Beueler-Extradienst

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Schlagwort: Über Barbarossaplatz

#metoo/WDR, Henke und die Folgen

Im WDR sind sie sicher besonders froh über die WM. Endlich mal durchpusten, sich die Sinne ordnen. Was ist jetzt zu tun? Was steht an, wenn die WM vorbei ist?
Zunächst mal mit einiger Sicherheit der erste deutsche Arbeitsgerichtsprozess, der einen #metoo-Fall in den Medien behandelt. Henke und sein Anwalt Peter Raue werden gegen die fristlose Kündigung klagen. Die juristische Bewertung wird nicht einfach. Es könnte ein Musterprozess für die vielen vergleichbaren Fälle werden. Was ist arbeitsrechtlich mit fristloser Kündigung strafbar? Nicht alles, was unanständig ist. Wo verlaufen die Grenzen? Es geht um Grenzen, die sich gesellschaftlich – zum Glück – verändern, ständig neu ausgehandelt werden müssen.
Henke hinterlässt im WDR eine wichtige strategische Lücke. Weiterlesen

Das Verschwinden im deutschen TV

Übers Fernsehen wird fast so gerne gemeckert, wie über die Deutsche Bahn. Versuchen wir es also mal konstruktiv. Im “Medienquartett” des Deutschlandfunks am letzten Freitag wies Lutz Hachmeister zutreffend darauf hin, dass der Informationsgehalt von Infomationssendungen fällt und damit unsere Demokratie gefährdet. In den USA ist besonders sichtbar, und bei uns dringt diese Erkenntnis nur langsam durch, dass dieses Vakuum durch die gesellschaftsdiagnostische Kraft der fiktionalen Angebote zunehmend gefüllt wird. Das serielle Erzählen, bei dem die Figurenentwicklung nicht auf wenige Sendeminuten und Drehtage gequetscht werden muss, erlaubt nicht nur mehr künstlerische Freiheit für die Macher*innen. Es kann auch Gewinn für uns Zuschauer*innen bringen, natürlich nur wenn es gut und geduldig gemacht ist, weil uns weniger Klischees verfüttert werden, und dafür mehr Charakterentwicklung und gesellschaftliche Wirklichkeit, bzw. eben ihre filmkünstlerische Interpretation.

So war es jüngst bei der ARD-Miniserie “Das Verschwinden” (nur bis 21.11. in der Mediathek) in der Regie von Hans Christian Schmid und mit einer formidablen Riege von grossartigen Schauspieler*inne*n. Zum ersten Mal seit vielen Monaten fühlte ich mich an meine Begeisterung über “Über Barbarossaplatz” erinnert, Weiterlesen

Über Barbarossaplatz

Es ist jetzt vier Tage her, dass ich den TV-Film gleichen Namens gesehen habe. Ich kann mich nicht erinnern, wann ein Spielfilm mich gedanklich so lange beschäftigt hat. Sowohl beim Versuch, seine Geschichte und seine Figuren zu verstehen; als auch bei der Überlegung: wie finde ich das? Ist das gut? Oder sehr gut? Die Geschichte ist zu widersprüchlich und gebrochen, als dass ich in fanartige Begeisterung ausbrechen könnte. Ich denke immer noch darüber nach. Kann ein Film überhaupt eine bessere Kritik bekommen?

Die ARD versenkte den Film am Dienstagabend um 22.45 h in der DVB-T-Umschaltzeit, die letzte Viertelstunde war für mich per TV nicht empfangbar. Ich habe sie mir dann in der Mediathek angesehen. Bravo: dort wird der Film nicht 7 Tage sondern drei Monate vorgehalten, weil er eine WDR-Eigenproduktion ist. Dann müssten sie ihn aber im Juni auch eigentlich gar nicht rausnehmen.

Wo soll ich anfangen, um das Besondere dieses Films zu beschreiben? Das Köln-Bild, Weiterlesen

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