Der DFB ist einsturzgefährdet wie die CSU

Von , am Sonntag, 22. Juli 2018, in Fußball, Politik.

Der nächste Grossangriff der Grossvereine hat begonnen

Der Verband der “Amateure” (Zitat Lippstädter Rotbäckchen Rummenigge) ist nicht mehr weit vom Exitus entfernt. Die unmotivierte Vertragsverlängerung von Bundestrainer Löw vor der WM kann sehr teuer werden. Im September gibt es keine neuen Freundschaftsspiele, sondern Pflichtspiele in der bisher vielbelächelten “Nations-League“. Deutschland wurde in eine Dreiergruppe mit Weltmeister Frankreich und den rehabilitationsdurstigen Niederlande gelost. Wenn das schiefgeht, ist es um Löws Amt geschehen.
Der DFB erwartet darüber hinaus bös teure Steuernachzahlungen im Rahmen der ausstehenden Aufklärung der Korruptionsverhältnisse beim Erwerb der WM 2006 in Deutschland. Seine steuerrechtliche Gemeinnützigkeit steht aufgrund dieser Affäre wie auch zahlreicher weiterer kapitalschwerer geschäftlicher Aktivitäten immer mehr in Zweifel.
Da trifft es sich schlecht, dass bei der Bewerbung um die EM 2024 ein ähnliches Malheur schon in Vorbereitung ist. Um die im Wettbewerb mit Erdogans Türkei zu gewinnen, “müssen” der geilen Uefa hinten und vorne Steuergeschenke in Milliardenhöhe reingeschoben werden. Ein schönes Thema für den Europaparlamentswahlkampf im nächsten Jahr. Dass sich ein FDP-Mann wie Frank Schäffler damit zu profilieren versucht ist einerseits überraschend erfreulich, andererseits nur begrenzt glaubwürdig. Denn es ist der Witwer von Ex-FDP-Chef Westerwelle, Herr Mronz, der uns mit einer NRW-Olympiabewerbung bei den Mafiosi des IOC, dem sein FDP-Parteifreund Bach vorsteht, exakt die gleiche Skandalkonstellation andrehen will. Die Idee, das von der EU regeln zu lassen, wäre auch zu schön – wenn es dort doch nur überhaupt unkorrupte Akteur*inn*e*n dafür gäbe, die gierige Uefa in die Schranken zu weisen. Das ist nach der Wahl 2019 noch weniger zu erwarten als jetzt. Es wäre eine schöne Vorstellung, wenn die Uefa nur noch ausserhalb der EU spielen müsste.
Thomas Kistner und Daniel Theweleit haben heute im DLF ein eindrucksvolles Bild entfaltet. Kistners Interview ist nur gekürzt nachzulesen, aber komplett nachzuhören.
Was würde passieren, wenn Grindels DFB kollabiert? Ich fürchte in seiner heutigen Struktur wäre er für die perfektesten Krisenmanger*innen nicht mehr zu retten. Es käme zu dem, wovon Lippstadts Rotbäckchen seit seiner Auswanderung nach Bayern schon die ganze Zeit träumt: die milliardenschweren Grossvereine übernehmen nach Vorbild des US-Sportbusiness das europäische Fussballgeschäft komplett selbst: die ECA in Europa und die DFL in Deutschland. Amateure, ob mit oder ohne Anführungsstriche, stören und belästigen nur beim Bereichern. Echter Sport ist mit seiner Unplanbarkeit, seiner Unvorhersehbarkeit, nicht kompatibel mit der vom Kapitalismus benötigten Planungssicherheit.

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