Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Umweltpolitik (Seite 1 von 25)

Miteinander statt übereinander reden

Wer in der Politik wichtige Ämter bekleidet, sollte lesen und telefonieren können. Vor allem, wenn sie Entscheidungen der eigenen Partei kommentiert. Die Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner scheint beides nicht perfekt zu beherrschen. Sie kritisierte nach der Abstimmung laut Deutschlandfunk die Entscheidung der Grünen im Europaparlament, das Mercosur-Abkommen vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen. Friedrich Merz hat diese Entscheidung des EP kritisiert und behauptet, die Überprüfung könne “die Ratifizierung des Abkommens um Monate oder gar Jahre verzögern.” Alexandra Geese hat auf ihrer Homepage heute die Entscheidung verteidigt und erklärt. Beide haben offensichtlich nicht miteinander gesprochen. Weiterlesen

Hope of Deliverance

Das Jahr 2026 hat zweifellos für sehr viele Menschen nicht gut begonnen. Die andauernden Kriege, Krisen und Katastrophen machen es einem nicht leicht, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Ob in der Ukraine, im Sudan, im Gaza, in Myanmar, in Äthiopien, im Sudan, im Jemen, in Somalia, im Kongo oder auf Haiti – die Liste der Länder mit schweren humanitären Katastrophen wird jedes Jahr länger. Die von Krieg und staatlichem Terror direkt betroffenen Menschen können schwerlich mit Zuversicht auf das gerade begonnene Jahr schauen. Weiterlesen

Das Modi-Indien hat fertig (II)

Indiens hohe Wachstumszahlen sind manipuliert. Dazu steht die Infrastruktur gerade in Sachen Wasser und Müll vor dem Kollaps und der Smog wird immer schlimmer.

Ich sitze gegenüber dem Busbahnhof – mit einem Durchschnittslärm von bis zu 89 Dezibel, der lauteste Ort in der Kleinstadt Berhampur. In Indien werden Hupen mit einer Lautstärke von 140 Dezibel verkauft und benutzt – 130 beträgt die menschliche Schmerzgrenze. Vor mir auf dem Bürgersteig zieht ein zerlumpter Bettler seinen beinlosen Rumpf mit Hilfe der Hände vorwärts. Seine Stümpfe stecken in dicken Gummistulpen. Nach sechs Wochen Straßen-Indien nehme ich ihn nur noch wahr, weil ich schreibe. Links von mir am Straßenrand hocken zwei „Gemüse-Frauen“ vor ihren ausgebreiteten Waren. Wenn Taubheit den Menschen vor Lärm schützt, so zeigt ihr Blick an, dass auch Stumpfsinn seinen guten Zweck haben kann. Weiterlesen

Michael Bukowski: Deutsches Sonnenmärchen

Wie wir die Sonnenenergie zum weltweiten Erfolg gemacht haben – Rezension

Schließlich und endlich vermittelt die Lektüre des Buches in diesen angespannten Tagen, Wochen, ja Jahren, Hoffnung. Wenn Michael Bukowski seine kleine Geschichte der Sonnenenergie von der Mitte der 1970er bis zur Mitte der 2020er Jahre erzählt, sind viele Berichte keinerlei Märchen. Es bleiben jedoch einige Fragen. Weiterlesen

Nein, ich reg’ mich nicht auf

Dem lokalen Monopolblatt ist heute zu entnehmen (Paywall), die Bezirksvertretung Beuel diskutiere mal wieder über den Adenauer-Platz und die dortigen Probleme von ÖPNV und Fussgänger*inne*n. Wenn die Darstellung zutrifft, dann bringen Vertreter*innen der Grünen, der Linkspartei und von Volt dabei sogar vernünftige Argumente vor. Das macht es freilich noch ärgerlicher. Weiterlesen

Der Schnee von gestern

Das Fernsehen berichtet von „Chaos“ und einer „Katastrophe“ und meint damit, dass es schneit. Und während ich darauf warte, dass der Russe endlich zugibt, die „eisigen Temperaturen“ in Deutschland veranlasst zu haben, bestrahlt mich am Mittelmeerstrand die Sonne vom azurblauen Himmel aus mit Wohlbehagen …

