Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: FAS (Seite 1 von 4)

Lebensgefahr Pflegeberuf

Und: Ötti-Missbrauch
Die sĂŒdafrikanische Ärztin Zolelwa Sifumba sprach in der FAS eindrĂŒcklich von den Lebensgefahren, die ihr Beruf bereithĂ€lt. Sie hat sich entschlossen, ihre berufliche Arbeit selbst intensiv auf allen MedienkanĂ€len zu senden. Solcher Aktivismus kompensiert – leider nur in geringem Masse – die schwache gewerkschaftliche Organisationsmacht der Pflegeberufe. Wenn dann noch recherchefaule ARD-Redaktionen bereitwillig Konzern-TV (“Vivantes”) machen, statt in einer 5-Sekundenrecherche herauszufinden, warum es schwierig ist, Menschen fĂŒr Pflegeberufe zu gewinnen, tja, dann frage selbst ich mich,Weiterlesen…

Viele Stimmen

Harald Staun ist der verantwortliche Medienredakteur der FAS, der FAZ am Sonntag. Er hat einen klaren Kompass und braucht den auch, denn in der Woche regiert dieses Ressort der schwarze Abt des privaten Konzernjournalismus Michael Hanfeld. Auch unter den VorgĂ€ngern Stauns (er selbst hĂ€lt schon 13 Jahre aus, das ist Rekord) war das Ressort in guten HĂ€nden, ein Grund, warum ich mir die FAS gelegentlich kaufte, oder sehr gerne sonntags ins Dante (im Beueler BrĂŒckenforum) mittagessen ging, weil sie dort lange auslag (ausserdem sprachen mich die einfachen, aber guten Pastarezepte der Wochenkarte immer an; seit lĂ€ngerem ist die FAS dort leider weggespart, und das WLan funktionierte mir auch zu langsam; gleich muss ich wieder zum l’Olivo, mir was Leckeres holen).
Harald Staun fĂŒhrte ein lĂ€ngeres, politisch relevantes GesprĂ€ch mit dem Intendanten des Deutschlandfunks Stefan Raue. Weiterlesen…

“Schwein gehabt”?

“Wir kommen aus diesem System nicht raus”
Die SZ (Theresa Crysmann) interviewt einen anonym bleibenden schleswig-holsteinischen Schweinebauern. Das Interview gibt einen guten Eindruck, was in der Massentierhaltung los ist. Der interviewte Bauer kann offensichtlich den globalen und den regionalen Markt nicht auseinanderhalten und hat sich von den Grossinvestoren des Agrobusiness hinter die Fichte fĂŒhren lassen, Dort lassen sie, und die exportorientierte Agropolitik der Bundesregierung, ihn verhungern. Von den gequĂ€lten Schweinen gar nicht zu reden ….
SelbstverstĂ€ndlich gibt es Wege, aus diesem System rauszukommen.Weiterlesen…

Tönnies-Freund bei der Arbeit

weiter unten: Patentrennen um Covid19-Impfstoff
Jetzt haben sie das, auf was ich hier verlinken wollte, in die Paywall eingemauert. Marcus Theurer/FAS berichtet ĂŒber die HintergrĂŒnde der wenig beachteten, sachlich aber spektakulĂ€ren Wende, die die Bundeskanzlerin kĂŒrzlich nach ihrem gross aufbereiteten GesprĂ€ch mit den Damen Thunberg und Neubauer hingelegt hatte. Das Mercosur-Abkommen, u.a. mit dem Faschisten und Regenwaldabbrenner Jair Bolsonaro, sei “kaum noch zu retten”.Weiterlesen…

Weibliche Schönheit

Und eine Rettungsperspektive fĂŒr Journalismus
Ein Mann hat die Hymne darauf geschrieben: Peter Körte, Feuilleton-Redakteur der FAS. Er bespricht das Buch der hierzulande zu Unrecht nur wenig bekannten Jodi Kantor und Megan Twohey, die sich keinen geringeren als den Hollywood-Zaren Harvey Weinstein zum lebenslangen Feind gemacht haben. Wie sie das anstellten, steht in ihrem Buch, das jetzt auf deutsch erschien: „#Me Too. Von der ersten EnthĂŒllung zur globalen Bewegung“ (aus dem Amerikanischen von Judith Elze und Katrin Harlaß).Weiterlesen…

Corona-Indien / Zuckerberg / Wirecard&Merkel / Fifa-Lunte

Eine Sammlung von VorgÀngen, die fette Schlagzeilen-Aufregung verdienen, aber nicht bekommen. Kleine Meldungen, also keine Geheimnisse. Es wÀre also ein eigenes Besinnungsaufsatzthema, warum dem nicht so ist. Darauf verzichte ich hier. Besinnen Sie sich selbst.
Indien
Christoph Hein/FAZ berichtet ĂŒber die Corona-Infektionszahlen in Indien, die nun offiziell eine Million erreicht haben.Weiterlesen…

Insel der Vernunft: die Ultras

FĂŒr das westfĂ€lische RotbĂ€ckchen aus Lippstadt sind sie Abschaum, “das hĂ€ssliche Gesicht” des Fussballs. Sein GlĂŒck, dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht, in der jede*r das Recht hat, Unsinn zu verbreiten. In Wahrheit ist es umgekehrt. Schon bei den Geziprotesten 2013 in der TĂŒrkei waren es die Ultras der Istanbuler Vereine BeƟiktaƟ, Fenerbahçe und Galatasaray, die gemeinsam die tĂŒrkische Demokratie gegen das Erdogan-Regime verteidigten. Danach intensivierte das RegimeWeiterlesen…

Wer will berĂŒhrt werden?

