Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Aldi

Ach Laumann, wo warst du?

Als ich heute morgen in den Nachrichten hörte, Karl-Josef Laumann fordere den Bundestag jetzt zu mehr Eile auf, schoss mir so viel Adrenalin ein, dass ich schnell wach war. Der Herr Laumann war von 2005 bis 2010 und wieder seit 2017 der in NRW verantwortliche Minister fĂŒr Arbeit, Gesundheit und Soziales. Er gehörte auch der Bundesregierung an, 2013-2017 als beamteter (!) StaatssekretĂ€r fĂŒr Gesundheit. “Was hat der Kerl die ganzen Jahre gemacht?” fragte ich mich, und war wach.Weiterlesen…

Bauernfeinde sind Bayermonsanto, Aldi, Lidl, Edeka, Rewe …

mit Update
Liebe BĂ€uerinnen und Bauern. Ich weiss, dass die paar tausend Treckerdeppen Euch nicht reprĂ€sentieren. Es sind nur die DĂŒmmsten unter Euch, die nicht verstehen, dass in einer Demokratie nicht die PS abstimmen, auch nicht die Grundbesitzer*innen, sondern alle Menschen ab 18 (ausser AuslĂ€nder und andere prekĂ€r und unter Sklavenbedingungen arbeitende). Eure Feinde sind nicht wir, die Verbraucher*innen. Sondern wir haben gemeinsame Feinde.
Die Produktionsbedingungen, die Euch und uns die Agrochemieindustrie diktieren will,Weiterlesen…

Die dĂŒmmsten Bauern fahren die dicksten Traktoren

Mehrere tausend Bauern haben heute mit Traktoren, die alle deutlich ĂŒber 200 PS auf die Straße bzw. den Acker bringen, Bonn und viele andere StĂ€dte der Republik blockiert. Die weit ĂŒber 100.000 Euro teuren Fahrzeuge lassen zweifeln, wie wir das Gejammer der konventionellen Landwirte verstehen sollen, dass sie “am Ende” seien. Am Ende der Vernunft? Am Ende der Einsicht? Offensichtlich nicht am Ende der Blindheit dafĂŒr, dass sie nicht mehr Landwirte, sondern sklavenhafte AnhĂ€ngsel der Chemieindustrie sind. Offensichtlich ohne Einsehen darin, dass die ihnen bisher legal auszubringende GĂŒllemenge weit ĂŒber der von Wissenschaftlern in der EU einmĂŒtig vorgetragenen Maximalmenge liegt – mit entsprechenden Folgen fĂŒr den Nitratgehalt im Trinkwasser bundesweit.Weiterlesen…

Eins und eins zusammenzÀhlen

Heute haben in Belgien zahlreiche Bauern aus Deutschland und dem Nachbarland gegen zerstörerische Milchpreise demonstriert. Unvergessen, dass vor einigen Jahren Bauern ĂŒber eine Million Liter Milch auf FlĂ€chen ausgegossen haben. Damals forderten sie einen Mindestpreis von 40 ct. pro Liter. Nach einem kurzen Anstieg sind die Preise heute wieder im Keller. FĂŒr 30ct./L können Bauern nicht wirtschaftlich ĂŒberleben. Ursache sind die Preisdiktate der Einkaufsriesen Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und co. Immer wenn die Öffentlichkeit wegsieht, schlagen sie zu.Weiterlesen…

Erdogan&Springer: Angst vor Kontrollverlust

Alles gerĂ€t ins Rutschen. Recep T. Erdogan hat Angst. Weniger vor dieser EU, als vor seinem “eigenen” Volk. Verliert er die nĂ€chste Istanbul-Wahl schon wieder? Gerrit Wustmann/telepolis hĂ€lt das fĂŒr sehr gut möglich. Erdogans OB-Kandidat hat keine Lust, wĂ€hrend der Oppositionskandidat Imamoglu, der schon die erste Wahl knapp gewonnen hatte, auf Mobilisierung und Zuneigung zu schweben scheint. WĂ€re schön, wenn das stimmt. Nur sicherer wĂŒrde dadurch noch nichts. Der PrĂ€sident wird nicht ruhen, wenn das Volk falsch wĂ€hlt. In Istanbul, so gross wie NRW (Achtung: das ist kein Saarland-Vergleich!), geht es um zu viel.
Das denkt sich auch Friede Springer, MilliardĂ€rin, Medienzarin und Merkelfreundin.Weiterlesen…

Disruption oder Eruption?

