe Calanda zu sehen, nachdem auch die bekannteste Bier-Imitation des Kantons Graubünden getauft ist. 50 Meter neben mir bleibt das Moped kurz darauf stehen. Als die Fahrerin den Helm abnimmt, schaue ich die Schwester meines Gastgebers fragend an: „Das ist die 14-jährige Tochter unserer Nachbarn.“ Da mir die Antwort nicht ausreicht, blicke ich die Schwester weiter an: „Ja, in der Schweiz dürfen Jugendliche schon ab 14 Jahren Mopeds bis 30 Km/h fahren“, worauf ich erwidere: „Das waren doch mindestens 50 Km/h.” „Natürlich ist das Moped frisiert, wie soll denn die Ärmste sonst die Berge hochkommen?“ Weiterlesen

(Wie) kann Goldreichtum vielen nützen?

Kolumbiens neuer Weg

Kolumbien gehört zu den Ländern mit den größten Goldvorkommen Südamerikas, wie mir ein Goldbauingenieur vor einigen Jahren erklärte. Ich wollte herausfinden, was mit der Konfliktmineralie Gold nach dem Ende des Bürgerkriegs passiert ist, und fuhr daher über schlammige Straßen in den Norden des Cauca. Mein Ziel war es, zu verstehen, wie der Goldabbau, der während der Existenz der FARC zu einer ihrer Hauptfinanzierungsquellen gehörte, in einem Kolumbien nach der Demobilisierung aussehen würde. Weiterlesen

Gold und Silber in der frühen Globalisierung

Aus den amerikanischen Minen in die Taschen europäischer Händlergruppen – Wer am hispanoamerikanischen Gold und Silber in der frühen Globalisierung verdiente

Die Bedeutung der Edelmetalle für die frühe Globalisierung vom späten 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert kann kaum überschätzt werden. Die frühe Globalisierung muss als notwendige Vorbedingung der modernen begriffen werden, auch wenn sie mit dieser noch wenig gemeinsam hatte. Im Kern handelte es sich um einen Prozess der dauerhaften Verknüpfung der Kontinente und Großregionen des Globus, der von verschiedenen Kräften und Motivationen vorangetrieben wurde. Imperien erweiterten ihre Herrschaftsgebiete; universalistische Religionen wie das Christentum suchten ihrer Lehre in immer ferneren Weltgegenden Gültigkeit zu verschaffen. Eine zentrale Rolle spielten die Ausweitung und Vertiefung der überregionalen Handelsbeziehungen. Weiterlesen

China

Soeben habe ich hier nur sehr kursorisch die aktuelle weltpolitische Rolle Chinas angerissen. Weit gründlicher erörtert diese Frage heute

Felix Wemheuer/Jacobin: Die Linke kommt um China nicht herum – Die deutsche Linke ist sich uneinig über China: Wo die einen »Sozialismus chinesischer Prägung« und eine Alternative zum Neoliberalismus sehen, kritisieren andere »autoritären Staatskapitalismus«. Bei diesem Gegensatz kann die Debatte nicht stehen bleiben.” Weiterlesen

Allen Widrigkeiten zum Trotz

Debatte zur regelbasierten Weltordnung: Im Berliner Hebbeltheater hat der Menschenrechtsanwalts Wolfgang Kaleck sein neues Sachbuch präsentiert. Es zeigt, dass Internationales Recht Macht hat.

Pessimismus des Intellekts, Optimismus des Willens. Antonio Gramscis berühmtes Zitat aus seinen „Gefängnisheften“ ist zu einer hohlen Metapher geworden, ausweglose Lagen schönzureden. Doch wenn der Satz einmal wirklich passt, dann auf den historischen Moment, in dem die „regelbasierte Ordnung“ in der Weltpolitik durch das „Recht des Stärkeren“ abgelöst zu werden droht. Weiterlesen

120 Jahre alt

Laut BILD-Zeitung vom Januar prophezeihen Mediziner, dass Menschen in absehbarer Zukunft ein Alter von 120 Jahren erreichen können. Nun weiß man zwar schon seit Jahren, was von Aussagen und Ankündigungen dieser Zeitung zu halten ist, doch ist die Tatsache unstrittig, dass die Lebenserwartung der Menschen immer weiter steigt. Weiterlesen

Die große Transition

Energie im globalen Machtkampf

Die Zeitenwende als Zeitenbruch: Die alte sicherheits- und wirtschaftspolitische Ordnung ist zerbrochen. Es gibt keinen Hegemon mehr. Putin und Trump betreiben einen Imperialismus der Schwäche, gestützt auf fossile Energien und militärische Macht. China setzt auf Elektrifizierung und Dekarbonisierung. Die neue Blockkonfrontation lautet Petrostaaten versus Elektrostaaten. Europa muss sich aus der fossilen Abhängigkeit befreien. Es muss strategische Autonomie, gemeinsame Verteidigung, Eurobonds und Kooperationen in einer Allianz der Mittelmächte vorantreiben, will es die neue multipolare Welt mitgestalten. Meine Rede bei der SensAbility 2026: Weiterlesen

