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Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Istanbul (Seite 1 von 6)

“Mitten am Ende”

Despoten gehen für das Ich über Leichen und Landschaften
Die Redewendung der Überschrift ist nicht von Karl Valentin, wie mich der Münchener Sechzger-Ethnologe Andreas Rüttenauer/taz aufklärte, sondern von einer möglichen zukünftigen Bundeskanzlerin. Derzeit ist sie “meine” Parteivorsitzende. Na dann.
Mitten am Ende ist zweifellos Recep T. Erdogan, im Hauptberuf Präsident der Türkei. DLF-Mitarbeiterin Susanne Güsten machte mich heute vor dem Aufstehen darauf aufmerksam (Audio 5 min), wie er Istanbul, die Stadt, in die ich mich 2005 verliebt habe und heute wahrscheinlich schon nicht mehr wiedererkennen würde, zerstören will. Weiterlesen

Strategie des Kleptomanen

Politische Kunst: Das Istanbuler Kunstmuseum Arter zeigt eine große Retrospektive des „Kapitalistischen Realisten“ KP Brehmer
Zwei gekreuzte Flaggen in Schwarz-Rot-Gold an der Stirnseite eines riesigen White Cube. Selbst der internationalen Heraldik unkundige Besucher können an der Installation im Istanbuler Kunstmuseum Arter unschwer die deutsche Flagge ausmachen. Nur die Größenverhältnisse irritieren. Warum ist der goldene Streifen auf einem der Banner derart breit geraten?

„Korrektur der Nationalfarben“ nannte der deutsche Künstler KP Brehmer (1938–1997) sein 1970 entstandenes Werk, das zu seinen bekanntesten zählt. Weiterlesen

Streik an Istanbuler Universität

„Was wir fordern, ist legitim“ – An der Istanbuler Boğaziçi-Universität wird gestreikt. Der Filmemacher Can Candan über den Kampf gegen Autoritarismus im Namen der Wissenschaft.
Seit der Ernennung des AKP-nahen, des Plagiats bezichtigten Rektors Melih Bulu durch Präsi­dent Erdoğan am 1. Januar 2021 ist die renommierte Istanbuler Boğaziçi-Universität im Ausnahmezustand. Trotz Festnahmen, Razzien und Polizeigewalt fordern Akademiker und Studenten seit Monaten, dass der umstrittene Rektor zurücktritt. Weiterlesen

Türkischer Kulturmäzen in Haft

Kesseltreiben am Bosporus – Seit mehr als drei Jahren sitzt Osman Kavala nun im Gefängnis. Jetzt will der türkische Präsident auch seiner Kulturorganisation an den Kragen.
„Terrorsponsor“, „türkischer Agent dieses ungarischen Juden Soros“, „Putschist“. Recep Tayyip Erdoğan, der regierende Autokrat am Bosporus, war nie um ein Schimpfwort verlegen, wenn es um Osman Kavala ging.
Den Kulturmäzen aus einer vermögenden Istanbuler Fabrikantenfamilie ohne jeden Beweis staatsfeindlicher Umtriebe für mittlerweile gute drei Jahre ins Gefängnis befördert zu haben, scheint Erdoğan nicht mehr zu reichen. Wenn nicht alles täuscht, wollen die türkischen Behörden jetzt auch seine Organisation Anadolu Kültür schließen. Weiterlesen

Das Material ist die Botschaft

Kulturwechsel zwischen Berlin und Istanbul: Wie damit drei Generationen von Bildhauerinnen aus der Türkei umgehen, thematisiert die Galerie Nord in Berlin
30 spitze Hüte, seltsam dunkelbraun gefärbt, eine Mischung aus Zuckerhut und Zylinder. Die Künstlerin Yıldız Tüzün schuf diese Skulptur 1995. Auf den ersten Blick kaum zu deuten, oszilliert die seltsame Bodeninstallation zwischen Minimalskulptur und einem Totem-Hain. Was könnte sie mit dem „Wechsel der Geografie“ zu tun haben, auf die die Ausstellung „Shifting Patterns“ im Kunstverein Nord hinauswill, der Galerie des Berliner Bezirks Mitte? Weiterlesen

