Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: wdr5

Grammatik des Vertrauens

Kissinger ĂŒberlebte Brandt – wird Fritsche Merkel ĂŒberleben?
Die 2013 verstorbene Tissy Bruns erwĂ€hnte mir gegenĂŒber einmal Bernd Greiner. Ich war mir nicht sicher, was sie mir damit signalisieren wollte. Wir waren 1981/82 beide im Vorstand der Vereinigten Deutschen Studentenschaften (VDS), sie fĂŒr den MSB, ich fĂŒr den LHV/Jungdemokraten, vertraten gemeinsam die VDS im Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung und pflegten, so nannte sie das, regelmĂ€ssig das “politisch-persönliche GesprĂ€ch (PPG)”, gerne im damaligen CafĂ© Rittershaus in der Kaiserstrasse. Hatte sie mit Greiner “was” gehabt? Ich weiss es nicht. Auf jeden Fall hat sie sehr viel von ihm gehalten, und das war verstĂ€ndlich.Weiterlesen…

Physik und Politik

RealitÀtsblinde Realos
Unsere Republik durchzieht eine zweite Welle. Es ist nicht das Virus, das war schon da und bleibt, sondern eine zweite Panikwelle von Politik und BĂŒrokratie. Sie sind völlig ĂŒberrascht vom Einbruch des Herbstes, und der Tatsache, dass der mĂ€chtigste Mann der Welt immer noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 erfunden hat. Und auch sonst keine*r. Wer konnte schon damit rechnen?
Heute mittag hörte ich im WDR5-Mittagsecho einen vernĂŒnftigen Arzt, der sich Ă€hnlich wie ich ĂŒber diese Panik Ă€rgerte. Der WDR bietet leider kein Online-Archiv, in dem ich das GesprĂ€ch wiederfinde. Ist nicht schwer, der DLF kann das. Aber das WDR5-Mittagsecho soll ja sowieso abgeschafft werden.
Es gibt noch andere Quellen der Vernunft.Weiterlesen…

“Cancel Culture” und Demokratie

Der vom WDR beschĂ€ftigte hauseigene “Internetexperte” Jörg Schieb, den ich gewöhnlich schĂ€tze, weil er Omma und Oppa im Fernsehen das Internet so erklĂ€rt, dass es auch die Zuschauer*innen des Dritten Programms verstehen, hat soeben im WDR5-Kulturmagazin Scala so einen Unsinn erzĂ€hlt, dass ich nicht anders kann, als mich hier auf- und wieder abzuregen.
Es geht um einen “Kabarettisten” dessen Namen ich hier nicht nennen mag, weil das zu seinem GeschĂ€ftsmodell gehört.Weiterlesen…

Ein recht grosser Menschenversuch

VernĂŒnftige Stimmen fĂŒr AbwĂ€gung gegen “Durchgreifen” tauchen auf – leider nur publizistisch
In der Bundesliga der “Durchgreifer” hat – wie im Fussball – Bayern mit Markus Söder die Tabellenspitze breitarschig besetzt. Er reprĂ€sentiert eine politische Klasse, die sich immer noch von mittelalterlichen, in der Bevölkerung immer irrelevanteren Medien antreiben lĂ€sst. Ihre Macht beruht immer weniger auf Massenanhang, und immer mehr darauf, dass derangierte Politiker*innen ganz fest daran glauben, sie seien “Volkes Stimme”. Blödsinn. Aber wer sagts ihnen?Weiterlesen…

Stringentes Handeln vs. Demokratie

Gesellschaftspolitisch ist derzeit einiges im Gange. Die Bundesregierung, die MinisterprĂ€sidenten und die Kommunen sind zum stringenten Handeln gezwungen. Das Conora-Virus hat Deutschland, Europa und die ganze Welt im WĂŒrgegriff. Diskussionen sind aktuell tabu. Und alles das, was den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet, wird außer Kraft gesetzt. Lediglich der Konsum und die Versorgung mit Lebensmitteln sind gesichert.Weiterlesen…

