Und morgen der Fußball-Brexit?

Von , am Mittwoch, 15. Juni 2016, in Fußball.

Albanien hatte heute den Gastgeber Frankreich auf dem Silbertablett. Schon in der 1. Halbzeit hätten sie sie abschiessen und damit die Stimmung der Fußball-EM abtöten können. In dem Land, in dem die Regierung und ihre Bürokratie nichts mehr geregelt kriegen, in dem die herrschende Klasse sich so vom wahren Leben abschirmt, dass sie intellektuell absolut nichts mehr begreift und damit möglicherweise einem neuen Faschismus den Weg bereitet. Aber ich schweife ab.

Die Gastgeber haben ja mit einem Tor in letzter Minute gewonnen, der einstige Fußballzwerg Albanien hatte durch einen ungewöhnlichen Stellungsfehler in seiner Abwehr nachgegeben. Eine Quälerei war es trotzdem.

Die einzige Mannschaft, die in der ersten Spielrunde überzeugt hat, ist die Älteste: Italien, mit dem 38-jährigen wettsüchtigen Buffon im Tor. Das macht misstrauisch. Italien hat oft internationale Turniere gewonnen, aber dabei nie schon im ersten Spiel eine eindrucksvolle Leistung gezeigt. Ist es diesmal umgekehrt?

Und morgen könnte England schon seinen Abschied nehmen, wenn es sich von Gareth Bale und seinen Waliser Debütanten erschiessen lässt. Eine unrealistische Perspektive ist das nicht. Und dann? Nach dem Austritt aus der EU auch der Austritt aus der Mafiafamilie Uefa? Folgerichtig wäre das.

Wahrscheinlich erleben wir, auch bei der parallel stattfindenden Copa America, zum ersten Mal optisch spürbar den Niedergang des Nationalmannschaftsfußballs. Diese Mannschaften sind nicht eingespielt, sind immer weniger zusammen. Ihr Leistungsniveau als Team fällt zurück hinter die Leistungen der globalen Teams FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid, Juventus Turin, PSG, Arsenal und Chelsea London; ManU und ManCity, BVB und noch eine Mannschaft aus Süddeutschland. Lateinamerika und Afrika bleiben Talentelieferanten für diese globalen Teams. China tritt auf diesem Markt als Investor auf, ist aber sportlich noch weit von Konkurrenzfähigkeit entfernt.

Meine Favoriten: bei der EM Italien, bei der Copa America Argentinien, aber Chile und Kolumbien bleiben ernstzunehmen. Gastgeber USA, gemanagt von Jürgen Klinsmann, spielt noch schlechter als Frankreich und hätte ebenso ausscheiden müssen, wie es Brasilien schon getan hat.

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