Gutes und böses Zweifeln
Wie verĂ€ndert die Corona-Krise das menschliche Zusammenleben? Unbemerkt verĂ€ndern sich “Frames”. Jahrzehntelang galt Zweifel und Skepsis als links, oder mindestens linksliberal. Jetzt soll es rechts sein. WissenschaftsglĂ€ubigkeit galt – auch und vor allem fĂŒr GrĂŒne – als konservative Gleichschaltung zugunsten industriellen “Fortschritts”. MĂŒhevoll wurden dagegen wortungeheuerliche DĂ€mme wie TechnikfolgenabschĂ€tzung gebaut. Jetzt gibt es scheinbar wieder “die” Wissenschaft. Und wer dem widerspricht, was die meisten dafĂŒr halten, gilt zwar wie immer als Ketzer, aber jetzt als Rechter.Weiterlesen…

Erdogan-Corona

Noch schlimmer: Indien – Weniger schlimm: China – nur spektakulĂ€r: Barca
Sind Despoten bessere Krisenmanager? Das sieht nicht so aus. JĂŒrgen Gottschlich/taz und Rainer Hermann/FAZ sehen Recep T. Erdogan als prototypisches Gegenbeispiel. Es wird noch einige Monate dauern, bis dauerhafte Urteile darĂŒber möglich sind. Es werden die WĂ€hler*innen hier wie dort sein, die sie fĂ€llen mĂŒssen.
Weit entsetzlicher als in der TĂŒrkei geht es in Indien zu, von einem nicht minder despotischen Narendra Modi regiert.Weiterlesen…

Pokerernst

Als Kind habe ich beim Westerngucken gelernt: Pokern ist kein Spiel. Es endet meistens mit einer Schiesserei, oft mit Todesopfern. Als ich das einmal bei einem Jungdemokraten-SchĂŒlerseminar in der Jugendherberge MĂŒnster ironisch brach, mit KlopapierblĂ€ttern (!) statt Bargeld als Einsatz, folgte, in prophetischer Weitsicht auf heutige ZustĂ€nde, ein Hausverbot. Das war Ende der 70er Jahre. Jetzt ist die Zeit, in der ĂŒberall – unter Ausschaltung demokratischer Öffentlichkeit – um die Ausgangspositionen fĂŒr die Post-Corona-Zeit gepokert wird.Weiterlesen…

Diskursverschiebung

Als BĂŒrger, WĂ€hler und GrĂŒnes Parteimitglied habe ich hier schon mehrmals Kritik an der GrĂŒnen Parteispitze geĂ€ussert. Nie in Zweifel gezogen habe ich ihre handwerkliche ProfessionalitĂ€t in der Öffentlichkeitsarbeit. Das hat Robert Habeck mit seiner erforderlichen, und gelungenen Initiative zur Aufnahme minderjĂ€hriger FlĂŒchtlinge (im Original nur hinter FAS-Paywall) am Wochenende bestĂ€tigt. Alle haben berechenbar auf ihn reagiert, und der Sache damit das ihr gebĂŒhrende Gewicht gegeben.Weiterlesen…

Lunte Libyen / Leipzig / China / Australien

Eine Sache, in der ich gerne unrecht behalten wĂŒrde. Das Drehbuch zum nĂ€chsten Libyenkrieg wird abgespult, wie die Nachrichten von JĂŒrgen Gottschlich/taz und hier z.B. der FAZ nahelegen. Beachten Sie: fĂŒr Herrn Erdogan ist die Alternative zum “Zuschauen”: Panzer. Mir kommt das bekannt vor.
Leipzig “Herbstmeister”? Von wegen. Red Bull ja, Leipzig keineswegs. Martin Krauss/taz erklĂ€rt es, ganz politökonomisch.
Hierzulande rĂ€tseln alle, wie die Chines*inn*en die TotalĂŒberwachung durch ihren Staat nur so gut finden können.Weiterlesen…

Parallelwelten

SkripalaffÀre gestorben? / Frankreich streikt / Deutschland explodiert
Erinnern Sie sich noch an die Skripal-AffĂ€re? Zwei Exil-Russ*inn*en sollten im Vereinigten Königreich von skrupellosen russischen Geheimagenten vergiftet werden, und wurden nur knapp von den heldenhaften britischen Geheimdiensten gerettet und seitdem vor ihren HĂ€schern versteckt. Darum können uns die Held*inn*en von MI 5-6 auch leider keine Wahrheiten und Beweise prĂ€sentieren.Weiterlesen…

