Auswärtsdeppen – wo sind sie hin…..?

Von , am Mittwoch, 19. Oktober 2016, in Fußball.

In der schlechten alten Zeit, ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an die entsprechende Saison erinnern, bürgerte sich in der Fangemeinde des VfL 1900 Borussia Mönchengladbach die Begrifflichkeit der “Auswärtsdeppen” ein. Es bleibt bis heute rätselhaft, wie sich die Mentalität und der “Lauf” einer Mannschaft, der gleichen Spieler, so diametral verändern kann, dass sie einerseits ihre Fans mit Schönheit und Klasse begeistern, und wenige Tage später zutiefst deprimieren können.
Im heutigen Profifussball, in dem Trainingsarbeit, Sportmedizin, Psychologie, Strategie und Taktik globalisiert erforscht und verwissenschaftlicht sind, entscheiden immer häufiger die kleinen Unterschiede. Zu ihnen gehört, mit welcher (An-)Spannung und Konzentration die Spieler als Kollektiv in ein Spiel gehen, in dem sie 2 x 45 Minuten “110 Prozent” Konzentration und Fehlerlosigkeit liefern müssen. Das ist übermenschlich und klappt in der Regel nicht; wenn doch, ist der Trainer im Himmel.
So konnte es also geschehen, dass die Gladbacher einerseits den Aufbaugegner für die der Reihe nach Tabellenletzten S04 (auswärts 0:4) und HSV (zuhause 0:0) gaben und heute aus einem Stadion in Glasgow, an dessen kämpferischer Atmosphäre Olli Kahn sich heute noch erinnern konnte, als sei er gerade dabeigewesen, ein spielerisch überlegenes 2:0 nachhause bringen.
Daraus ergeben sich für Michael Ortmanns und seine Mutter, die mir liebenswürdigerweise ihre Dauerkarten für drei Heimspiele im November überlassen, gewisse Verpflichtungen. Sie müssen nun auch das Heimspiel gegen Celtic am 1.11. gewinnen (Gefahr: Unterschätzung des schon mal geschlagenen Gegners = Spannungsabfall!), damit ich mit Maika, dem Pächter des Bistro “Odeon” am Momo-Bioladen, den vielen Siegen gegen Pep Guardiola einen weiteren hinzufügen kann. Die Milliardentruppe ManCity ist schlagbar. Wenns schlecht läuft, fallen solche Starensembles als Mannschaft schon mal auseinander – Barca hat es heute beim 4:0 vorgemacht. Das Wunder der Borussia im Achtelfinale: es ist möglich.

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