Der smarte Realo-Kommentar

Von , am Mittwoch, 7. März 2018, in Politik.

Wo ist der Ausweg? Habe ich mich nach Roland Appels Text gefragt. Die Frage ist gar nicht so schwierig, wie sie aussieht. Europa ist technologisch und ökonomisch in diesem Bereich von China und Kalifornien bereits aussichtslos abgehängt. Und was Roland beschreibt, ist, weitergedacht, die Nische, die noch übrig ist.
Es gibt einen weltweiten Markt für Kommunikations- und Informationstechnik mit Datenschutz, offene antiproprietäre Systeme, die dem kreativen Wettbewerb ihrer Erfinder*innen offenstehen, statt ihn zu bekämpfen. Für Marktbeherrschung und die Etablierung von Monopolen ist er nicht gross genug. Er ist aber gross, er ist kraufkräftig, er verspricht angesichts der Marktmachtverhältnisse sogar Extraprofite. Er ist vergleichbar mit dem Markt für Biolebensmittel. Die kaufkräftige Nachfrage ist grösser als Produktion und Angebot. Er ist globalisiert und relevanter Bestandteil des Welthandels. Ihm wohnt über das ökonomische eine emanzipatorische, demokratische Kraft inne – die freilich im Kapitalismus auch nicht überschätzt werden darf.

Selbstverständlich haben die Regimes von Trump, Xi Jinping, Putin, Erdogan, Assad, al Sisi, Khamenei, Kim Jong Un, Kurz u.v.a. kein politisches Interesse solche Technologien zu fördern, ihnen auch nur einen Türspalt aufzumachen. Eine wachsende Zahl ihrer Untertanen aber sehr wohl.
Also bitte EU und GroKo-Bundesregierung: wenn ihr für irgendwas gut sein wollt, da ist die Marktlücke.

Sicher, die Masse des Publikums wird kaufen, was billig, leicht bedienbar ist und gut funktioniert. Das Gedöns mit dem Datenschutz werden, neben den wenigen Oppositionellen, die Reichen und Gebildeten kaufen, auch unter Diktator*inn*en, die ihre Sexgewohnheiten und Geschäfte privat halten wollen. Sie werden andere Preise bezahlen als bei Aldi. Wer Renditepotenziale sucht, bitte schön!
Datenschutz, Champagner und Kaviar für alle gibts dann erst nach dem Kapitalismus.

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