Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Franz-Josef Strauss

Die SPD und der politische Selbstmord

Sozialdemokraten und wirtschaftliche Kompetenz gehen nicht zusammen. Das war nicht immer so. Zwar hat die CDU/CSU seit der GrĂŒndung der Bundesrepublik Deutschland alles daran gesetzt, gemeinsam mit der “Bild”-Zeitung das Vorurteil “die Sozis verstehen nichts von der Wirtschaft” und “Sozis können nicht mit Geld umgehen” zu kommunizieren. Aber es gab immer wieder prominente Sozialdemokraten, die diesem Stigma erfolgreich getrotzt haben. Karl Schiller, als Wirtschaftsminister der Großen Koalition zeitweise Superminister fĂŒr Wirtschaft und Finanzen, und natĂŒrlich Helmut Schmidt, der Kanzler der Wirtschaftskompetenz, der nicht nur dem Erdnussfarmer und US-PrĂ€sident Jimmy Carter (1976-1980) die Leviten lies und ebenso gerne die ökonomischen WeltzusammenhĂ€nge erklĂ€rte, wie auch dem Rest der Welt. Weiterlesen…

„Herr PrĂ€sident, Sie sind ein Folterknecht“

von Hermann-Josef Arentz
Mit diesen Worten begrĂŒĂŸte im Sommer 1987 Norbert BlĂŒm Chiles Diktator Pinochet. Der versuchte abzulenken mit einem Blick auf das Kreuz in seinem Amtszimmer: Zu dem bete ich jeden Tag. BlĂŒm : „Der liebe Gott kennt die Namen jedes Ihrer Opfer, Herr PrĂ€sident. Sie kommen nicht in dem Himmel. Sie werden in der Hölle schmoren.“

In MĂŒnchen tobte Franz-Josef Strauß, dieser Auftritt BlĂŒms koste die deutsche Wirtschaft Millionen. BlĂŒm setze sich da doch nur fĂŒr „Kommunisten“ und „Verbrecher“ ein.Weiterlesen…

Tipp fĂŒr AKK

MilitĂ€r macht nichts besser – aber vieles schlimmer
mit Update 12.1.
Mann sollte davon ausgehen, dass Frauen, kluge zumal, den Wettbewerb der Jungs darum, wer den LÀngsten hat, als das erkennen, was er ist: kompletter oft gefÀhrlicher Blödsinn. Leider gibt es jedoch eine kleine Minderheit von Frauen, die einfach nur bei den Jungs mitspielen wollen, ohne die Regeln zu Àndern. Die deutsche Bundesregierung will nur zum Schein mit Frankreich zusammenarbeiten, tatsÀchlich hat sie die Konkurrenz aber schon bis zum Achsbruch getrieben, und schickt sich an, die Boss-Rolle in der EU alleine spielen zu wollen.
Frankreich hat fĂŒr alle erkennbar so viele Probleme mit sich selbst,Weiterlesen…

Pisa den Stecker ziehen / Bayern-Saga

Stephan Schleim/telepolis hat sich mehr MĂŒhe gemacht als ich, um den galoppierenden Wahnsinn rund um die sog. Pisa-Studien einzudĂ€mmen. Ich stimme ihm in allen Punkten zu, exzellenter Text. Wenn Sies lieber kĂŒrzer und verstĂ€ndlicher haben, nehmen Sie das hier von Fritz Eckenga.
Sehr lobenswert auch der achte Teil der Bayern-Saga von Albrecht Goeschel und Markus Steinmetz. Ihre sehr unterschiedliche WĂŒrdigung der MinisterprĂ€sidenten Goppel und Strauß entspricht absolut korrekt meiner eigenen politischen Erinnerung. Bei Goppel weiss ich nur nicht, wer ihn mehr genervt hat: Franz-Josef Strauß oder sein Sohn Thomas.

Brauchtum: Kanzlerkandidatenkandidat

Von GĂŒnter Bannas
Viele wollen derzeit Kanzlerkandidat werden, vor allem, weil Angela Merkel nicht wieder antritt. Einige mĂŒssen wenigstens so tun, als ob, weil, wenn sie schon jetzt auf eine eigene Bewerbung verzichteten, sie die Möglichkeit verlören, den internen Auswahlprozess zu steuern. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), ein wenig auch Markus Söder (CSU) gehören dazu. Angesichts der Lage in der Union und bei den GrĂŒnen (Robert Habeck? Annalena Baerbock?) beginnt sich ein neuer Begriff einzubĂŒrgern: der Kanzlerkandidatenkandidat.Weiterlesen…

Desaster im BĂ€der-BĂŒrgerentscheid hat System

Als “Vox populi = Vox Rindvieh!” hat Franz-Josef Strauß mal “Volkes Stimme” bezeichnet und damit sein Mißtrauen gegenĂŒber Volksabstimmungen zum Ausdruck gebracht. Ganz so bĂŒrgerunfreundlich sollte man das Votum des jĂŒngsten BĂŒrgerentscheides zu den StadtbĂ€dern nicht interpretieren. Gleichwohl bleiben bei der komplizierten Gemengelage der unterschiedlichen Forderungen und BedĂŒrfnisse zum Erhalt oder Bau alter und neuer BĂ€der Zweifel, ob Mehrheitsentscheidungen der BĂŒrgerschaft ĂŒber reduzierte Ja/Nein-Alternativen im Falle von komplexen Problemen wie der Lösung der BĂ€derversorgung in Bonn helfen können. Wie schon beim Entscheid ĂŒber das KurfĂŒrstenbad vor einem Jahr haben sich knapp die Verhinderer eines Projektes durchgesetzt – und diese wahrscheinlich auch noch aus unterschiedlichen GrĂŒnden.Weiterlesen…