Ein Schoko-Eis lutschend leiste ich mir eine Erinnerung an die Zeit der Jahreswende 1978/1979: Da holte ich um die Mittagsstunde des Silvestertages meinen Freund Werner Klein, einen großartigen Satire-Kenner, vom Hamburger Flughafen ab. Es schneite, was für die Jahreszeit ja nicht ungewöhnlich ist. Wir wollten die freien Tage in meinem Reetdachhaus auf Eiderstedt verbringen, also an der Nordseeküste, und dort an einem Radioprogramm arbeiten. Die Autobahn war noch nicht vom Schnee geräumt, das Fahren war unangenehm, und wir brauchten für die 150 Kilometer fast drei Stunden. Weiterlesen

Mette Fredericksen allein zuhaus?

Wer fragt sich dieser Tage nicht: “Wo ist eigentlich die EU und was für bescheidene Berater:innen hat sie?”  Donald Trump äußert sich wiederholt aggressiv zur Okkupationabsicht Grönlands: “Wir brauchen Grönland ganz dringend für UNSERE NATIONALE Sicherheit”. und droht direkt und durch praktische Handlungen – u.a. durch die Okkupation des angeblich russischen Öltankers. Was kann man daran noch falsch verstehen? Sie glaube nicht an eine militärische Okkupation, sagt die “Sicherheitsexpertin” Dr. Claudia Major im ZDF, die Regierungschefs, die sich gerade in Sachen Ukraine mal wieder am Katzentisch der Weltbühne treffen, sagen zu alldem: nichts. Und sie tun auch nichts! Weiterlesen

Degitalisierung: Entfremdung

Zwischen dem aktuellen KI-Hype und der ersten Industrialisierung gibt es Parallelen, das zeigt sich besonders in der drohenden Entfremdung, analysiert unsere Kolumnistin. Aber es gibt Wege, die gleichen Fehler nicht nochmals zu machen.

“Unsere Erfindungen sind meistens niedliche Spielsachen, die unsere Aufmerksamkeit von ernsten Dingen ablenken. Sie sind nur verbesserte Mittel zu einem unverbesserten Zweck – zu einem Zweck, der auf die einfachste Weise von vornherein hätte erreicht werden können.”  Sparsamkeit, Walden oder Leben in den Wäldern, Henry D. Thoreau Weiterlesen

Das Modi-Indien hat fertig (I)

Selbst Indiens Kleinstädte versinken in Lärm, Müll und Luftverschmutzung

Irgendjemand schlägt mir aufs Hinterteil. Ich schlage die Augen auf und versuche mich zu orientieren. Es ist 4.30 Uhr am Morgen. Ich befinde mich im Chennai-Mail Express, in einem 8er-Abteil mit 14 Wanderarbeitern aus Kolkata. Drei von ihnen, die auf der untersten Liege mir gegenüber hocken, haben ihre Hände ausgestreckt, darin 10 und 20 Rupie Scheine. Ein Mann in Frauenkleidern nimmt sie entgegen. Weiterlesen

Abstiegskampf

Wer wie ich Borussia-Mönchengladbach-Fan ist, muss sich darin auskennen. Was braucht mann dafür? Im optimalen Fall wird mann aus dem thüringischen Osten mit einem allseitig gebildeten Kerl wie Hans Meyer beschenkt. Sein Geburtsort im heutigen Tschechien wurde abgebaggert. Seine allseitige Bildung ermöglichte ihm, das System, in dem er sich nach 1990 als Fussballlehrer durchbeissen musste, besser verstand, als die meisten, die in ihm aufgewachsen waren. Weiterlesen

TechBros und ihre starken Schwestern

Der grosse überall aneckende Kapitalismus-Erklärer Tomasz Konicz publiziert jetzt beim schweizerischen Online-Magazin “Untergrundblättle”. Dort habe ich dies mit Interesse gelesen:

Abschied von der Illusion des Konsumenten-Kapitalismus: Auf dem Altar des Techno-Gottes – Ausblicke auf neue Formen der Krisenkonkurrenz in der aufziehenden autoritären Ära des allseitigen spätkapitalistischen Mangels.” Weiterlesen

