Beueler-Extradienst

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Abenteuer im VRS

Zu doof zum Sozialbetrug habe ich vor einigen Wochen mein Jobticket zurückgegeben. Es erlaubte zu äusserst preisgünstigen Bedingungen (rund 50 €/Monat) die Nutzung des öffentlichen Regionalverkehrs. Gestern war ich zum BVB-Gucken in Köln verabredet. Spannender als das traurige Spiel die Rückreise:
1. U-Bahnhaltestelle Venloer Str./Gürtel: Automat nimmt kein Papiergeld (meine Fahrkarte kostet 7,80), meine EC-Karte auch nicht.
2. U-Bahn: Automat in der Bahn: dito
Knapper Übergang am Bhf. West zur Mittelrheinbahn nach Bonn, am späten Abend gibts nur noch stündliche Verbindung nach Bonn, ich nehme als Abkürzung den Behindertenaufzug direkt vom U-Bahnsteig zum DB-Bahnsteig, der beim Umbau zur Barrierefreiheit um 50 m verlegt worden ist.
3. Auf dem DB-Bahnsteig: kein Automat. Doch: einer für Getränke.
4. in der Mittelrheinbahn: kein Automat. Ab Bhf. Süd erscheint eine, wie heisst das heute?, früher sagten wir: Schaffnerin. Hinter Kalscheuren ist sie bei mir: ich bitte um Kaufgelegenheit einer Fahrkarte. Geht nicht.
5. Ich beschreibe ihr meine Erlebnisse wie oben. Sie meint, im Bhf. West gebe es einen Fahrkartenautomaten, an anderer Stelle, an der ich nicht vorbeigekommen sei. Sie schreibt eine “Störmeldung”, notiert sich meine Reisepassdaten und meine Anschrift.
6. In Bonn kaufe ich mir eine Busfahrkarte, Kurzstrecke Adenauer-Platz.
Wie wird es weitergehen? Ich werde berichten.

Update 17.5.: Letzte Woche erhielt ich per Schnecken(Brief)post eine Mahnung der Firma “Trans Regio AG”, das ist die Firma, die sich hinter dem Begriff “Mittelrheinbahn” verbirgt, über 75 €. 60 € “erhöhtes Beförderungsentgelt” plus 15 € Mahngebühr. Ich widersprach per E-Mail, dass ich bisher nie eine Forderung erhalten hatte, für die gemahnt werden könnte, mit kursorischer Darstellung obigen Sachverhalts. Heute reduzierte die Trans Regio AG auf dem Kulanzwege ihrer Forderung per E-Mail auf 7,80 €, also den Fahrpreis, den ich sowieso – vergeblich – zahlen wollte. Geht doch. Alles wäre einfacher, wenn die Zugbegleiterin mir eine Fahrkarte hätte verkaufen dürfen.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

2 Kommentare

  1. Daniel Stiewink

    Hallo lieber Martin Böttger,

    erst einmal vielen Dank für diesen Erlebnisbericht.

    An den Automaten der KVB ist eine Zahlung via EC Karte nur an den stationären Automaten möglich (Bahnsteig, Haltestelle). Anscheinend hat diese Funktion gestreikt.

    Darüber hinaus ist eine Zahlung mit Münzen und der Geldkarte, also dem Chip auf der EC Karte ebenfalls an den stationären, wie auch mobilen Fahrscheinautomaten möglich, -falls- alles funktioniert und der besagte Chip zuvor am Bankautomat auch aufgeladen wurde.

    Die Geldscheinannahme ist gründsätzlich bei der KVB ein schon längeres Problem.
    (Siehe: https://www.google.de/amp/amp.ksta.de/koeln/kvb-ticketkauf-neue-automaten-nehmen-keine-scheine-937912 )

    Spätestens beim Umsteigen, hier am Bahnhof Köln West, gäbe es eine Möglichkeit zur Zahlung via Geldscheinen ggf. auch mit einer Kreditkarte* und darüber hinaus natürlich die Münzzahlung, Geldkartenzahlung wie auch EC Zahlung.

    In Köln West stehen gleich zwei Fahrscheinautomaten zur Verfügung. Einer der DB Vertrieb, der andere von der Trans Regio (Mittelrheinbahn). Die Fahrscheine sind grundsätzlich für alle Verkehrsunternehmen gültig.

    Die Frage stellt sich nun, weshalb man diese nicht gesehen haben konnte? Entweder zu rasch hoch bzw an diesen Automaten vorbeigelaufen und diese als solches nicht wahrgenommen oder schlicht mit dem Aufzug zum Bahnsteig gelangt? Bei letztere Möglichkeit, kommt man an die dort verbauten Automaten nicht mehr vorbei, sofern man auf direktem Wege Richtung Bahnsteig geht.

    So oder so, wirklich dumm gelaufen.

    Abhilfemöglichkeiten wären gewesen:
    An der KVB Station andere Fahrgäste oder ein dortiges Geschäft, wie Kiosk oder Imbissbude, um Wechselgeld zu fragen.
    – Gleiches, was andere Fahrgäste anbelangt, gilt dann auch in der Stadtbahn der KVB, da dort ebenfalls nur die Münz-, wie Geldkartenzahlung akzeptiert wird.
    – Im Bahnhof Köln West, spätestens beim erreichen des Bahnsteigs und beim ausmachen der vermeintlich fehlenden Automaten, andere Fahrgäste nach dem Standort des dortigen Fahrscheinautomaten fragen.

    Bei der von der Kundenbetreuerin (nanntest sie liebevoll Schaffnerin) gibt es nur eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit auf ein Verzicht des erhöten Beförderungsentgelts. Ergo sind die 60€ wohl hinzunehmen.

    Der Reisende ist leider verpflichtet sich vor der Nutzung des Verkehrsmittels um den Fahrschein zu kümmern. Leider lief das alles schief bzw man nahm die Scheinannahme irrtümlich als grundsätzliche Möglichkeit an. Darüber hinaus kommt dann noch das Übersehen des zwei Automaten in West hinzu.

    Falls Sie Glück haben, dies meine ich jetzt nicht ironisch, hatte der Fahrscheinautomat der Trans Regio ja einen technischen Defekt und die Forderung mit den 60€ werden fallen gelassen.

    Für die nächsten Touren wünsche ich Ihnen eine unproblematischere Reise mit dem ÖPNV.

  2. Martin Böttger

    “schlicht mit dem Aufzug zum Bahnsteig gelangt”, wie ich es schon geschrieben hatte. “verbaute Automaten” ist da eine durchaus treffende Bezeichnung. Gerne unterhalte ich mich mit anderen wartenden Fahrgästen – wenn ich beim Umsteigen spätabends Zeit dazu habe ;-) Und warum sind in manchen Fahrzeugen Automaten, in anderen aber nicht? Als ich noch klein war, konnte man überall Fahrkarten kaufen, und zwar bei richtigen Menschen.
    Da gabs in den Fahrzeugen auch noch ein richtiges Gefühl von Sicherheit, ganz ohne private Sheriffs. Die Bahnen fuhren in den Städten über der Erde, schafften so – durch unverklebte Schreiben – zusätzlichen öffentlichen Raum und Sicherheit.

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