Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Olivotti

Vor der Krise ist nach der Krise

Fast komplettes Herunterfahren und Neustart – dieser Grossversuch beginnt derzeit in Gesellschaft und Ökonomie. Bereits jetzt ist in den deutschen Medien sichtbar, dass der Rest der Welt immer unsichtbarer wird. Es geht nur noch um “uns”- Viele meinen und hoffen, dass jetzt lange beschworene SolidaritĂ€t der Menschen untereinander nicht nur mannigfach praktiziert wird, sondern auch in der öffentlichen Betrachtung den ihr zustehenden Rang bekommt. Doch insbesondere was Letzteres betrifft, rate ich zu grosser Vorsicht.Weiterlesen…

Schwarzheindorf – kein Bus mehr

Ich gestehe, dass ich die einzige Lokalzeitung unserer schönen Kleinstadt nur online lese. Die gedruckte Fassung lese ich immer bei Olivotti – dort bekommt mein Geld statt den superreichen Verlegerfamilien ein Familien-Kleinunternehmen, und ich bekomme zur Zeitung noch ein Supereis und einen erstklassigen Espresso. Olivotti hat aber jetzt Winterpause (von Mitte November bis Mitte Dezember wird noch mal geöffnet). So ist mir entgangen, was die SWB (Stadtwerke Bonn) mit unserem Bus angestellt haben.Weiterlesen…

Eis in Beuel – sie lernens nicht

Der Swiss Life dĂŒrfte Beuel egal sein. Sie operiert in anderen Grössenordnungen. Das Schicksal kleiner Unternehmen dĂŒrfte sie nur insofern interessieren, dass die ihre Schulden bezahlen, u.a. Mietschulden. So hat die Swiss Life als EigentĂŒmerin der Immobilien rund um das Beueler Rathaus nun nach gefĂŒhlt einigen Jahren – LeerstĂ€nde lassen sich als “Verluste aus Vermietung und Verpachtung” sehr vorteilhaft von der Steuer absetzen – den Pavillon auf dem, wie soll ich sagen, “unfassbar gestalteten” Rathausvorplatz wieder vermietet.Weiterlesen…

Köln21 – Bonn21

Weil ich den Kölner Stadtanzeiger wegen seiner Paywallpolitik nicht mehr lese, ist es mir entgangen. Im Express, zu dem ich bei Olivotti regelmĂ€ssig greife, habe ich das Thema nicht vorgefunden. Zu den ins Bodenlose sinkenden verkauften Auflagen dieser Organe finden Sie hier aktuelle Informationen. Ein irrer Architekt mit dem Stadt-Anzeiger im RĂŒcken, und vermutlich noch einigen kapitalgewichtigen Lobbyinteressen mehr, will den Hauptbahnhof und den Eisenbahnverkehr auf der HohenzollernbrĂŒcke …, na was wohl, Weiterlesen…

Hier die guten Borussia-Nachrichten

Die Finanzheinis der Fussballbranche wehklagen regelmĂ€ssig ĂŒber die LĂ€nderspielpausen. Dabei sind sie recht erholsam, eine willkommene Gelegenheit fĂŒr uns Fans fĂŒr ein wenig Besinnlichkeit und die Wahrnehmung, dass es ein Leben gibt, das wichtiger ist als Fussball. Manche meinen ja, viel sei das nicht. FĂŒr mich ist es aktuell belastender, dass Montag die Winterpause bei Olivotti beginnt; morgen wird es so ĂŒberfĂŒllt sein, dass ich heute bereits meinen Abschiedsbesuch machte.
Doch zurĂŒck zum Fussball und zur Borussia. In sieben Jahren haben wir nun dreimal auswĂ€rts beim Fussballkonzern im sĂŒddeutschen Raum, mit seiner kriminellen Vereinigung als Aufsichtsrat, gewonnen.Weiterlesen…

Sieg fĂŒr Olivotti

Gestern verzehrte ich mal wieder einen SolidaritĂ€ts-Erdbeerbecher (mit einmal 80%-Schoko dabei) bei Olivotti. Die waren noch vor mir in Beuel; ohne sie könnte ich mir unseren Stadtteil nicht mehr vorstellen. SolidaritĂ€tsverzehr, weil ich sie vor der Franchise-(gesprochen: FrĂ€nscheiss!)-Ketten-Konkurrenz 20 Meter weiter schĂŒtzen wollte. Das hat nun auf ganzer Linie geklappt.
Denn gestern war zu sehen, wie Handwerker den “GebĂ€udeteil C” des Beueler Rathaus-Anbaus leerrĂ€umten.Weiterlesen…

Mit ParkplÀtzen und Karneval gegen Amazon?