Die “digitalisierte Landwirtschaft”
Vor einigen Tagen hatte ich bereits auf einen NDR-Film zu diesem Thema hingewiesen. Heute schreibt Svenja Glaser/oxiblog grĂŒndlich ĂŒber eine Studie zu diesem Thema. Welche Auswirkungen wird es auf unseren Appetit haben? Schmeckt es noch, wenn richtige Menschen an der Erzeugung kaum beteiligt waren? Es schmeckt nicht unbedingt besser, wenn wir beim Essen an sklavenĂ€hnliche ArbeitsverhĂ€ltnisse beim Ernten von deutschem Spargel, italienischen Tomaten oder spanischen Erdbeeren denken. In der Regel spalten wir das in der Zeit gedanklich ab, es soll ja schmecken.Weiterlesen…

Der smarte Realo-Kommentar

Wo ist der Ausweg? Habe ich mich nach Roland Appels Text gefragt. Die Frage ist gar nicht so schwierig, wie sie aussieht. Europa ist technologisch und ökonomisch in diesem Bereich von China und Kalifornien bereits aussichtslos abgehĂ€ngt. Und was Roland beschreibt, ist, weitergedacht, die Nische, die noch ĂŒbrig ist.
Es gibt einen weltweiten Markt fĂŒr Kommunikations- und Informationstechnik mit Datenschutz, offene antiproprietĂ€re Systeme, die dem kreativen Wettbewerb ihrer Erfinder*innen offenstehen, statt ihn zu bekĂ€mpfen. FĂŒr Marktbeherrschung und die Etablierung von Monopolen ist er nicht gross genug. Er ist aber gross, er ist kraufkrĂ€ftig, er verspricht angesichts der MarktmachtverhĂ€ltnisse sogar Extraprofite.Weiterlesen…

Smart-City-Totalitarismus / Widerspruch zu Melenchon

Smart Cities werden das Thema der Digitalisierungspolitik. Wieviel eine neoliberal regierte Stadt da falsch machen kann, berichtet die FR aus der spanischen Stadt Santander.
Noch beunruhigender ist, dass die IT-Konzernriesen jetzt in den Immobilienmarkt drĂ€ngeln. Auf den wollen jetzt alle, die viel Kapital haben, und nicht wissen, wie sie es verzinst kriegen. Zu besseren Zinszeiten riet JĂŒrgen Becker schon: “Legen Sie mal einen Haufen Geld in die Ecke, und gucken Sie mal, wie das ‘arbeitet’!” Warren Buffet macht sich dort breit, Aldi, Lidl und Ikea sind schon da. Und die Datenkonzerne wissen natĂŒrlich am besten, wie man Datengold schĂŒrfen kann. Eine Wohnung ist voll davon.

Vor einigen Tagen beschrieb Peter Wahl hier die politische Organisationsstrategie des linken französischen PrÀsidentschaftskandidaten Jean Luc Melenchon. Steffen Vogel widerspricht nun einigen seiner EinschÀtzungen in den BlÀttern.

Sturm ĂŒber Bonn / ARD-Geld fĂŒr Ösi-MilliardĂ€r?

Der Soziologe Stefan Selke, er lehrt in Baden-WĂŒrttemberg, hat aber einige Jahre hier in Bonn studiert, beschreibt die fragile zivilisatorische Firnis wĂ€hrend des Sturms Friederike in der abgelaufenen Woche in Bonn bei telepolis. Ich war an diesem Tag auch in Bonn, nicht am Hauptbahnhof, aber bewegte mich im ÖPNV ĂŒber die KennedybrĂŒcke, und hatte eher gegenteilige, angenehme Erlebnisse. Vielleicht lags auch einfach an dem guten Mittagessen im Pastis.
Im Alltag, also gerade nicht in Krisen-Ausnahmesituationen, mache ich jedoch Ă€hnliche Beobachtungen wie er. Als Kunde und Gastronomiegast merke ich seit langem, dass ich mit normal-höflichem Verhalten schnell von den Dienstleister*inne*n im Service ins Herz geschlossen werde – weil es so selten ist.Weiterlesen…

Gedanken zur FlĂŒchtlingspolitik 2017 (II)