Beethoven, der Avantgardist

Wie wĂŒrde es ihm im Bonn von heute ergehen?
Unsere Stadt hat Zeit ihres Lebens Probleme damit, Menschen, die fĂŒr ihre Weiterentwicklung Mut zeigen und Verantwortung ĂŒbernehmen, anders sind als die Stadt “schon immer” war, angemessen zu wĂŒrdigen. Aktuell erlebt das Beethoven-Fest-Chefin Nike Wagner. Wer in dieser Familie aufgewachsen ist, dĂŒrfte hinreichend fĂŒr derartige Konflikte ausgerĂŒstet worden sein. Jedenfalls ist ihr das zu wĂŒnschen. Im WDR5-Magazin Scala kam sie heute selbst zu Wort (6:30 Min.).

Wiglaf

Das Schönste an seinem Tod ist, dass er seine Nachrufe nicht mehr erleben muss. Um seinen Vornamen habe ich ihn bemitleidet, um seinen Lebensstil eher beneidet. Es erweckt ja oft den Eindruck, dass die, die jung sterben, besonders “intensiv” gelebt haben. Ich glaube aber nicht, dass das empirisch nachweisbar ist.
Ich habe Wiglaf Droste nie persönlich kennengelernt. So bleibt mir fĂŒr immer unklar,Weiterlesen…

Staatlich organisierte Kindesmisshandlung

mit Update
Brauchen Sie den Anblick von Kinderaugen fĂŒr MitgefĂŒhl? Damit kann ich hier nicht dienen. In diesem Fall mĂŒssten Sie hören. Auf der Homepage des DLF gibt es leider zu den folgenden zu nennenden BeitrĂ€gen weder ein Text- noch ein Bildangebot. Das ist, nur nebenbei bemerkt, der Nachrichten- und InformationsunterdrĂŒckungsstrategie deutscher Zeitungsverleger zu danken, deren Lobbyismus erfolgreich zu verhindern versucht, dass öffentlich-rechtliche Medien solche Angebote machen.
Also hören Sie bitte diesen Bericht ĂŒber ein Kinderinternierungslager in Tornillo/Texas,Weiterlesen…

Noch dĂŒmmer, als Merkels Dieseltrick

Die “Kohlekommission” tagte und gebar eine Lachnummer. WĂ€hrend sich die COÂČ Wolken ĂŒber Deutschland zusammenballen und die GroßstĂ€dte im Dieseldunst ersticken, sitzt in den Regierungssesseln eine Koalition, die die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler fĂŒr dumm verkauft. WĂ€hrend lĂ€ngst offensichtlich ist, dass es fĂŒr die Autokonzerne ein Klacks wĂ€re, eine seit zwölf Jahren im LKW und seit zwei Jahren in den USA in PKW eingefĂŒhrte Technik nachzurĂŒsten, die im ĂŒbrigen bei den meisten Fahrzeugtypen bereits einbaufertig in den Ersatzteilregalen der Hersteller liegt, trickst die Kanzlerin “herself” mit fadenscheinigen Änderungen des Bundesimmissionsgesetzes herum – wir haben das hier schon gewĂŒrdigt.

Was gestern noch im Wahlkampf-schwangeren Hessen seinen Weg in die Zeitungen fand, aber nicht ĂŒber die Landesgrenzen hinaus berichtet wurde, ist die Tatsache,Weiterlesen…