Türkische Kunst in der Krise

Istanbuler Sammlung der Moderne – Im September soll der Neubau des Mimar-Sinan-Museums eröffnen. Doch wichtige Exponate befinden sich nach wie vor bei Präsident Erdoğan.
Kaum war er zurück, ist er auch schon wieder weg. Als in Istanbul vergangenen Sommer die Nachricht die Runde machte, Vasif Kortun würde neuer Chefkurator des Mimar-Sinan-Museums für Malerei und Skulptur, war die Kunstszene elektrisiert.

Der 1958 geborene Kunsthistoriker bahnte in den 90er Jahren der kritischen türkischen Kunst den Weg und avancierte zum „Power Broker“ dieser Szene. Der Aufstieg Istanbuls zur neuen Kunstmetropole war wesentlich auch sein Verdienst. Weiterlesen

Mediathek-Perle “Call My Agent”

weiter unten: Buchperlen zu Istanbul
Der Titel ist englisch, das Produkt ist aber im besten Sinne französisch (Originaltitel: Dix pour cent). Die ARD versteckt es zu unguckbaren Zeiten in ihrem Nischensender ONE, obwohl es jeden ihrer Hauptprogrammabende veredeln könnte.
Es geht um eine Künstler*innen*agentur, um die Sache zwischen Männern und Frauen (und anderen Geschlechtern), um – wie wir im Fußball sagen würden – “die Mechanismen des Geschäfts”, also Lug, Trug und Hinterlist, alles zu dem Zweck reich und berühmt zu werden. Weiterlesen

Kunst, Ökologie und Imagetransfer

Boykottaufruf: In Istanbul werfen Künstler- und Umweltinitiativen den Sponsoren der 16. Istanbul-Biennale vor, an der Umweltzerstörung zu verdienen, vor der die Biennale warnt

Das Skelett eines Büffels auf einem grauen Sockel aus Beton. Ozan Atalans Arbeit „Monochrome“ ist eine der wenigen Arbeiten der Anfang September eröffneten Istanbul-Biennale, die sich mit Umweltzerstörung in der Türkei konkret beschäftigt. Trotz Kriegs, es gibt in der Türkei auch zivilgesellschaftliche Auseinandersetzungen. Gerade der französische Kurator Nicolas Bourriaud wollte die von ihm verantwortete Biennale ganz dezidiert in den Kontext der globalen Umweltzerstörung stellen. Weiterlesen

Scheitert im Ruhrgebiet ein Regionalplan?

weiter unten: 40 Jahre Titanic / Christian Streich / Polizeistaat Türkei
Das regionale Medienmonopol im Ruhrgebiet, die zur Funke-Mediengruppe gehörende WAZ, in meiner Jugend die bedeutendste und mächtigste Regionalzeitung Deutschlands (nur Bild hatte eine höhere verkaufte Auflage, der WAZ wurde aber mehr geglaubt; wenig davon ist geblieben) berichtet über Rücktrittsforderungen beim Regionalverband Ruhrgebiet. Aber nur hinter Paywall, also fürs breite digitale Publikum unzugänglich. Also erinnerte ich mich an den Regionalblog Ruhrbarone, und siehe, ich wurde fündig. Weiterlesen

Biennale in Istanbul – Das fünfte Element

Das Kunstevent eröffnete in Istanbul unter dem Motto „The Seventh Continent“. Vielen Werken fehlt jedoch die Dringlichkeit.

Ein riesiger runder Schlammberg, in dem seltsame Reste auftauchen: Ein skelettierter Schädel, die Tonfigur eines schlafenden Menschen, Bruchstücke von Fundamenten. Claudia Martínez Garays Arbeit „The Creator“ wirkt wie eine verlassene Ausgrabungsstätte. Zu welcher untergegangenen Kultur könnten diese Fundstücke gehört haben?

Das Gefühl von Dystopie, des Endes aller Zivilisation war allgegenwärtig auf der 16. Istanbul Biennale, Weiterlesen

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