Eine Replik auf Dirk Reder

Ich teile die Ansicht Dirk Reders, es sei ein kapitaler Fehler der im Bundestag vertretenen Parteien, die FlĂŒchtlings- und vor allem Fluchtursachenpolitik und damit die Außenhandelspolitik des Westens aus dem Wahlkampf auszuklammern. Weil es auf die aktuellen und brennenden Fragen vieler Menschen vor allem dumme und faschistoide Antworten der AfD gibt, wird nicht nur verhindert, dass die Gesellschaft die wirklichen Ursachen von Flucht und Migration erörtert. So verhindern Merkel und die SPD auch, dass intelligente und komplexe Antworten gegeben werden, die zumeist alte Stamm-SPD-WĂ€hler, denen der Name Erhard Eppler noch etwas sagt, ihre Partei wĂ€hlen können. Und sie lassen zu, dass die Scheinlösung der Abschottung immer breiter an Boden gewinnt und den Diskurs weiter nach rechts verschiebt. Die jĂŒngste Diskussion bei “Plasberg”, wo es scheinbar nur noch darum ging, wer am schnellsten und umfassendsten abschiebt und ein “BILD” Redakteur neben Cem Özdemir zu den beiden gemĂ€ĂŸigten Stimmen zĂ€hlte, spricht dafĂŒr BĂ€nde.
In Österreich lĂ€sst sich gerade beobachten, wie eine mittlerweile rechtsextreme FPÖ und eine ihr nach rechts nachgerĂŒckte, populistische ÖVP mit dieser Politik Punkte machen und die SPÖ marginalisiert wird. Das könnten Merkel und die SPD hier auch erreichen, wenn sie weiter so argumentieren, dass jede Analyse von Fluchtursachen unterbleibt. Es ist zu befĂŒrchten, dass es auf es auf lange Zeit immer schwerer werden wird, dass Maßnahmen, die politisch notwendig wĂ€ren, ĂŒberhaupt eine Chance haben, gehört zu werden. Ich halte das fĂŒr einen schweren strategischen Fehler und eine Mitverantwortung von SPD, CDU/CSU, aber auch von GrĂŒnen und Linken, und ich befĂŒrchte, dass nur deshalb die AfD zweistellige Ergebnisse erzielen kann – sonst hat sie politisch nichts zu bieten.

Abschottung kann und wird nicht funktionieren

Ich glaube nicht, dass Europa sich abschotten muss, schon gar nicht kann.Weiterlesen…

Kapitalismus kills Wein

Wieder einmal ist die FAZ dafĂŒr zu loben, dass sie ein Problem ĂŒberhaupt aufgreift, und dafĂŒr zu kritisieren, dass sie wieder zu kurz springt. Der deutsche Wein, und nicht nur der, ist in Gefahr. Die Monopolisierung des Lebensmitteleinzelhandels ist sein potenzieller Mörder. Es ist systemisch nicht anders vorgesehen, als als LebensmitteleinzelhĂ€ndler Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka MilliardenumsĂ€tze zu machen. Das funktioniert nur ĂŒber grosse MassenverkĂ€ufe, ĂŒber Standardisierung und Industrialisierung, um “gleichbleibende QualitĂ€t” garantieren zu können. Das Produkt Wein wird so den gleichen Tod sterben, wie es aktuell das Bier schon tut. Gleichheit ist der Tod des Weines.

Die Faszination des Produktes Wein lebt davon, dass – da Ă€hnelt er der Welt insgesamt – er stĂ€ndig faszinierende Neuentdeckungen anbietet, Neuentdeckungen die in sehr vielen FĂ€llen mit neuen QualitĂ€tssteigerungen verbunden sind. Wer mal guten Wein getrunken hat, mag keinen schlechten mehr.Weiterlesen…

GrĂŒne: Im Wahljahr bloss nicht auffallen?

Cem Özdemir und Kathrin Göring-Eckardt haben den Entwurf fĂŒr das Wahlprogramm 2017 vorgestellt. Der Titel heisst “Zukunft wird aus Mut gemacht”. Das klingt zwar wie aus der Feder einer töpfernden Agentur fĂŒr positives Denken vom Prenzlauer Berg, ist aber in Wirklichkeit bei NENA geklaut. In ihrem Originalhit 1984 „Irgendwie, Irgendwo Irgendwann“ heisst die Zeile: „Liebe wird aus Mut gemacht“. Ob das Programm hitverdĂ€chtig ist – wohl nicht mal, wenn Nena dafĂŒr singt. Dabei sollte dem Vorstand bei Prognosen von sieben Prozent sechs Monate vor der Bundestagswahl doch dĂ€mmern, dass lieb sein und auf die Machtbeteiligung warten, wohl nicht das Konzept sein kann, um sich neben Schulz und Merkel zu behaupten. Nach einer ersten – zugegeben kursorischen – Sichtung muss sich ernste Sorge um den RealitĂ€tssinn der Autoren angesichts der Stimmungslage in der Gesellschaft und den Schichten, die die GrĂŒnen erreichen könnten, ausbreiten. 1990 redeten alle von der Vereinigung, die GrĂŒnen fuhren Klimazug – das Ergebnis von 4,9% ist bekannt. Die GrĂŒnen scheinen das 2017 toppen zu wollen.