Kein Bock auf Nerverei

Personalie des Tages: Jörg Schönenborn/WDR (61) will noch ein bisschen Spass an der Arbeit haben

Seit 2014 ist er Boss, in diversen Funktionen mit diversen Titeln. Als er aus einer selbstimaginisierten Favoritenposition heraus WDR-Intendant werden wollte, also Oberboss, schied er enttäuschend schon im ersten Wahlgang aus. Warum also im hohen Ü60-Alter noch mit Chefsein rumärgern? Ich habe ja selbst schon mit 59 aufgehört, aus gesundheitlichen Gründen, wie mein Infarkt im Vorjahr bewiesen hat. In meiner Medienerinnerung hat Jörg Schönenborn zwei Seiten, eine starke und eine schwache. Die schwache war/ist ebendieses Bosssein. Weiterlesen

Frau von der Leyen erzählt Märchen

Es sei ein strategischer Fehler gewesen, aus sicherer, sauberer und günstiger Atomenergie ausgestiegen zu sein. Sie will deshalb, dass die EU-Kommission wieder in Atomenergie einsteigt, Unternehmen subventioniert, die wieder in die Atomenergie investieren und sogar Investitionen in diesem Wirtschaftsbereich absichern. Drei Märchen auf einmal, um die Wahrheit zu verschleiern: Es geht um Europas Atombewaffnung! Weiterlesen

Das fossile Fukushima

Der Irankrieg und die Energiepolitik

Geschichte wiederholt sich nicht? Doch. Immer wenn die CDU den alten Energiekonzernen gefällig sein will, kommt die Weltgeschichte dazwischen. Das war am 11. März 2011 so. Und ist es seit dem 1. März 2026 wieder so.

Der Angriff der USA und Israels auf den Iran im März 2026 droht für die Energieversorgung Europas ähnliche Folgen zu haben, wie Putins Überfall auf die Ukraine. Weiterlesen

Ein halbes Jahrhundert

Grüne Umweltpolitik im Bundestag – Ökologie als moderne Industriepolitik

Von der Energiewende über das Naturschutzgesetz bis zum Dosenpfand: Ein halbes Jahrhundert gestaltet der Fachbereich Ökologie die Umweltpolitik der grünen Bundestagsfraktion. Seit einem Vierteljahrhundert wurde er von Arnd Grewer koordiniert. Mein Dankesrede auf ihn zu Pensionierung: Weiterlesen

Nicht regierungsamtlich

Seit einigen Jahren stehen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zunehmend unter Beobachtung und Kritik politischer Kreise. Themen sind die Finanzierung durch staatliche Mittel und der Vorwurf politischer Einflussnahme und Einseitigkeit. Die Debatten drehen sich um Demokratieförderprojekte und internationale Streitpunkte wie in Israel. Auch in Europa verschärfen sich Maßnahmen gegen NGOs. Die Debatte über die Gemeinnützigkeit und Transparenz solcher Organisationen, vor allem mit politischer Reputation, bleibt daher aktuell. Weiterlesen

(Öko-)Journalismus ist möglich IV

Die besten Kerzen auf der Deutschlandfunk-Torte werden immer am Wochenende gesendet. Heute z.B.:

Christoph Richter: Das Wochenendjournal – Die Oder – Wie ein Grenzfluss verbindet – Gemächlich mäandernd bildet die Oder die Grenze zu Polen. Mit ihren Flussauen bietet sie Lebensraum für viele Tiere. Ein massenhaftes Fischsterben vor einigen Jahren hat aber gezeigt, wie fragil dieses Ökosystem ist. Weiterlesen

Bayern schüttet das Füllhorn aus

In den letzten Jahren hat sich ein Hype für Kernfusion aufgebaut. Von dieser neuen Nukleartechnik, die nicht mehr schwere Kerne wie Uran oder Plutonium spalten, sondern leichte Wasserstoff-Isotope miteinander verschmelzen will, verspricht man sich die Lösung aller Energieprobleme. So war es zuletzt Bundeskanzler Merz, der seinen Glauben daran kundtat, dass es “in zehn, zwanzig Jahren” Fusionskraftwerke geben werde und dann könne man alle anderen Energieformen vergessen. Weiterlesen

Von Hühnern lernen

Journalismus ist möglich III

Ich war 3. Hier beginnen meine bewussten Lebenserinnerungen. Ich war ein Vierteljahr bei meinen Grosseltern untergebracht. Sie lebten in einem Behelfsheim in Glinde bei Hamburg, mit einem idyllischen Garten und eine “Strasse”, die jeden Stossdämpfer der bereits frei herumfahrenden Autos bei über 20 km/h sofort ermordet hätte. Ein Kinderparadies also. Ich war mit 3 oben auf dem Hamburger Michel, der Hafen sah damals schon unfassbar grossartig aus, aber: untenrum am Michel, 15 Jahre nach dem Krieg, nur Trümmer und Zerstörung. Weiterlesen

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