Seehofer im Zerstörungswahn

Seehofer ist noch Minister, Merkel ist noch Bundeskanzlerin. Das ist nicht selbstverstĂ€ndlich. Er ist CSU-Vorsitzender (6%) und sie CDU-Vorsitzende (30%+). Was er und seine Kumpanen Söder und Dobrindt seit Wochen veranstaltet haben, war nichts anderes als das wiederholte öffentliche VorfĂŒhren der Kanzlerin – seit dem CSU-Parteitag 2016. In der Politik – ob regierungsintern oder international – gibt es einen ganz wichtigen Grundsatz: Raube niemals Deinem GegenĂŒber das Gesicht, denn damit verlierst Du Dein eigenes. Und: nutze niemals eine Position der StĂ€rke gegen jemanden offen aus, denn Du musst immer damit rechnen, dass Du irgendwann in der selben Position der SchwĂ€che sein könntest. Dagegen hat Seehofer verstoßen, indem er Angela Merkel auf seinem Parteitag öffentlich vorfĂŒhrte. Und damit hat er gegen jede Regel der Akzeptanz auf Augenhöhe verstoßen.Weiterlesen…

FJS zur Grundsteuer / #metoo im WDR (Forts.)

Niklas Maak ist ein seriöser Journalist. Darum glaube ich ihm mal, wenn er Franz-Josef Strauss – den Heiligen der CSU – von 1970 zitiert: „Die GrundstĂŒckspreise steigen in einem Maße, dass es nicht zu verantworten ist, diese Gewinne unversteuert in die Taschen weniger fließen zu lassen.“ Ich kannte Strauss vor allem ĂŒber Bernt Engelmanns Schwarzbuch, dieses Zitat kannte ich nicht. Ob es die CSU von heute noch kennt?
Maak beschreibt in der FAS die neoliberalen Horrorvisionen aus dem BĂŒro der verstorbenen Stararchitektin Hadid – und die linken Alternativen, die eher in die Richtung der Vernunft des Mannes gehen, in dessen Richtung ich 1980 noch GemĂŒse geworfen habe.
Zur VollstÀndigkeit der #metoo-Debatte im WDR hier die Darstellung aus Sicht meiner Gewerkschaft. Ihr entnehme ich, dass Àhnlich wie beim DFB und Freshfields eine parteiische Anwaltskanzlei mit weiteren Untersuchungen beauftragt wurde. Ich zweifle, ob das einer allgemein respektierten Wahrheitsfindung dient.

Borussia – Boateng – Balotelli – Togo

Jetzt nicht durchdrehen, fĂŒr ein paar Stunden Dritter und auf einem Champions-League-Platz, dritter AuswĂ€rtssieg in Serie von einstigen “AuswĂ€rtsdeppen”, TabellenfĂŒhrer der konzernunabhĂ€ngigen Vereine. Es sind noch 19 Punkte bis zu den Klassenverbleib sichernden 40. Seht nur den Saisonverlauf des – börsennotierten – BVB!

Ich erinnere mich noch gut an ein Heimspiel 1995 gegen den spĂ€teren deutschen Meister (noch mit Sammer) BVB am Bökelberg. Wir lagen 1:3 zurĂŒck, und hatten schon alle Hoffnung fahren lassen. Auf der GegengeradentribĂŒne stand wenige Reihen hinter mir ein Gladbach-Fan der in einem unaufhaltsamen kritischen Wortschwall ĂŒber unseren angeblich lauffaulen eigenen schwarzen schwedischen MittelstĂŒrmer Martin Dahlin herzog. Die Pointe des Spiels war,Weiterlesen…

Le Pen und die doofen Linken / Abhören unter Freunden

Schon in meiner politischen Jugend habe ich mich ĂŒber Maoisten, vom “Verfassungsschutz” infiltrierte “MGs”, Immobilienhaie von der “MLPD”, Leute wie Joscha Schmierer, Ralf FĂŒcks, Marie-Luise Beck und Thomas Ebermann mehr Ă€rgern können, als ĂŒber Franz-Josef Strauss. Bei letzterem war klar: rechts, Feind. Die andern spiegelten vor, nicht nur links, sondern das auch besonders “radikal” zu sein. Mit denen musste man unendlich Zeit verbringen, um sie auszumanövrieren und die vielen Menschen guten Willens nicht in die Irre fĂŒhren zu lassen. Noch heute gehen mir Leute, die sich fĂŒr besonders radikal halten, aber doch nur intellektuell doktrinĂ€r sind, besonders auf den Zeiger.
Bei der Stichwahl um die französische PrĂ€sidentschaft ĂŒberkommt mich im deutschen Diskurs da immer wieder so ein De Ja Vu. Wenn Sie guten Willens sind, sollten sie nicht diesen im FAZ-Wirtschaftsteil versteckten Bericht ĂŒber Le Pen und ihre Beziehungen zum französischen Kapital ĂŒbersehen. Und diese ArgumentationsfĂŒhrung des Österreichers und damit stichwahlerfahrenen Robert Misik in der taz, der ich mich voll und ganz anschliesse.

Da ich einen Geheimdienst oben schon erwĂ€hnt habe: Erich Schmidt-Eenboom hat ein neues Buch ĂŒber die “Freundschaft” (da braucht man keine Feinde mehr) der Geheimdienste geschrieben. Hier hĂ€nge ich der These an: die USA haben uns Deutschen noch nie getraut, und das ist auch gut so.

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