Aus der Schulzeit der “68er”

von Dieter Bott

Im rahmen des erweiterten zeitgeschichtlichen unterrichts hatte mich oberstudienrat johannes grotecke vor ein paar jahren in die aula unseres alten gymnasiums der ehemaligen august-vilmar schule in nordhessen in die kreisstadt homberg/efze bei kassel eingeladen, in der aula der BTHS wie sie nun hiess – bundesprĂ€sident theodor heuss schule —vor der versammelten oberstufe als zeitzeuge ĂŒber die sogenannte 68er studentenrevolte zu berichten –
ich habe mit dem damaligen schĂŒler–zeitungs-redakteur hanspeter bernhardt das lektĂŒre-programm fĂŒr die von uns so genannte GEGENSCHULE entworfen (wilhelm reich,karl kraus,sigmund freud,karl marx,adorno und peter rĂŒhmkorf:â€œĂŒber das volksvermögen“, die wir im frĂŒhjahr 1968 aus protest gegen die zensur vom „homberger schulecho“, und der verweigerten sexuellen und politischen aufklĂ€rung durch schule und elternhaus zweimal die woche in einer homberger kneipen-hinterstube nachmittags anbotenWeiterlesen…

Kostenloser ÖPNV – Lösung fĂŒr verfehlte Verkehrspolitik?

von Rainer Bohnet

Ein Brief der Bundesregierung an die EU-Kommission elektrisiert die Republik. Kostenloser ÖPNV in Bonn, Essen, Mannheim und einigen kleineren StĂ€dten als Mittel gegen drohende Dieselfahrverbote verbunden mit hohen finanziellen Strafzahlungen.

Der Gedanke, in einen Bus oder in eine Bahn jederzeit ohne Ticket einzusteigen, ist faszinierend. Wer jetzt noch mit dem Auto fĂ€hrt, ist entweder total bescheuert oder gedankenlos. Die Euphorie ist verstĂ€ndlich, die Lokalpresse veröffentlicht Statements und Leserbriefe, WDR 5 diskutiert zur Mittagszeit mit Höhrern aus ganz NRW, die betroffenen OberbĂŒrgermeister zucken erschrocken zusammen, die Chefs der Verkehrsunternehmen verfluchen den Rettungsversuch der geschĂ€ftsfĂŒhrenden Bundesregierung, und jeder Fahrgast in einem vollen Bus oder einer vollen Bahn denkt: “Wenn das hoffentlich gut geht.”Weiterlesen…

RĂŒckkehrer – afrikanische Migranten entwickeln ihre Heimat

von Rainer Bohnet

Im Zusammenhang mit FlĂŒchtlingen und Migranten wird fast nur ĂŒber Menschen berichtet, die aus ihren HeimatlĂ€ndern fliehen und nach Europa oder die USA migrieren. Es gibt allerdings auch Menschen, die ihre HeimatlĂ€nder mit dem festen Willen der RĂŒckkehr verlassen. PrimĂ€r migrieren sie nach Großbritannien, die USA und Frankreich, da sie aus afrikanischen Staaten kommen, in denen Englisch oder Französisch gesprochen wird.

Die Afrika-Korrespondentin Bettina RĂŒhl berichtete am 11.12.2017 in der Volkshochschule Bonn ĂŒber Menschen, die freiwillig und mit einer fundierten Bildung wieder nach Ghana, Kenia und Somalia zurĂŒckgingen und dort Unternehmen grĂŒndeten. Eigentlich der Idealfall, da es ja keinen Sinn macht, dass ihre HerkunftslĂ€nder völlig ausbluten und die Eliten in anderen Kontinenten Fuß fassen. Mit der Folge, dass die fragilen oder die aufstrebenden Staaten Afrikas keine Chance bekommen, auf eigenen FĂŒĂŸen zu stehen.