Die vertrocknete Alte

Berlin

In meiner Jugend im Ruhrgebiet war diese Überschrift eine frauenfeindliche Beleidigung. Ich habe sie nie benutzt, aber oft gehört. Aber was bitte soll mann zu Berlin besseres sagen? Wiekommichdrauf? Zunächst war in meiner Kindheit der seinerzeit amtierende Bundeskanzler das repräsentative Abbild dieser Beleidigung – nur als Mann. Von ihm ist mir hängengeblieben, dass Deutz für ihn schon in “Sibirien” lag. Berlin war für ihn also Wladiwostok. Und wer will sich dort um diese Jahreszeit freiwillig aufhalten? Weiterlesen

Kanzler Hanswurst der Rechtstaatlichkeit

Der Jurist Friedrich Merz ist ein klassischer Maulheld. Er redet zu Feierstunden von Menschenrechten und zeigt zum Fest der Menschenwürde, zu Weihnachten, hunderten von ehemaligen Mitarbeitenden, Dolmetscher:innen der Bundeswehr, Lehrer:innen und für Frauenrechte eintretenden Personen, denen bereits die Ausreise aus Afghanistan bzw. Pakistan zugesagt worden war, die kalte Schulter: Ihre Aufnahme in Deutschland sei nicht mehr von INTERESSE – ein Wortbruch erster Güte, der sich ebenso herumsprechen wird, wie das, was der aktuellen Bundesregierung das Völkerrecht und die Rechtstaatlichkeit wert sind:   Keinen Pfifferling! Weiterlesen

Die „Großen“ nutzen die „Kleinen“ als Klopapier

Im kleinen Bangladesch ist zu sehen, woran die Erde krankt: Egal ob Chinesen, Inder, Japaner, Russen oder Deutsche – alle machen des Profits wegen mit, die Zukunft eines Landes zu zerstören. 

90 Km östlich von Kolkata hat die indische Regierung dem Bundesstaat West Bengalen eine etwa 500 Meter lange Halle in den Wald geknallt. Direkt neben der Grand Trunk Road die mit riesigen Banyan Bäumen gesäumt ist.  Die Innenausstattung der Halle gleicht dem des Einreisebereichs des internationalen Flughafens in New Delhi. Mit dem Ausreisestempel aus der Halle kommend wird der Reisende gezwungen, die letzten 100 Meter mit einem Elektromobil bis an den Grenzzaun gefahren zu werden. Es fehlt nur noch, dass der Fahrer ausruft: „Schaut her Bangladesch, wir sind das große Indien.“ Weiterlesen

Ruhebedarf

Drei Viertel böllern nicht

Medien finden Feuerwerke geil. Diese “schönen” Bilder. Gerne auch mit Randale. Noch lieber mit Migrant*inn*en-Randale. Gerne werden Interviews gegeben. “Endlich fragt mich mal einer”. Feuerwerkskäufer mit prall gefüllten Einkaufswagen schaffen es in die Tagesschau. Ist ja sonst nichts los. Feuerwerke in real existierenden Kriegen sind zu weit weg. Kein Kamerateam greifbar, ist ja auch viel zu gefährlich. Tote und Verletzte, ja traurig, aber deutsche Todesopfer? “Keine*r von uns” dabei. Weiterlesen

So viel Habeck war selten

2025: Als die CDU Kanzlerpartei verlernte

Ende 2024 war die Ampel gescheitert. Blockiert von der FDP stand sie auf Rot. Auf Robert Habecks Antworten auf die Krise des Industriestandorts Deutschland reagierte die CDU des Friedrich Merz mit einer Anti-Kampagne. Als Kanzler aber setzte Merz 2025 das Erbe Habecks um. Und siehe da: Die Kanzlerpartei ist nicht mehr die Kanzlerpartei. Sie spielt Fundi-Truppe. Ein Rückblick. Weiterlesen

Dreckiges Leder für Deutschland

Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.

Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Weiterlesen

Zwischen Räumen


Wie eine Stadt entsteht

Hoch über La Paz erhebt sich El Alto. Eine Stadt, die nie geplant wurde und doch Tag für Tag neu entsteht. Zwischen Marktständen, Ziegeln und Mystik wächst hier ein urbanes Leben, das sich weder vom Staat noch von Architekten vorschreiben lässt. Eine junge Bewohnerin beschreibt, was Bauen, Wohnen und Indigenität in einer Stadt bedeuten, die sich selbst erschafft. Weiterlesen

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