Konkrete Antworten auf aktuelle Probleme wie etwa die Frage, wie das dringend notwendige Einwanderungsgesetz konkret aussehen könnte, sucht man auf 104 Seiten vergeblich.Weiterlesen…

Beueler Kleinversorgungsprobleme

RegelmĂ€ssig besuche ich meine alte Essener Heimat und habe so einen regelmĂ€ssigen Vergleich stĂ€dtischer Strukturprobleme: hier in Beuel die bĂŒrgerlich-rheinische Puppenstube, dort im Essener Norden die Klassenprobleme, die seit Jahrzehnten ignoriert werden. Zwischendurch besuche ich hĂ€ufig, nicht weniger kontraststark Freund*inn*e*n in Köln-Ehrenfeld. WĂ€hrend letzteres, einem Wunder gleich, den U-Bahnbau unter der Venloer Strasse in Köln ĂŒberlebt hat, ist das einst lebhafte Subzentrum Essen-Altenessen darunter in den 80er/90er Jahren verstorben. Es leidet jetzt sogar unter der schlagzeilentrĂ€chtigen aber unzutreffenden Diffamierung als “No-Go-Area”. Talkshow-Stargast Guido Reil, einst SPD heute AfD, startete seine Medienkarriere mit der LĂŒge “Der Essener Norden ist voll!”, obwohl es nirgends in Westdeutschland mehr Wohnungsleerstand gab und gibt als ebendort. Das sind wirkliche Probleme.
Köln-Ehrenfeld dagegen kĂ€mpft dagegen, so angesagt zu sein, dass die Preise dort bald fĂŒr Normalverdiener*innen nicht mehr zu bezahlen sind. Ein von Immobilienspekulanten betriebenes Einkaufszentrum wurde verhindert, der Investor Bauwens-Adenauer soll “verstanden” haben. Der Stadtteil hat fast alles, was man an Köln lieben kann; nur der Dom ist woanders.

Beuel liegt in seiner Entwicklung zwischen Altenessen und Ehrenfeld, bisher und was seine Chancen betrifft, weit nĂ€her an Ehrenfeld.Weiterlesen…

Beuel wird sich verĂ€ndern (mĂŒssen)

Nichts ist tödlicher als Stillstand. Beim heutigen Depressionswetter, geschlossener (Olivotti) und gĂ€hnend leerer (LaLuna) Eisdiele, wird gedanklich bewusster, dass unser Stadtteil attraktiv und lebenswert ist, aber auch weiter an sich arbeiten muss. In abendlicher Dunkelheit zeigte ich letzte Woche einer Freundin aus Ehrenfeld unser Stadtteilzentrum – und sie wusste aus eigener Erfahrung, wovon ich sprach.

Wir begannen am Adenauer-Platz, Verkehrszentrum, Treffpunkt, mit der großen Anzeigetafel der Stadtwerke gut ausgestattet. Man weiss schnell wann man wohin wegkommt.
Geschlabbert haben wir die Besichtigung des Beueler BrĂŒckenforums. Die Mehrheit der Lokale im Erdgeschoss steht leer – gerechter “Lohn” durch die jahrzehntelange VernachlĂ€ssigungWeiterlesen…

Im Aldi-Sonderangebot: Ideologie

Vor kurzem wies ich an dieser Stelle auf die Ideologiepoduktion durch prominente Fußballtrainer hin. Zu ihnen hat sich jetzt auch Aldi gesellt. Es lĂŒgt nicht nur, es produziert auch Ideologie. Und lĂ€sst wesentliche Bestandteile der Wirklichkeit mutwillig weg.

Stellen Sie sich als Stimme in diesem Werbespot mal keine sĂŒsse Kinderstimme, sondern den frisch geschiedenen Gerhard Schröder (nee, der ist zu teuer, nehmen wir Elmar Brandt von den WDR-Mitternachtsspitzen) vor, mit dem gleichen Text.Weiterlesen…

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