Besonders eindrucksvoll war das Beispiel eines RĂŒckkehrers nach Somalia,Weiterlesen…

Propagandaschlacht statt Frieden

WĂ€hrend der Syrien-Konferenz in BrĂŒssel hat es einen Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun in einer Provinz gegeben, die von den islamistischen Terroristen der Gruppe “Al Nusra Front” – Ableger der Al Kheida Bin Ladens – kontrolliert wird. Die gesamte EU und der Bundesaußenminister und auch die USA im UN-Sicherheitsrat reagierten auf den angeblichen Giftgasangriff mit schnellen Schuldzuweisungen an die Adresse Assads und unverhohlen auch politischen Angriffen auf Russland und den Iran. Die Russen erklĂ€rten vor dem UN-Sicherheitsrat, syrische Kampfflugzeuge hĂ€tten ein Giftgaslager der Terroristen getroffen. Was davon zutrifft, werden wir wahrscheinlich nie erfahren, denn nirgendwo wird so viel gelogen, wie im Krieg. Wer das Buch von Egmont R. Koch und Fritz Vahrenholt “Seveso ist ĂŒberall” in den achtziger Jahren gelesen hat, der weiss zumindest, dass das nach Meldungen angeblich verwendete Kampfgas Sarin, nur in wenigen Gramm vom Flugzeug aus in der Atemluft verteilt, nicht fĂŒnfundsiebzig sondern in einem urbanen Umfeld eher fĂŒnfunfsiebzigtausend oder mehr Menschen töten wĂŒrde. Die Zahl der Toten ist fĂŒr Giftgasopfer eher untypisch niedrig – so zynisch dies klingen mag.

Eines klar vorweg: Wer auch immer diesen miesen, hinterhĂ€ltigen Angriff zu verantworten hat, ist ein politisch skrupelloser Mörder. Leider gibt es davon im Syrienkrieg auf allen Seiten viel zu viele.Weiterlesen…

Beyoglu oder Erdogan – wer stirbt zuerst?

Vor gut 10 Jahren entsandte mich die Böll-Stiftung zu einem “Friedenskongress” in einem Hotel am Taksim-Platz in Istanbul. Ein ursprĂŒnglich vorgesehener GrĂŒner MdB war kurzfristig ausgefallen. Ich war noch nie dort, in der ganzen TĂŒrkei nicht. Ich schrieb mir eilig ein Eingangsstatement, die spĂ€tere MdB und studierte Anglistin Katja Dörner ĂŒbersetzte es mir in Windeseile in professionelles Englisch – aus dieser Konferenzsprache wurde es simultan ins TĂŒrkische ĂŒbersetzt. Ich gewann die Sympathie von ĂŒber 90% des Kongresspublikums mit meinem PlĂ€doyer fĂŒr Menschen- und BĂŒrgerrechte, die nicht fĂŒr angeblich “höhere” Ziele instrumentalisiert werden dĂŒrften – wie ich es seinerzeit z.B. bei Oskar Lafontaine erkannte, was fĂŒr merkliche Verstimmung bei der ebenfalls auf dem Podium agierenden Linken-MdB und Ex-Trotzkistin Christine Buchholz sorgte.

Nach der Veranstaltung gruppierte sich eine kleine Menschentraube von GrĂŒnen-Sympathisant*inn*en um mich, u.a. ein Ă€lterer Herr, der sich als auf BĂŒrgerrechte spezialisierter Rechtsanwalt vorstellte und mir anbot, mir noch ein wenig von der Stadt zu zeigen. Es wurde eine durchzechte Nacht in Beyoglu daraus,Weiterlesen…

wdr5 – der Spinsender

Beim Aufwachen stieg heute morgen mein Blutdruck. Aus Versehen war wdr5 eingestellt. Es begann mit einer Schlachtfeldbulletin-Meldung zum Sturm auf Mossul. Gefolgt von einer Cyberwar-KriegserklĂ€rung des US-VizeprĂ€sidenten gegen Russland. Tut mir leid, meine Altmodischkeit: ich musste im Gegensatz zu meinen Eltern und Großeltern keinen Krieg miterleben. Aber sie haben mir als Kind genug davon erzĂ€hlt, dass mir bei dem Thema immer ganz anders wird.

Heute morgen wurde mir ganz anders, weil der angebliche Informationssender bei der Wiedergabe dieser Themen jede kritische journalistische oder auch nur humanistische Distanz vermissen liess.Weiterlesen…

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