GrĂŒne wollen FAZ retten

mit Update
Auf ihrem Weg zur Mitte und darĂŒber hinaus wollen die GrĂŒnen jetzt die Frankfurter Allgemeine Zeitung retten. Die ist, wie nur noch wenigen Interessierten bekannt sein dĂŒrfte, auch nicht mehr das, was sie mal war: die Stimme der herrschenden Klasse in Deutschland. Seit dem Tod ihres teilweise terroristisch-despotisch regierenden Herausgebers Frank Schirrmacher ist ihr die Macht zum Agendasetting fast komplett verloren gegangen. Andere LeistungstrĂ€ger, von GĂŒnter Bannas bis Andreas Rossmann, sind in Rente.
So entschloss sich der Politische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der GrĂŒnen Michael Kellner,Weiterlesen…

“Ich weiss, wer ich bin”

Mit Update
Welcher was-mit-Medien-Mensch kann das von sich behaupten? Journalist*inn*en, die es ĂŒberhaupt schaffen, sich von solcher Art Arbeit ernĂ€hren zu können, mĂŒssen heute ein Leben fĂŒhren wie Fussballer*innen. Vertrag unterschreiben, und danach sofort danach schauen, wo es den nĂ€chsten Vertrag gibt. Wenn der ins Visier genommen ist, alles tun, um den bestehenden scheinbar schlechteren Vertrag möglichst schadlos auflösen zu lassen. Denn Menschen, die nicht wissen, wer sie (genau) sind, können natĂŒrlich auch nicht wissen,Weiterlesen…

NachtzugtrÀume

Es war immer schon teurer einen guten Geschmack zu haben. Daran wurde ich immer wieder erinnert, wenn ich meine bevorzugte Reiseart, Bahn & Schiff, nutzte. Ende der 70er mit dem Nachtzug nach Ancona (er fuhr damals weiter bis Lecce, ganz im SĂŒden, Apulien), dort auf ein FĂ€hrschiff, das nicht nur nach Patras, sondern durch den Kanal von Korinth nach PirĂ€us (und weiter nach Israel, mit strenger Zollkontrolle) fuhr. Von diese Verkehrsmitteln gibt es heute keins mehr. In den 90ern war es immerhin noch möglich, mit NachtzĂŒgen Florenz oder Genua zu erreichen,Weiterlesen…

Jahrhunderte brennen

Die FAS veröffentlichte gestern ein bewegendes PlĂ€doyer des laut FAS “bedeutendsten brasilianischen Naturfotografen” AraquĂ©m AlcĂąntara, erfreulicherweise paywallfrei auch online zugĂ€nglich. An FAS/FAZ darf man zwar wie an den brasilianischen PrĂ€sidenten die Frage richten: warum so spĂ€t? Sie sind halt alle vom globalen Aufmerksamkeitspegel drogenabhĂ€ngig.
Der politische Zusammenhang wĂŒrde heute morgen von der Vertreterin der Böll-Stiftung Annette von Schönfeld im DLF-Interview erklĂ€rtWeiterlesen…

Zeitpolitik

Harald Staun, im Alltag Medienredakteur der FAS, gehört zu den lesenswerten Autor*inn*en seines politisch und ökonomisch mehrheitlich konservativ-reaktionĂ€ren Mediums. Einer, fĂŒr den sich ein Blick ins Blatt meistens lohnt. FĂŒr das Format “FAZ quarterly” hat er nun die Abhandlung “Auf der Suche nach der gewonnenen Zeit” veröffentlicht. Der Text beginnt fĂŒr meine auf Leseeffizienz getrimmte Wahrnehmung etwas zĂ€hflĂŒssig,Weiterlesen…

Antisemitismus? – Antizionismus? – Antifeminismus?

Die Debatte um das JĂŒdische Museum in Berlin geht weit ĂŒber die dortige Kommunalpolitik hinaus. Nach meinem Eindruck wird hier eine Abwandlung der Leitkuiturdebatte ausgetragen. Auf sehr deutsche Art und Weise soll ein fĂŒr allemal geklĂ€rt werden: “was ist jĂŒdisch?” Und wer die AutoritĂ€t hat, darĂŒber zu bestimmen. Was in der Politik funktionieren mag, ĂŒber MachtkĂ€mpfe und Abstimmungen, funktioniert in der Wirklichkeit annĂ€hernd demokratischer Gesellschaften nicht. Denn es gibt keine Leitkultur. Weiterlesen…

Achsbruch wird Gefahr fĂŒr den Frieden

So weit durfte es zwischen Frankreich und Deutschland nicht kommen
Es ist kein diplomatisches Geheimwissen mehr, sondern wird anlĂ€sslich der kommenden Europawahl ĂŒber die Medien offen demonstriert: es gibt keine deutsch-französische Achse mehr, sondern einen offen ausgetragenen Konflikt. SchĂ€ubles Griechenland-Exempel war nur der Anfang. Es fehlt nicht mehr viel, und Deutschland denkt sich wieder allein gegen den Rest der Welt. Was fĂŒr ein Meister*innen*stĂŒck!Weiterlesen…

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