Auf dieser Seite habe ich die Gewerbegemeinschaft Beuel bisher ausdauernd gelobt. In der Tat ist ihre blosse Existenz fĂŒr den Stadtteil wertvoll, das zeigt schon ein Blick nach Bad Godesberg. Jetzt muss die GGB aber wohl von Selbstmordgedanken abgebracht werden. Das wird nicht leicht.

Um meine AusfĂŒhrungen besser verstĂ€ndlich zu machen und abzukĂŒrzen, lesen Sie bitte zunĂ€chst:
Daniel Leisegang: Amazon Fresh oder:die Schlacht um die Supermarktkunden, in den BlĂ€ttern fĂŒr deutsche und internationale Politik. Die BlĂ€tter sind eine im Zweifel linke politikwissenschaftliche Zeitschrift.
Und damit es hier ausgewogen zugeht, und Sie das auch glauben:
diese Meldung aus dem Finanzteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dem im Zweifel rechten Zentralorgan der im Zweifel rechten konservativen Mehrheitsfraktion des deutschen Grosskapitals.

Nachdem Sie das gelesen haben, fassen wir jetzt also zusammen.
So wie Immobilien nach “den drei L-Kriterien: die Lage, die Lage und die Lage” bewertet werden, gilt die Bewertung fĂŒr Citys, und solche, die es werden wollen: “die drei A’s”: AufenthaltsqualitĂ€t, AufenthaltsqualitĂ€t und AufenthaltsqualitĂ€t.
Und nun prĂŒfen Sie sich selbst: wie lange halten Sie sich gerne auf einem Parkplatz auf?

Gehen wir mal durch Beuels City: Haltestellen-Dreieck Adenauerplatz.Weiterlesen…

GA & EXPRESS – was soll nur werden?

Roland Appel schrieb unten schon, was zu den kommenden, den asozialen Medien zu sagen ist, und wie krank deutsche Zeitungsverleger*innen, ihre leitenden Angestellten und LobbyverbÀnde damit umgehen. Was Roland schreibt, betreiben sie so Àhnlich seit Jahrzehnten. Und ebenso kontinuierlich entwickeln sich ihre GeschÀftszahlen. Dass da ein sachlicher Zusammenhang bestehen könnte, darauf sind sie noch nicht gekommen.
So hat also der Express vor einigen Monaten den Bonner Lokalteil zusammengestaucht. Ich lese ihn immer bei Olivotti (jetzt ist also Winterpause), es ist schon etwas sehr umstÀndlich, trotz der grossen Buchstaben die Bonner Seiten noch zu entdecken.
Vom General-Anzeiger weiss ich von mehreren engagierten Mitarbeiter*inne*n, wie sie sich den Arsch aufreissen, um jeden Tag ein anstĂ€ndiges Lokalblatt zustande zu bringen, dafĂŒr aber in keiner Weise mit zusĂ€tzliche Kolleg*inn*en belohnt werden.
Das Ergebnis an der Kasse, laut den aktuellen ivw-Quartalszahlen: GA -4%, Express -10%., im Vergleich zum Vorjahrsquartal.
ivw-Zahlen sind harte Fakten, und also auch harte WĂ€hrung fĂŒr die Werbewirtschaft. Es gibt parallel regelmĂ€ssige “Media-Analysen”, mit denen die Verlage lieber PR machen, weil die höhere angebliche Leser*innen*zahlen ermitteln; die basieren aber nur auf Umfragen.

Die Verleger*innen werden dabei bleiben, auf sinkende VerkĂ€ufe mit sinkender QualitĂ€t (PersonalkĂŒrzungen und andere Kostensenkungen) zu antworten. Wer mal damit MilliardĂ€r*in geworden ist, und dann absteigen muss, der/die hat Panik, und ist nicht Teil der Lösung, sondern das eigentliche Problem.

Olivotti 50

Der General-Anzeiger widmet heute dem Beueler Eiscafe Olivotti ein sympathisch-menschelndes PortrĂ€t. Gerne werden dabei ein paar weniger schöne ökonomische Fakten weggelassen, die ich als Stammkunde ergĂ€nzen möchte. Das Unternehmen hĂ€tte die 50 Jahre wahrscheinlich nicht durchgehalten, wenn es nicht ein “Familienbetrieb” wĂ€re, der ausserdem das Haus besitzt statt es mieten zu mĂŒssen.

HĂ€tte es in Beuel einen BĂŒrgerentscheid darĂŒber gegeben, wĂŒrde mit Sicherheit Olivotti den Pavillon auf dem Rathausvorplatz bewirtschaften. Allein: die Mietforderungen waren utopisch hoch, es hĂ€tte sich niemals gerechnet. Also zog dort in 30 Meter Entfernung ein direkt konkurrierendes bundesweit expandierendes Franchiseunternehmen aus Geseke ein.

