Was-mit-Medien-Leute: heute Nachtschicht!

Von , am Donnerstag, 9. August 2018, in Medien.

Gerd Ruge 90
Wir erleben in Zeiten drastischer Sparmassnahmen in den alten Medien eine die Demokratie verheerende Art von Besinnungslosigkeits-Journalismus. Ein Beispiel von heute: die Auseinandersetzung um Abtreibung in Argentinien hat es in deutsche Medien geschafft. Dass sich dahinter das Aufblühen einer viel umfassenderen feministischen Bewegung verbirgt, bleibt hier dagegen unbekannt. Es könnte ja ein schlechtes Beispiel abgeben.
Von solcher Art Agendasetting, bzw. ebenso seiner Vermeidung, hat Gerd Ruge mehr als andere was verstanden. Er hat darum keinen Wind gemacht, sondern für seine Arbeit Konsequenzen aus diesen Kenntnissen gezogen, meistens die Richtigen. Heute wird er 90. Darum macht er auch keinen Wind, keine Medienauftritte oder Interviews.
Beim Studium seiner Berufsbiografie fällt mir auf, dass ich die Zeiten seines Chefseins im WDR, bei Monitor oder im Studio Bonn vergessen hatte. Ich glaube das Administrieren hat ihm keinen Spass gemacht. Seine journalistische Stärke und Quell seiner Popularität war seine Neugier auf das Leben und die Menschen draussen, ausserhalb der Studios und Sitzungszimmer. Er hat sogar für das Springer-Blatt Die Welt gearbeitet, weil er von dort in einer dramatisch spannenden Zeit das Angebot bekam in China zu arbeiten.
Ein Mann mit Haltung, Interesse für Andere und Anderes, lieber weg von seinesgleichen. Bei der ARD scheint es nicht für eine Geburtstagswürdigung gereicht zu haben. Blamabel. Das kann sich der WDR (noch) nicht leisten. Darum widmet er ihm heute sein Nachtprogramm. Wenn Ihr ernsthaft noch was lernen wollt als “was-mit-Medien-Leute”, müsst Ihr heute nacht aufbleiben und das gucken. Wenn Ihr danach noch fit seid, einen heftigen Disput zu führen, dann habt Ihr schon was in Richtung Ruge gelernt. Die Schwachen unter Euch können es auch mit der Mediathek in hellen Tagesstunden versuchen (ein Jahr lang),

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