Es hat versucht, den Winter durchzuhalten. Die Olivotti-Belegschaft macht dagegen regelmÀssig von Ende Oktober bis Anfang Februar die klassischen Eisdielenferien. Das strukturiert mir als Kunde jedes neue Jahr. Besonders liebenswert finde ich die schon historisch zu nennende alte Einrichtung. Das Gegenteil von hipp, schön, dass es sowas noch gibt.

Und wann man dort hingehen kann, ohne dass es ĂŒberfĂŒllt ist – leider kaum AussenplĂ€tze, dafĂŒr aber Auspuffgase an der Bushaltestelle und Ampel – werde ich hier selbstverstĂ€ndlich nicht verraten.

Beueler Kleinversorgungsprobleme

RegelmĂ€ssig besuche ich meine alte Essener Heimat und habe so einen regelmĂ€ssigen Vergleich stĂ€dtischer Strukturprobleme: hier in Beuel die bĂŒrgerlich-rheinische Puppenstube, dort im Essener Norden die Klassenprobleme, die seit Jahrzehnten ignoriert werden. Zwischendurch besuche ich hĂ€ufig, nicht weniger kontraststark Freund*inn*e*n in Köln-Ehrenfeld. WĂ€hrend letzteres, einem Wunder gleich, den U-Bahnbau unter der Venloer Strasse in Köln ĂŒberlebt hat, ist das einst lebhafte Subzentrum Essen-Altenessen darunter in den 80er/90er Jahren verstorben. Es leidet jetzt sogar unter der schlagzeilentrĂ€chtigen aber unzutreffenden Diffamierung als “No-Go-Area”. Talkshow-Stargast Guido Reil, einst SPD heute AfD, startete seine Medienkarriere mit der LĂŒge “Der Essener Norden ist voll!”, obwohl es nirgends in Westdeutschland mehr Wohnungsleerstand gab und gibt als ebendort. Das sind wirkliche Probleme.
Köln-Ehrenfeld dagegen kĂ€mpft dagegen, so angesagt zu sein, dass die Preise dort bald fĂŒr Normalverdiener*innen nicht mehr zu bezahlen sind. Ein von Immobilienspekulanten betriebenes Einkaufszentrum wurde verhindert, der Investor Bauwens-Adenauer soll “verstanden” haben. Der Stadtteil hat fast alles, was man an Köln lieben kann; nur der Dom ist woanders.

Beuel liegt in seiner Entwicklung zwischen Altenessen und Ehrenfeld, bisher und was seine Chancen betrifft, weit nĂ€her an Ehrenfeld.Weiterlesen…

Beuel wird sich verĂ€ndern (mĂŒssen)

Nichts ist tödlicher als Stillstand. Beim heutigen Depressionswetter, geschlossener (Olivotti) und gĂ€hnend leerer (LaLuna) Eisdiele, wird gedanklich bewusster, dass unser Stadtteil attraktiv und lebenswert ist, aber auch weiter an sich arbeiten muss. In abendlicher Dunkelheit zeigte ich letzte Woche einer Freundin aus Ehrenfeld unser Stadtteilzentrum – und sie wusste aus eigener Erfahrung, wovon ich sprach.

Wir begannen am Adenauer-Platz, Verkehrszentrum, Treffpunkt, mit der großen Anzeigetafel der Stadtwerke gut ausgestattet. Man weiss schnell wann man wohin wegkommt.
Geschlabbert haben wir die Besichtigung des Beueler BrĂŒckenforums. Die Mehrheit der Lokale im Erdgeschoss steht leer – gerechter “Lohn” durch die jahrzehntelange VernachlĂ€ssigungWeiterlesen…

Franscheiss-Epidemie erreicht Beuel

Um es vorwegzuschicken: hier soll nicht die Produkt- oder DienstleistungsqualitĂ€t neuer Franchise-Unternehmen kritisiert werden. Es geht um systemische MachtverhĂ€ltnisse, die nicht einzelnen Unternehmern in die Schuhe geschoben werden können. Das eigentliche Problem ist der Immobilien-“markt”. In BallungsrĂ€umen wie Bonn und Subzentren wie Beuel blĂ€st sich die Immobilienblase immer weiter auf, lĂ€sst Kauf- und Mietpreise explodieren und lockt immer mehr – reichlich vorhandenes – Geld/Kapital an.
So ist es auch in Beuel geschehen mit dem Neubau neben dem Rathaus.Weiterlesen…

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